Thailand: Straßensperren und Gerüchte über Militärputsch

Die thailändischen Behörden zogen landesweit 14.000 Polizisten und Soldaten zum Einsatz nach Bangkok ab. In der Hauptstadt verstärken sich Gerüchte über einen bevorstehenden Militärputsch. Die Regierungsgegner wollen den Straßenverkehr für drei Wochen lahmlegen.

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In der thailändischen Hauptstadt Bangkok nimmt wenige Tage vor einer neuen Machtprobe zwischen Regierung und Opposition die Gewalt zu. Am Samstagmorgen wurden sieben Menschen in der Nähe der bei Touristen beliebten Khao San Road verletzt, als Unbekannte von Motorrädern aus das Feuer auf sie eröffneten. Bei den meisten Verletzten handle es sich um Anhänger der Opposition, sagte der nationale Polizeichef Adul Saengsingkaew.

Die Opposition will ab Montag bis zu 20 Tage lang sieben wichtige Kreuzungen blockieren und damit den Verkehr der Millionenstadt lahmlegen. Die Behörden planen den Einsatz von 14.000 Soldaten und Polizisten. In Bangkok verstärken sich die Gerüchte über einen bevorstehenden Militärputsch.

Seit zwei Monaten versucht die Opposition unter der Führung von Suthep Thaugsuban die Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zu stürzen. An deren Stelle will sie nicht gewählte Volksräte einsetzen. Yingluck leht dies ab, hat jedoch für den 2. Februar Wahlen angesetzt (mehr hier). In den vergangenen Wochen ist es immer wieder zu Gewalt gekommen. Dabei starben acht Menschen, zwei davon Polizisten (hier).

Auch am Freitag wurden bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und -anhängern außerhalb Bangkoks mindestens sechs Menschen verletzt. Die Furcht vor neuer Gewalt in der kommenden Woche wird auch durch die Ankündigung einer Gegendemonstration der regierungstreuen Rothemden für Montag geschürt.

Viele Menschen in Thailand gehen von einem Eingreifen des Militärs aus, sollten die Proteste eskalieren. Die Armee hat sich in den vergangenen 81 Jahren 18 Mal gegen die Regierung erhoben, mit wechselndem Erfolg.

Die Opposition wirft Yingluck vor, lediglich eine Marionette ihres vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohenen Bruders und früheren Ministerpräsidenten Thaksin zu sein. Der Konflikt zieht sich seit acht Jahren hin.

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