Bundesregierung rüstet bei abhörsicheren Telefonen nach

Zwei deutsche Unternehmen statten alle Behörden und Ministerien mit modifizierten Smartphones aus. Sprache, SMS und mobile Emails werden dabei komplett verschlüsselt. Das Interesse deutscher Politiker an abhörsicherer Kommunikation steigt.

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Die Bundeskanzlerin vertraut weiterhin auf ein modifiziertes Blackberry. Ihre Minister werden nun ebenfalls damit ausgestattet. (Quelle: Secusmart)

Die Bundeskanzlerin vertraut weiterhin auf ein modifiziertes Blackberry. Ihre Minister werden nun ebenfalls damit ausgestattet. (Quelle: Secusmart)

Die Unternehmen Secusmart und Trust2Core haben eine öffentliche Ausschreibung gewonnen und beliefern Behörden und Ministerien mit abhörsicherer Technologie. Die Ausschreibung umfasst die Lieferung von 5.600 Krypto-Handys. Das geht aus einem Bericht von Bloomberg hervor.

Die Firma Trust2Core ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom. Trust2Core hat sich auf Android-Smartphones spezialisiert. Dazu hat die Firma eine sogenannte Krypto-Karte entwickelt, die neben die SIM-Karte eingelegt wird. Der Nutzer kann dann zwischen einer gesicherten und einer öffentlichen Benutzeroberfläche wählen. Trust2Core beliefert die Bundesregierung mit einem modifizierten Samsung Galaxy S3 für 1.700 Euro pro Stück.

Das Betriebssystem Android von Google gilt als sehr anfällig für die Spionage der NSA. Im Zuge des NSA-Skandals wurde bekannt, dass der amerikanische Geheimdienst 75 Prozent aller Android-Handys überwachte (mehr hier).

Das Unternehmen Secusmart beliefert seit September 2013 die Bundesbehörden mit modifizierten Blackberry Smartphones für 2.000 Euro pro Stück. Diese sind mit einer Micro-SD-Karte ausgerüstet, die so umgebaut wurde, dass sie alle ausgehenden Daten verschlüsselt. Besonderen Wert legt das Unternehmen dabei auf die Verschlüsselung der Stimme, aber auch SMS und mobile Emails werden dadurch kodiert.

Die Technologie mit dem Namen SecuSUITE basiert auf einer End-to-End-Verschlüsselung. Demnach müssen beide Gesprächspartner über die Technologie verfügen, um eine abhörsichere Kommunikation zu gewährleisten. Und selbst dann bleibt ein Restrisiko vorhanden, wie eine Sprecherin des Unternehmens einräumt:

„Die Daten sind nur bis zu bestimmten Gateways verschlüsselt. Dort werden sie wieder entschlüsselt.“

Diese Gateways werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verwaltet. Das BSI erteilte beiden Unternehmen im September die Zulassung für den Vertrieb ihrer Produkte an die Bundesregierung. Bisher entschieden sich 12 von 13 Ministerien für die Lösung von Secusmart. Das Unternehmen lieferte bisher knapp 2.000 Geräte an die Ministerien.

Die Bundesregierung hat seit Bekanntwerden der NSA-Spionage massiv in abhörsichere Kommunikation investiert. Einer Anfrage der Partei Die Linke zufolge verfügte die Bundesregierung vor drei Jahren noch über 2.000 Geräte mit Verschlüsselungsfunktionen. Inzwischen sind es mehr als 12.000 Krypto-Handys.

Doch das Interesse an abhörsicherer Technologie ist nicht nur in der Politik groß. Auch deutsche Unternehmer sind zunehmend daran interessiert sich vor Wirtschaftsspionage zu schützen. Der dadurch entstandene Schaden wird jährlich auf bis zu 50 Milliarden Euro geschätzt (hier).

 

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