Peinlich: EU-Sozialdemokrat glaubt, dass ein Arbeiter 3.000 Euro im Monat verdient

Der Spitzenkandidat der österreichischen Sozialdemokraten weiß nicht, wieviel ein Arbeiter verdient. Bei einem Interview blamierte er sich gehörig - und stellt damit unter Beweis, wie weit sich die Politik von jenen entfernt hat, die sie eigentlich vertreten sollten.

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Künftig für die einstige Arbeiterpartei SPÖ im EU-Parlament, aber wenig Ahnung von den Arbeitern: Spitzenkandidat Eugen Freund (links), mit Bundeskanzler Werner Faymann. (Foto: SPÖ)

Künftig für die einstige Arbeiterpartei SPÖ im EU-Parlament, aber wenig Ahnung von den Arbeitern: Spitzenkandidat Eugen Freund (links), mit Bundeskanzler Werner Faymann. (Foto: SPÖ)

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) für die EU-Wahl, Eugen Freund, ist der Meinung, dass ein Arbeiter 3.000 Euro monatlich verdient. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Profil musste sich Freund, der zuvor Moderator beim staatlichen ORF gewesen ist, vom Interviewer belehren lassen, dass er sich um ein Drittel nach oben geirrt hat. Nicht klar ist, ob der SPÖ-Mann brutto oder netto gemeint hat – was das Unwissen noch peinlicher machen würde. Netto liegt das Einkommen gemäß der österreichischen Statistikbehörde bei 1616 Euro pro Monat.

Die Passage des auch sonst aufschlussreichen Interviews:

profil: Die SPÖ versteht sich immer noch als Arbeiterpartei. Glauben Sie, dass Sie mit Aussagen wie „von der ASVG-Höchstpension kann ich nicht leben“ bei Arbeitern gut ankommen – die von einer geringeren ASVG-Pension leben müssen?

Freund: Ich habe meinen Lebensstil: Meine Wohnung kostet einiges, meine Kinder studieren, eine Tochter in Amerika. Genauso gut könnte man den Bundeskanzler oder den Vizekanzler fragen, warum sie x-mal so viel verdienen wie ein durchschnittlicher Arbeiter.

profil: Wie viel verdient ein Arbeiter im Durchschnitt?

Freund: Ich weiß es nicht – ungefähr 3000 Euro brutto?

profil: Um ein Drittel weniger, 2000 Euro pro Monat.

Freund: Netto?

profil: Brutto.

Freund: Das ist sehr wenig. Aber ich glaube nicht, dass ich etwas dafür kann.

profil: Das behauptet niemand. Die Frage ist, wie sehr Sie sich in eine Klientel hineinfühlen können, die Sie vertreten sollen.

Freund: Ich kann mich insofern hineinfühlen in Arbeiter, indem ich immer wieder versucht habe, Leuten zu helfen. Wenn jemand mir erzählt hat, dass er arbeitslos ist, habe ich ein paar Leute angerufen, die ich kenne, und versucht, einen Job für ihn zu finden.

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