Italiens Banken taumeln weiter in Richtung Crash

Italiens Banken sind von einer Stabilisierung weit entfernt. Nun warnt sogar eine der den Banken eigentlich traditionell zugeneigte Rating-Agenturen vor erheblichen Risiken.

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Die vollständige Erholung der italienischen Banken von der Euro-Schuldenkrise ist nach Einschätzung von Standard & Poor’s noch in weiter Ferne. Faule Kredite setzten den Instituten immer mehr zu und zwängen sie zu Rückstellungen, erklärte die US-Ratingagentur am Dienstag. Bis zu 42 Milliarden Euro müssten die Geldhäuser bis Ende 2014 zur Seite legen, um geplatzte Darlehen aufzufangen. Bis Ende des Jahres dürfte sich das Volumen der Problemkredite auf bis zu 320 Milliarden Euro belaufen. Damit wären rund 18 Prozent aller Verbraucher-Kredite betroffen. Die hohe Arbeitslosigkeit sei dafür verantwortlich, und auch die anhaltende Wirtschaftsschwäche setze den Banken zu. Einige von ihnen könnten deshalb zu Kapitalerhöhungen gezwungen sein.

Welche Institute das sein könnten, ließ S&P offen. Die beiden größten Geldhäuser, Intesa Paolo und die HypoVereinsbank-Mutter UniCredit, seien jedoch wie die meisten genossenschaftlichen Institute auch für die strengeren Kapitalvorschriften (Basel III) gewappnet, hieß es.

Unterdessen schrauben Italiens Banken ihre Kreditvergabe weiter zurück, um ihre Kapitalpolster zu stärken. Die Institute reichten im Dezember 3,4 Prozent weniger Darlehen an Privatpersonen und Unternehmen aus als noch ein Jahr zuvor, wie die Branchenvereinigung ABI am Dienstag mitteilte.

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