AfD-Parteitag: Lucke will Altparteien einen Denkzettel verpassen

Auf dem Parteitag in Aschaffenburg sagte AfD-Chef Lucke, man könne den Altparteien bei der Europawahl im Mai einen Denkzettel verpassen. Die AfD sei die einzige Partei, die den Bürgern die Wahrheit über Euro und Schuldenkrise sage. CDU, SPD und Co. verbreiteten lediglich „Europa-Wohlfühlstimmung“, so Lucke.

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Die Alternative für Deutschland (AfD) zieht mit Parteichef Bernd Lucke und Ex-Industriepräsident Hans-Olaf Henkel an der Spitze in den Europa-Wahlkampf. Das hat die Euro-kritische AfD am Samstag auf ihrem Parteitag im bayerischen Aschaffenburg entschieden. Lucke versuchte, seine Partei vor der Europawahl im Mai mit harscher Kritik an der EU und an den Altparteien zu einen.

Wir können nur gewinnen, wenn wir zusammenhalten“, sagte Lucke auf dem Parteitag der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD) in Aschaffenburg. Im Vergleich zu den finanziellen und organisatorischen Mitteln der etablierten Parteien sei die AfD ein David. „Wenn wir mutig, ehrlich und beherzt kämpfen, dann kann der kleine AfD-David dem großen Altparteien-Goliath einen Denkzettel verpassen.“

Die AfD sei die einzige Partei, die sich traue, bei Themen wie der Stabilität des Euro oder der Schuldenkrise die Wahrheit zu sagen. CDU, SPD und Co. verbreiteten lediglich „Europa-Wohlfühlstimmung“.

Auf dem Parteitag in Aschaffenburg bestimmt die AfD ihre Kandidaten für die EU-Wahl am 25. Mai und debattiert über ihr Programm. Im Entwurf wird unter anderem gefordert, dass Länder, die die Stabilitätskriterien der Währungsunion nicht erfüllen, die Eurozone verlassen sollen.

Bei den jüngsten Umfragen lag die vor knapp einem Jahr gegründete Euro-kritische Partei zwischen 4 und 5 Prozent. Bei der Bundestagswahl im Herbst verfehlte die AfD nur knapp die Fünf-Prozent-Hürde. Für den Einzug ins Europa-Parlament genügen drei Prozent.

Die Partei wurde zuletzt von internen Streitigkeiten erschüttert. So trat vor kurzem der hessische Landeschef Volker Bartz zurück, nachdem ihm Lucke diesen Schritt nahegelegt haben soll. Die Bundestagsparteien werfen der AfD zudem ausländerfeindliche Ressentiments und eine populistische Politik vor.

Der frühere Manager und Ex-Präsident des Industrieverbands BDI, Henkel, wehrte sich gegen die Kritik. „Ich habe mit unzähligen Mitgliedern gesprochen, aber nicht einen einzigen Neonazi oder Spinner gesehen“, sagte der 73-Jährige. Die AfD-Delegierten wählten ihn mit großer Mehrheit auf den zweiten Listenplatz für die Europawahl. „Unser strategisches Ziel muss es sein, dass wir dann auch im Bundestag landen“, sagte Henkel.

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