Devisen-Skandal: Deutsche Bank sucht Nachfolger für Jain

Für den Fall, dass Deutsche-Bank-Vorstand Jain in die Devisenkurs-Manipulationen verwickelt ist, sucht das Institut einen Nachfolger. Die besten Chancen auf den Posten soll Aufsichtsrats-Mitglied John Cryan haben.

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Die Deutsche Bank beschäftigt sich einem Magazin-Bericht zufolge mit einem möglichen Ersatz für Co-Vorstandschef Anshu Jain. Für den Fall, dass Jain doch eine Verwicklung in die Affäre um Devisenkurs-Manipulationen nachgewiesen werden könnte, werde „in der Konzernspitze über John Cryan als möglichen Nachfolger diskutiert“, berichtete das Manager Magazin.

Cryan ist Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bank und sitzt dem Prüfungsausschuss vor. Hauptberuflich ist er aber seit zwei Jahren Europa-Chef des singapurischen Staatsfonds Temasek. Von 2008 bis 2011, während der Finanzkrise, war er Finanzvorstand des schweizerischen Deutsche-Bank-Rivalen UBS.

„Wir äußern uns nicht zu Gerüchten und Tratsch“, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Cryan war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dem Bericht zufolge sucht die Bank zudem einen Nachfolger für ihren Chefjuristen Richard Walker. Als geeigneter Kandidat gelte UBS-Vorstandsmitglied Markus Diethelm, der dort seit mehr fünf Jahren Chefjustiziar ist, berichtete das Manager Magazin weiter.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte bereits vor knapp einem Jahr Insidern zufolge Unmut über den US-Amerikaner geäußert (mehr hier). Angesichts der Vielzahl an Problemen sei die BaFin „nicht sehr glücklich“ mit Walker, der weit weg in New York sitze und kein Deutsch spreche. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen dementierte damals allerdings, dass die Aufsicht der Bank nahegelegt habe, Walker zu ersetzen. Er sitzt nur im erweiterten Vorstand der Bank, dem Group Executive Committee, auf dessen Besetzung die BaFin keinen direkten Einfluss hat.

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