Japaner zahlen wegen Währungskrieg Rekord-Preise für Energie

Trotz des extremen Gelddruckens der japanischen Zentralbank lag das Handelsdefizit des Landes im Januar so hoch wie nie zuvor. Der Währungskrieg hat die Importe von Öl und Gas stark verteuert, die wegen Fukushima notwendig sind. Die Exporte wurden jedoch kaum angekurbelt.

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Japans Handelsdefizit ist im Januar auf ein Rekord-Hoch angestiegen. Die extreme Abwertung der Währung hat die Exporte kaum ankurbeln können. Stattdessen verteuerten sich die Energie-Importe, die aufgrund von Fukushima notwendig geworden sind.

Im Januar betrug das japanische Handelsdefizit 2,79 Billionen Yen (20 Milliarden Euro), zitiert die FT Zahlen des Finanzministeriums. Es ist das 19. monatliche Handelsdefizit in Folge. Die schwachen Exporte spiegeln sich auch in den Wirtschaftszahlen wieder. Das japanische BIP lag im letzten Quartal 2013 nur 1 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Seit dem Atom-Unfall in Fukushima im Jahr 2011 übersteigen die Importe die Exporte. Denn das Land schaltete damals fast alle Atomkraftwerke ab und war gezwungen, in großen Mengen Öl und Gas zu importieren.

Die massive Abwertung des Yen, die Ende 2012 begann, sollte japanische Waren für Ausländer billiger machen und die Exporte ankurbeln. Doch trotz des extremen Gelddruckens haben die Exporte kaum zugenommen. Im Januar gingen sie sogar erstmals zurück. Die Importe hingegen wurden durch die Abwertung immer teurer.

Um das Handelsdefizit zu verringern, plant die japanische Regierung für April eine Anhebung der nationalen Umsatzsteuer von 5 auf 8 Prozent. Dadurch soll der Konsum ausländischer Waren gebremst werden. Zugleich setzt die Zentralbank des Landes weiterhin auf das extreme Gelddrucken (mehr hier).

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