Hypo-Krise: Österreich holt umstrittenen Mappus-Berater als Retter

Der Ex-Investmentbanker Dirk Notheis soll helfen, die österreichische Hypo Bank abzuwickeln. In Deutschland hat er unter anderem den Aufbau einer Bad Bank für die WestLB begleitet. Gegen den ehemaligen Berater von Mappus wird im EnBW-Verfahren wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt.

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Der über die EnBW-Affäre gestürzte Ex-Investmentbanker Dirk Notheis berät künftig die österreichische Regierung bei der Abwicklung der Krisenbank Hypo Alpe Adria. Der frühere Deutschland-Chef von Morgan Stanley werde Mitglied eines internationalen Expertengremiums, das die Regierung unterstütze, bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums am Freitag in Wien.

Dabei dürfte es insbesondere um kapitalmarktrelevante Fragen gehen, wie etwa die Folgen der Krise für die Emissionstätigkeit von Österreich. Die Regierung hat bereits einige Berater engagiert, die Optionen für die Hypo Alpe Adria ausloten sollen.

Notheis war vor anderthalb Jahren wegen der Affäre um die Verstaatlichung des deutschen Energieversorgers EnBW zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 45-Jährigen wegen Beihilfe zur Untreue (mehr hier). Er weist den Vorwurf zurück. Notheis beriet den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus bei dem Ende 2010 innerhalb weniger Wochen ausgehandelten Rückkauf der EnBW-Anteile vom französischen Energiekonzern EdF. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob der Regierungschef zu viel bezahlt und dem Land damit geschadet hat (hier).

In Österreich hatte Notheis 2007 als Berater eine wichtige Rolle beim Verkauf der Gewerkschaftsbank Bawag an den Finanzinvestor Cerberus gespielt. In Deutschland hat er unter anderem den Aufbau einer Bad Bank für die WestLB begleitet – ein solches Modell ist derzeit auch bei der Hypo Alpe Adria im Gespräch. Im vergangenen Jahr gründete Notheis zusammen mit ehemaligen Top-Managern den Investor Rantum Capital, der sich auf die Finanzierung mittelständischer Firmen spezialisiert hat.

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