Tausende Amerikaner geben Staatsbürgerschaft zurück

Überwachung und immer strengere Kontrolle durch die Finanzbehörden haben dazu geführt, dass die Zahl jener Amerikaner deutlich steigt, die ihre Staatsbürgerschaft zurückgeben. Das ist kein gutes Zeugnis für die Obama-Administration.

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Die Zahl der Amerikaner, die ihren Pass freiwillig abgeben, ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Sie versuchen, sich dem Zugriff durch das US-Finanzamt zu entziehen. Amerikaner müssen unabhängig vom Wohnort eine US-Steuererklärung abgeben. Bei Verstoß drohen hohe Geldstrafen.

Im vergangenen Jahr erlebten die USA einen neuen Rekord bei der Ausbürgerung ihrer Bürger. Etwa 3.000 US-Bürger gaben 2013 freiwillig ihren Pass ab. Das sind zwei Drittel mehr als beim letzten Allzeithoch von 2011.

Aus Daten des US-Finanzministeriums geht hervor, dass allein im letzten Quartal 630 US-Bürger ihre US-Staatsbürgerschaft oder ihre Greencard nach langjährigem Aufenthalt aufgaben. Im gesamten Jahr 2013 lag die Zahl der Ausbürgerungen bei 2.999, wie das Wall Street Journal berichtet.

Der letzte Rekord bei Ausbürgerungen stammte aus dem Jahr 2011, als 1.781 US-Bürger ihre Staatsbürgerschaft abgaben, sagte Andrew Mitchell dem WSJ. Der Steuerrechtsanwalt aus Connecticut analysiert die Daten jedes Jahr.

Mitchell denkt, dass der Anstieg auf die Angst vor dem Staat zurückzuführen ist. Demnach würden einige US-Bürger durch die Abgabe ihrer Staatsbürgerschaft versuchen ihrer Pflicht zur Steuererklärung zu entgehen. Der Druck zur Befolgung der Steuerregeln und die hohen Strafen bei Verstoß gegen das Steuergesetz würden mehr und mehr Amerikaner in die Ausbürgerung treiben.

„Angst scheint vor allem der Hauptgrund für den Anstieg der Ausbürgerungen zu sein“, sagte Andrew Mitchell.

Die USA sind weltweit einzigartig darin, dass sie von allen US-Bürgern und allen Besitzern einer Greencard eine Steuererklärung verlangen, egal in welchem Land diese leben. Amerikaner, die ihre Staatsbürgerschaft abgeben, müssen darüber hinaus eine Wegzugssteuer entrichten.

Seit 2009 führen die US-Behörden einen regelrechten Feldzug gegen Amerikaner, die versuchen die Steuerpflicht zu umgehen. Der Fall der Schweizer Banken UBS und Credit Suisse, die US-Bürgern dabei half ihr Geld vor dem Fiskus zu verstecken, befeuerte diese Entwicklung nochmals (mehr hier).

Ein neues Gesetz, der Foreign Account Tax Compliance Act, tritt in diesem Jahr in den USA in Kraft. Demnach müssen alle ausländischen Finanzinstitutionen ihre Daten zu im Ausland lebenden US-Bürgern und Greendcard-Besitzern offenlegen und an die USA übermitteln.

Der Kommissar der US-Steuerbehörde IRS, John Koskinen, sagte vor dem Kongress aus, dass etwa 48.000 US-Steuerzahler seit 2009 im Ausland aufgespürt wurden und nun Teil eines speziellen Programms für Steuerflüchtige mit Konten im Ausland sind. Sie mussten zusammen rund 6 Milliarden US-Dollar an Steuern, Zinsen und Strafzahlungen an den amerikanischen Fiskus nachzahlen.


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