Börse Istanbul: Mehrere Händler im Zug einer „Säuberung“ gefeuert

Drei leitende Manager der Börse von Istanbul mussten ihre Posten räumen. Sie sollen Verbindungen zum „Parallelstaat“ gehabt haben. Der türkische Finanzminister sagte, die Regierung habe sich verpflichtet, die staatlichen Institutionen zu „säubern“.

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Ali Çöplü und Mustafa Balci, beide stellvertretende Vorsitzende, haben ihre Arbeit niedergelegt. Laut BIST-Vertretern sei dies „ein Teil der Organisation der Neustrukturierung an der Börse“. Ihnen zufolge werde die organisatorische Restrukturierung innerhalb der BIST seit geraumer Zeit durchgeführt. Der Abgang einiger Manager sei Teil dieses Prozesses. Auf der Agenda stehe ebenfalls, dass Geschäftsbereiche zusammengelegt würden. BIST-Forschungsdirektor Orhan Erdem habe Berichten zufolge ebenfalls sein Büro verlassen müssen. Seine Abteilung wurde mit dem Direktorat der Geschäftsentwicklung zusammengelegt.

Ein BIST-Vertreter sagte, Baltacıs’ und Çöplüs Ablösung wäre in der letzten Vorstandssitzung am 2. März entschieden worden. Einige hätten nicht auf ihre Entlassung gewartet und selber gekündigt, berichtet Time Turk.

Auch Finanzminister Mehmet Şimşek äußerte sich zu diesem Austausch. Es sei die Pflicht des Staates, Amtsträger abzusetzen, denen Verbindungen zum „Parallelstaat“ nachgewiesen wurden.

„Wenn wir Verbindungen zwischen hochrangigen Beamten und dem Parallelstaat aufspüren, sollten wir sie von ihrer Position entfernen“, zitiert die Hürriyet Daily News Şimşek. Seit den 1970er Jahren habe diese Gemeinschaft junge Studenten eingebunden. Diese seien dann in hohe Posten aufgestiegen. Jeder wisse das, so Şimşek weiter. Jedoch widerlegte er die Auffassung, jede Änderung habe mit der Korruptionsermittlung zu tun. Die Regierung habe sich verpflichtet, die Gülen-Bewegung aus staatlichen Institutionen zu „säubern“. Die Operation habe sich auf Schlüsselinstitutionen der Finanzen unter Leitung des Finanzministeriums ausgeweitet.

Diese Säuberungen folgen einer Reihe, die die Regierung seit einiger Zeit vollzieht. Letztes Beispiel der Umstrukturierung auf höchster Ebene stellt die Behörde für Ermittlungen zur Finanzkriminalität (MASAK) dar. Die Führung wurde vom Dienst suspendiert. Zwei weitere Generaldirektoren des Finanzministeriums wurden ebenfalls ihren Ämtern enthoben. Weitere Absetzungen wurden bei der Staatlichen Bankenregulierung und den Behörden des Kapitalmarktes ausgeführt.

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