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Bestseller Autoren Weik & Friedrich: Wie schütze ich mein Vermögen?

Matthias Weik und Marc Friedrich haben mit dem Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ mit 120.000 verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher der vergangenen Jahre geschrieben. Nun legen sie mit „Der Crash ist die Lösung“ nach - und geben sehr praktische Überlegungen, wie man sich gegen die finanzielle Repression schützen kann.

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Die Bestsellerautoren Matthias Weik und Marc Friedrich (Der größte Raubzug der Geschichte) entlarven in ihrem neuen Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ abermals die Finanzindustrie und zeigen Möglichkeiten zur persönlichen Vermögenssicherung sowie alternative Wirtschaftssysteme auf. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten veröffentlichen im Folgenden einige Auszüge aus Kapitel 7 des neuen Buches.

Die Frage, die uns am häufigsten von Zuhörern, Lesern und Kunden gestellt wird, lautet: Wie schütze ich mein Vermögen? Diese Frage ist absolut verständlich und in unsicheren Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Viele Menschen, ob mit großem oder kleinem Geldbeutel, sind verunsichert und haben berechtigterweise Angst um ihr Geld. Diese Unsicherheit ist während der Krisen der letzten Jahre kontinuierlich gewachsen. Auf der anderen Seite ist das Vertrauen in die Politik und die Finanzbranche weitgehend erodiert: unzählige Krisengipfel, unkoordinierte Aktionen der Politik und der Zentralbanken, Vorgänge wie beispielweise die Zwangsenteignung von Sparern in Zypern, dazu immer größere Euro- und Bankenrettungspakete, Dehnung der EU-Verträge bis zum Anschlag, eine wachsende Unsicherheit, wer denn nun tatsächlich am Ende für wessen Schulden oder Verluste geradestehen muss, immer wieder neu aufflammende Krisenherde, die mit immer neuen exorbitanten Geldpaketen in die Zukunft verschoben werden, schließlich zahllose Manipulationsskandale in der Finanzbranche – all das lässt die Menschen mehr und mehr um ihre Ersparnisse bangen. Wir sind der Meinung, dass es niemals zuvor so wichtig war wie heute, seine Investments, sein Vermögen und die Altersvorsorge auf Nachhaltigkeit und Stabilität auch für extreme Situationen zu überprüfen. Denn der finale Kollaps wird kommen! […]

Wer die Meinung vertritt, dass unser Finanzsystem und der Euro weiterhin bestehen bleiben, bis beispielsweise die Rente oder eine Kapitallebensversicherung fällig werden, der muss nichts verändern und kann alles beim Alten lassen. Sollte man aber aufgrund der hier aufgezeigten Faktenlage doch Zweifel haben, dann sollte man umgehend aktiv werden. Wir möchten niemanden überreden. Wir möchten Sie objektiv – mit Daten und Fakten – überzeugen. Jeder hat es selber in der Hand, etwas zu ändern. Der für uns wichtigste Rat vorab:

1. Keine Schulden machen! Nur wer keine Schulden hat, ist wirklich frei. Mit Schulden ist man der Bank, dem Gläubiger etc. verpflichtet, und im Notfall hat die Bank das Recht, auf das eigene Hab und Gut zuzugreifen, wenn man seiner Schuld nicht mehr nachkommen kann. Dann sagt sie: „Sie haben bei uns Schulden! Selber schuld!“. […] In Krisenzeiten werden diejenigen, die ihr Leben mit Krediten finanziert und sich Dinge gekauft haben, die sie sich bei Lichte besehen nicht leisten können, massive Probleme bekommen. Wer auf zu großem Fuß gelebt hat, der wird knallhart auf dem Boden der Tatsachen landen. Dass ein Leben auf Pump langfristig nicht funktio niert, haben viele Menschen in Irland, Spanien oder den USA, aber auch 2009 in Deutschland erlebt. Viele, die ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, weil sie auf Kurzarbeit gesetzt oder sogar arbeitslos wurden, haben ihre Immobilie, die als Altersvorsorge gedacht war, verloren. Banken lassen sich Kredite nur zu gerne dinglich absichern. Entweder schwatzt man Ihnen zum Kredit eine teure Versicherung auf, vorzugsweise aus dem eigenen Finanzkonzern. Oder man lässt Sie ihre Immobilie verpfänden. TUN. SIE. DAS. NIE! Denn so schnell, wie die Bank mit einer Zwangsvollstreckung bei der Hand ist, können Sie nicht mal Ihre Tasche packen. […]

2. Wertewandel – vom Schein zum Sein! Wir erleben gegenwärtig das Ende des Zeitalters der Papierwerte und eine Renaissance der Sachwerte. Unsere Empfehlung lautet daher ganz klar: Schichten Sie um, weg von Papierwerten, hin zu Sachwerten! Investments in Anlagenformen, die die letzten 50 bis 60 Jahre durchaus sinnvoll und teilweise sehr rentabel waren, zum Beispiel Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen, Anleihen und Rentenfonds, Aktien und Aktienfonds, Geldmarktfonds, Zertifikate, manchmal sogar geschlossene Fonds, sind es heutzutage nicht mehr. Auch auf die Gefahr, uns zu wiederholen: Die Zeit der Rendite ist vorbei! Egal in welcher Anlageform, sie hing und hängt am exponentiellen Wachstum der Wirtschaft, und sie hängt seit ungefähr dreißig Jahren vor allem an einer exponentiellen Aufblähung des Kreditgeldsystems. Am System von Zins und Zinseszins. […]

Zu Zeiten der Großen Depression in den USA beruhte das amerikanische Währungssystem noch auf dem Goldstandard. Ein Drittel der Währung war durch Barren oder Münzen mit einem fest definierten Anteil an Feingold gedeckt – und dadurch geschützt. Trotz allem verloren die Aktienmärkte zirka 90 Prozent an Wert. Heute haben wir keinen Goldstandard mehr. Unser Geld ist allein noch durch Vertrauen gedeckt. Ein jeder kann sich selber ausmalen, wie groß der Verlust dieses Mal sein wird, wenn es zum Kollaps kommt. Durch den Staatsbankrott in Argentinien 2001 haben die Menschen ungefähr 70 Prozent von dem verloren, was sie besaßen. In Deutschland lagen die Verluste nach der Währungsreform von 1948 zwischen 81 und 93,5 Prozent.

Der Wertverlust bei Finanzprodukten nach der Währungsreform 1948. (Quelle: „Der Crash ist die Lösung“)

Der Wertverlust bei Finanzprodukten nach der Währungsreform 1948. (Quelle: „Der Crash ist die Lösung“)

Die Zahlen sprechen für sich und zeigen ein weiteres Mal, dass man mit Papierwerten schlechter fährt als mit Sachwerten. Mit Gold konnte man sein Vermögen effektiv schützen. Immobilien, Wiesen, Ackerland und Wald haben zwar ebenfalls an Wert verloren, aber sie wurden bei Weitem nicht so massiv entwertet wie Papierwerte. […]

Vermögenssicherung durch Sachwerte

Wir werden im Folgenden untersuchen, was alles im strengen Sinne des Wortes als wertbeständiger Sachwert gelten darf. Das umfasst eine weit größere Palette an Gütern, als Sie jetzt gerade womöglich denken. Auf der anderen Seite werden wir ihre SachwertVorstellungen dafür auch ziemlich zerlegen. Grundsätzlich aber gilt: Mit einem Sachwert ist man relativ unabhängig. Sachwerte haben einen unmittelbaren, direkten, für jedermann sofort erkennbaren Nutzen. Sachwerte können zwar im Wert schwanken, aber sie können nicht völlig wertlos werden, es sei denn, sie werden phy­ sisch zerstört. Ihre relativ hohe Wertbeständigkeit wurde in den letzten Jahrhunderten immer wieder bewiesen. Man muss sich nur Familien anschauen, die es über sehr viele Generationen geschafft haben, ihren Reichtum zu bewahren. In was haben diese Familien vorwiegend investiert? Vor allem in Sachwerte! Finanzielle Rück- lagen in Form von Sachwerten stärken die Unabhängigkeit, man bleibt handlungsfähig, und man kann sich teilweise vor politischen Eingriffen und vor Inflation schützen. Der Schwabe sagt nicht um- sonst: „Sach bleibt Sach!“.

Immobilien

Für uns ist eine Immobilie kein Investment! Nur sehr wenigen gelingt es, langfristig Rendite zu erwirtschaften. Außerdem sind fundierte Kenntnisse sowohl kaufmännischer, technischer alsauch rechtlicher Art notwendig. Meistens sind Immobilien mit viel Aufwand, Stress und immer wieder auch Ärger verbunden. Ferner wurden Immobilienbesitzer in der Vergangenheit in Deutschland, wie erwähnt, schon zweimal vom Staat zur Kasse gebeten – und das kann auch ein drittes Mal passieren. Bei den aktuell inflationär gestiegenen Preisen, vor allem in den Ballungszentren wie Hamburg, München, Frankfurt, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Wien, Salzburg, Zürich oder Basel, in denen sich Normalverdiener schon lange kein adäquates Eigenheim mehr leisten können, drängt sich der Erwerb einer Immobilie nicht mehr auf. Im Gegenteil: Es sollte eher ein Verkauf in Betracht gezogen werden. Alte Immobilienfüchse sagen nicht zu Unrecht: „So viel Geld bekommt man nie wieder.“ Eventuell könnten die Preise noch weiter steigen. Aber nur realisierte Gewinne sind wirkliche Gewinne! Wann immer es um Vermögenssicherung – und das heißt vor allem: Risikominimierung! – geht, lautet das Zauberwort „Diversifikation“. Einzig beim Thema Immobilien wird dieser Rat von den meisten Menschen über Bord geworfen. Niemals sollte man mehr als 30 Prozent seines Gesamtvermögens in eine Anlageklasse investieren. Doch leider investieren die meisten Bürger 50, 80 oder 100 Prozent in ihr Eigenheim. Mehr noch: Viele verschulden sich dafür, teil- weise bis zum Sankt Nimmerleinstag. Sie investieren also 150 Prozent und mehr ihres Vermögens bzw. eines erhofften zukünftigen Einkommens in Immobilien. Das ist so, als würden Sie beim Pokern sämtliche Chips auf ein Pärchen mit Kreuz-Zwei setzen. Millionen von Immobilien in Deutschland sind kreditfinanziert, viele davon Spitz auf Knopf. Da darf nichts schiefgehen. Wenn es zu einer Rezession kommt oder die Zinsen stark ansteigen, stehen etliche Immobilienbesitzer vor existenziellen Problemen. Ein jeder kann sich ausmalen, in welche Richtung sich die Immobilienpreise entwickeln, wenn Tausende oder gar Hunderttausende Immobilien auf den Markt geworfen werden, aber die Nachfrage aufgrund von wirtschaftlicher Schwäche und Arbeitslosigkeit parallel sinkt.

Gold und Silber

In unsicheren Zeiten wie diesen ist der physische Besitz der beiden klassischen „Geldmetalle“ Gold und Silber essentiell als Lebensversicherung für Ihr Vermögen gegen Krisen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwerfungen sowie Inflation. Damit verfügt man über zwei altbewährte und global akzeptierte Sachwerte zur Vermögenssicherung. Zusätzlich kann man sich mit Silber vor einem möglichen Goldverbot, welches in der Vergangenheit zum Beispiel in den USA, Russland und China praktiziert wurde, schützen. Aufgrund des niedrigeren Kaufpreises von Silbermünzen ist Silber im Notfall zudem besser als Gold zur Deckung des täglichen Bedarfs an Lebensmitteln und Gebrauchsgütern geeignet.

Wald, Acker und Wiesen

Nicht nur Millionäre und Adelige können sich Land leisten. Eine Streuobstwiese oder ein kleines Waldstück ist schon für wenig Geld zu haben. Der Vorteil von einem Investment in Land liegt klar auf der Hand: Man besitzt einen Sachwert, der auch noch Nutzen stiftet. Hier wachsen als Sachwertrendite Holz oder Lebensmittel heran. Allein, weil täglich fruchtbare Böden verschwinden und die Bodenversiegelung in Deutschland immer noch zunimmt, kann ein Investment in Land, sei es Wald, Wiese oder Ackerland, langfristig gesehen sinnvoll sein. Wenn die Spritpreise in Zukunft deutlich anziehen, werden wir es uns vielleicht nicht mehr leisten können, unsere Nahrungsmittel aus der ganzen Welt einfliegen oder herbeischiffen zu lassen. Ferner wird in vielen Ländern, welche uns mit Lebensmitteln versorgen, ein unvorstellbarer Raubbau an der Natur betrieben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in diesen Ländern das letzte Grundwasser abgepumpt und das Agrarland mit Pestiziden verseucht ist. Daher ist es unbedingt überlegenswert, in Deutschland in Grund und Boden zu investieren. […] Wenn Sie also landwirtschaftliche Flächen erwerben: Werden Sie ein fairer Verpächter. Fördern Sie besser kleine oder mittlere Landwirte. Denken Sie ruhig auch über Möglichkeiten einer ökologischen Bewirtschaftung nach. Spucken Sie den Großinvestoren mit ihren industriellen Monokulturen in die Suppe!

Direkte Beteiligungen und Naturalanlagen – P2P

Was wir schon bei Bürgerwindparks & Co. gesagt haben, gilt allgemein: Wir sind große Anhänger von direkten Beteiligungen auf Basis des Regionalitätsprinzips. Global denken, lokal anlegen! Warum sollten Anleger ihr Geld weltweit in ethisch wie ökonomisch fragwürdige Papierwerte stecken, wenn sie ihr Geld ebenso gut dort wirken lassen könnten, wo sie leben und arbeiten. Damit stärken sie die heimische Wirtschaft und schaffen Arbeitsplätze in der direkten Umgebung. Es gibt etliche gute und lokale Firmen, die Geld benötigen. Mit einer direkten Beteiligung werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Bank bleibt außen vor, das Unternehmen bekommt zinsgünstiger ein Darlehen, der Anleger eine Verzinsung über der Inflation – oder Naturalien bzw. einen anderen Sachwert als Gegenleistung. Idealerweise lässt sich der Kreditgeber seine Ansprüche per Vertrag durch Sachwerte absichern. […] Die Palette möglicher Investments ist breit: Sie können in einen Bauernhof, eine Imkerei oder einen Weinberg investieren. Auch Handwerksbetriebe wie beispielsweise Sägewerke, Mühlen, Schreinereien, Bäckereien, Installateurbetriebe, Käsereien, Mostbetriebe oder Schnapsbrennereien können gute Erträge bringen. Schauen Sie sich nur mal in Deutschlands Szenevierteln um: Die „Manufaktur“ ist absolut in! […] Eine weitere Alternative, um selbst zur fairen Mini-Bank zu werden: Beim sogenannten „peer to peer (P2P) lending“ werden Kredite direkt von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben – ohne dass eine Bank involviert ist. Hier gilt das Gleiche wie bei den oben genannten Geschäften: Kreditnehmer wie Kreditgeber haben einen Zinsvorteil. Auch hier ist Vertrauen gut, ein kurzer schriftlicher Vertrag aber besser.

Virtuelles Geld – Bitcoin und andere Kryptowährungen

Der enorme Anstieg der virtuellen Währung Bitcoin im Winter 2013 hat uns immer mehr Anfragen zu dem Thema beschert. Wir raten zur absoluten Vorsicht und sehen in den digitalen Währungen alles andere als stabile Standbeine zur Vermögenssicherung. […] Die virtuellen Parallelwährungen sind eine extrem heiße Wette mit enorm hektischen Kursausschlägen. So interessant die Idee eines „crowd money“ sein mag – ein wertsicheres Investment sind sie auf keinen Fall. Es gab zudem schon mehrere digitale Raubüberfälle, bei denen die Besitzer von Bitcoins und anderen digitalen Währungen „virtuell“ bestohlen worden sind – nur dass leider am Ende doch „echtes“ Geld weg ist. Zudem hat ein „Bug“ den Bitcoin-Kurs im Februar 2014 innerhalb weniger Tage um mehr als 50 Prozent abstürzen lassen. Daraufhin war eine Auszahlung auf einigen Börsenplattformen für virtuelle Währungen tagelang nicht möglich. […] Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr eines Verbots, da Bitcoin & Co. einigen Staaten und Notenbanken verständlicherweise ein Dorn im Auge sind. Vielleicht setzt sich eine digitale Währung durch, vielleicht aber auch nicht. Die Nachteile überwiegen ganz klar! Digitale Währungen sind äußerst spekulativ. Sie könnten also auch Lotto spielen oder ins Casino gehen.

Sammlungen

Sammeln ist ein Hobby, manchmal eine Leidenschaft, der bis zum eigenen Ruin gefolgt wird. Eine werthaltige Vermögenssicherung ist eine Sammlung jedoch so gut wie nie. Denn in einer Krise wird nicht der Liebhaberwert der Objekte bezahlt, sondern immer nur der tatsächliche Materialwert. Zudem braucht es neben der nötigen fachlichen Expertise auch das Quäntchen Glück, dass ausgerechnet Künstler A oder die Uhr R im Trend liegt und massive Wertsteigerungen verzeichnen kann. Auch das ist Lotto. Es ist daher unter dem Aspekt der Vermögenssicherung unter anderem abzuraten von:

• Kunst (Gemälde, Skulpturen, „Objekte“, Installationen etc.)
• Oldtimern/Youngtimern
• Uhren
• Porzellan aller Art
• Briefmarken und Sammlermünzen

Es gibt sicher tausend gute Gründe, eine Sammlung zu behalten, etwa Liebe zur Sache, familiäre Tradition oder emotionale Bindungen. Wenn wir aber über Vermögenssicherung sprechen, dann muss unser Rat derzeit eher lauten: verkaufen! Denn das wäre angesichts der teils völlig übertriebenen Preisentwicklungen auf vielen Sammlermärkten derzeit das perfekte antizyklische Verhalten.

Das neue Buch der „Raubzug“-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Das neue Buch der „Raubzug“-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Matthias Weik und Marc Friedrich sind Ökonomen, Querdenker, Finanzexperten, Redner und Bestsellerautoren. Ihr erstes Buch „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, das im Mai 2012 erschienen ist, steht seit über 20 Monaten auf der Bestsellerliste. Was Weik und Friedrich über die komplexen Probleme in der Finanzwelt schreiben, ist pointiert, faktenbasiert und erstaunlich unterhaltsam. Im April 2014 erschien „Der größte Raubzug der Geschichte“ bei Bastei Lübbe als Taschenbuch.  

Das neue Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ erscheint am 16. Mai beim Eichborn Verlag und kann hier erworben werden.

 

 

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Ermittler: Amoklauf von München war kein Terror-Akt
Ermittler: Amoklauf von München war kein Terror-Akt
Die Münchner Staatsanwaltschaft teilt mit, dass der Amoklauf von München weder islamistische noch politische Hintergründe gehabt habe. Der Täter habe sich offenbar in psychiatrischer Behandlung befunden.
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Bayerns Ministerpräsident Horts Seehofer bei der Sondersitzung der bayrischen Landesregierung am Samstag. (Foto: dpa)

Bayerns Ministerpräsident Horts Seehofer bei der Sondersitzung der bayrischen Landesregierung am Samstag. (Foto: dpa)

Der Attentäter von München hatte Ermittlern zufolge keinen Kontakt zu islamistischen Extremisten. „Wir gehen hier davon aus, dass es sich um einen klassischen Amoktäter ohne jegliche politische Motivation handelt“, sagte der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft, Thomas Steinkraus-Koch, am Samstag in der Landeshauptstadt. Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des 18-jährigen Deutsch-Iraners ergeben. Es sei dort viel Material über Amokläufe gefunden worden, aber keine Bezüge zu Islamisten. Zudem habe sich der Täter offenbar in ärztlicher oder psychiatrischer Behandlung in Zusammenhang mit einer Depression befunden. Dies passe auch in das Bild eines Amoklaufes. Die Bundesanwaltschaft, die bei Staatsschutz-Delikten ermittelt, habe daher die Übernahme des Falles abgelehnt.

Der 18-jährige Schüler hatte am Freitagabend in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums und eines Fast-Food-Restaurants neun Menschen und sich selbst getötet. Die Sicherheitsbehörden gehen laut Reuters nun auch Hinweisen nach, wonach der Täter über Facebook mit einer Einladung Menschen in das Restaurant gelockt haben soll.

Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Ermittler vor allem um Jugendliche. Demnach waren acht Opfer zwischen 14 und 20 Jahre alt. Zudem sei eine Person im Alter von 45 Jahren ums Leben gekommen.

Den Ermittlungen zufolge besaß der Täter die Tatwaffe wohl illegal. Zudem habe er 300 Schuss mit sich geführt, geben Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz bekannt. Demnach befand sich der 18-Jährige offenbar in psychiatrischer Behandlung.

Nach Angaben der kosovarischen Regierung sind unter den Münchner Todesopfern drei Bürger des Landes. Das erklärt das Außenministerium des Balkanstaates unter Berufung auf die deutschen Behörden.

München unter Schock: Tote und Verletzte nach Anschlag in Einkaufszentrum
München unter Schock: Tote und Verletzte nach Anschlag in Einkaufszentrum
Ein Attentäter hat am Freitag in München mindestens neun Menschen erschossen. Der Attentäter soll allein gehandelt und sich auf der Flucht selbst getötet haben. Der Täter war nach Angaben der Polizei ein 18-jähriger Deutsch-Iraner.
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Polizisten vor dem Einkaufszentrum in München, an dem sich der Anschlag ereignete. (Foto: dpa)

Polizisten vor dem Einkaufszentrum in München, an dem sich der Anschlag ereignete. (Foto: dpa)

Mindestens neun Menschen sind in der bayerischen Landeshauptstadt erschossen worden, 21 weitere wurden verletzt. Damit steigt die Zahl der Toten auf zehn. Darunter ist auch die Leiche des möglichen Täters, sagt ein Polizeisprecher. Die Münchner Polizei teilte in der Nacht mit, dass sich bei dem Täter um einen 18-jährigen Deutsch-Iraner gehandelt haben soll. Der Mann soll bereits längere Zeit in München gelebt haben. Der Mann war bisher polizeilich nicht bekannt. Über die Motive konnte die Polizei noch nichts sagen, auch nicht zu der Frage, ob der Mann Verbindungen zu islamistischen Milieus gehabt haben könnte.

Es soll keine Mittäter gegeben haben. Zwei Personen seien ausgeforscht worden, die sich in einem Auto mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort entfernt hatten. Sie waren als Tatverdächtige eingestuft worden, hatten jedoch nach Aussage der Polizei nichts mit der Tat zu tun.

Kurz vor 2.00 Uhr sagte Polizeisprecher Thomas Baumann: „Wie es jetzt aussieht, ist es tatsächlich nur einer gewesen. Über seine Identität kann ich noch nichts sagen. Die Warnung, nicht aus dem Haus zu gehen, ist eigentlich aufgehoben.“

Nach den Schüssen war in Teilen der Stadt München Panik ausgebrochen. Die Polizei warnte vor einer «akuten Terrorlage», die Landeshauptstadt rief den «Sonderfall» wegen einer «Amoklage» aus. Die Polizei forderte die Anti-Terror-Einheit GSG 9 des Bundes und Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern an. Es gebe aber noch keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund, hieß es.

Nach dem Fund eines neunten Toten etwa einen Kilometer vom Einkaufszentrum entfernt prüfen die Ermittler, ob es sich um einen Täter handelt. Der Mann sei gewaltsam gestorben. Die Münchner Polizei untersucht seine Leiche, weil der Mann einen Rucksack dabeihatte. Dieser werde auch von Sprengstoffexperten geprüft, teilte die Polizei mit.

Der öffentliche Nahverkehr – U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen – wurde komplett eingestellt, auch der Zugverkehr stand still. Der Münchner Hauptbahnhof wurde evakuiert, Ärzte und Schwestern wurden in die Krankenhäuser gerufen. Restaurants in der Innenstadt schlossen aus Sicherheitsgründen. Erst gegen 2.00 Uhr nahm der Nahverkehr den Betrieb wieder auf.

Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich bestürzt: «Der mörderische Angriff in München entsetzt mich zutiefst.» In Gedanken sei er bei allen Opfern und bei allen, die um einen geliebten Menschen trauerten oder fürchteten. Er fühle sich «allen verbunden, die im Einsatz sind, um Menschen zu schützen und Leben zu retten». Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagte im ZDF: «Wir dürfen nicht zulassen, dass die Terroristen ihr Ziel erreichen, nämlich unsere Gesellschaft zu verunsichern.»

Laut Altmaier gab es gesicherte Hinweise zunächst nur auf einen Täter. Unklar war anfangs, ob es in der Innenstadt eine weitere Attacke gab. Auch dort gab es einen Großeinsatz schwer bewaffneter Polizisten, nachdem Menschen schreiend und in Panik geflohen waren. Ein Polizeisprecher sagte später, zahlreiche Hinweise per Notruf über Schusswechsel an anderen Stellen der Stadt hätten sich nicht bestätigt.

«Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden. Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit», schrieb die Polizei rund zwei Stunden nach Beginn der Schießerei auf Twitter. dpa-Reporter berichteten von Panik in Teilen der Stadt. Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs seien die Menschen über die Gleise geflohen.

Die Landeshauptstadt forderte die Bürger per Smartphone-Warnsystem Katwarn auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ordnete nach dem Attentat für Samstag Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden an. Für diesen Samstag (11.00) berief der Regierungschef eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. In Berlin sollte das Bundessicherheitskabinett am Samstag tagen. Ihm gehört auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU) an – er soll bereits zum zweiten Mal in dieser Woche seinen Urlaub unterbrochen haben und auf dem Rückflug aus den USA sein, hieß es in Berlin. Schon nach dem Axt-Angriff von Würzburg war er zurückgekehrt.

Am Samstag will sich der Innenminister in München ein Bild von der Lage machen, wie sein Ministerium mitteilte. «Es ist schrecklich und gänzlich unfassbar, was in München passiert ist‎», sagte de Maiziere.

Die Schüsse fielen laut Polizei bei einem Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum um 17.52 Uhr. Anschließend rasten von überall in der Stadt Polizei- und Rettungskräfte zu dem Einkaufszentrum. Die Gegend war weiträumig abgeriegelt. Über der ganzen Stadt kreisten Hubschrauber. Die Polizei rief Autofahrer auf, die Autobahnen in Richtung München für Einsatzfahrzeuge freizumachen.

Das Olympia-Einkaufszentrum liegt mitten in einem Wohngebiet, zwei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt. Mit 135 Geschäften ist es eine der größten Shopping-Meilen in München.

Erst am Montagabend hatte ein 17-jähriger Flüchtling mit einer Axt und einem Messer vier Touristen aus Hongkong in einem Regionalzug bei Würzburg schwer verletzt. Einsatzkräfte erschossen den Mann.

Anschlag in München – das Protokoll der Ereignisse: 

17.52 Uhr: Der Alarm vom Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Norden der Stadt geht bei der Polizei ein. Die ersten Schüsse fallen bei einem Schnellrestaurant. Von diesem Zeitpunkt an sind überall in München Polizeisirenen zu hören.

18.33 Uhr: Die Polizei bestätigt: Im OEZ hat es eine Schießerei gegeben. Ob Menschen verletzt oder getötet wurden, ist zunächst unklar. «Es ist wohl etwas Größeres», sagt eine Sprecherin.

18.35 Uhr: Die Polizei twittert: «Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum.» Personen rund um das OEZ senden über den Internetdienst Periscope Live-Videos vom Polizeieinsatz.

18.43 Uhr: Es wird klar, dass es Verletzte und möglicherweise auch Tote gegeben hat.

19.05 Uhr: Die Warnung der Polizei an die Bevölkerung geht über Twitter raus: «+++ACHTUNG+++ Meiden Sie die Umgebung um das #OEZ – Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!+++»

19.13 Uhr: Die Polizei hält die Menschen per Twitter auf dem Laufenden. «Lage am #OEZ mit #Schießerei ist aktuell noch unübersichtlich. Es gab mehrere Verletzte.»

19.17 Uhr: Die Polizei muss die Warnung ausweiten – vom OEZ auf alle öffentlichen Plätze. «Meiden Sie öffentliche Plätze in #München. Die Lage ist noch unübersichtlich.»

19.20 Uhr: Die Polizei weiß nicht, ob sie es mit einem Täter oder mehreren zu tun hat.

gegen 19.30 Uhr: Ein Internetvideo taucht auf. Es zeigt einen Menschen, der aus einem Fast-Food-Restaurant offensichtlich in München kommt und mit einer Handfeuerwaffe wahllos auf Menschen schießt. Die Quelle dieses Videos, das auf Twitter veröffentlicht wurde, ist zunächst unklar.

19.33 Uhr: Nun gibt es auch in der Innenstadt einen Großeinsatz der Polizei. Zahlreiche Menschen laufen aus der Fußgängerzone zum Karlsplatz (Stachus). Leute schreien und brechen in Tränen aus. Zahlreiche schwer bewaffnete Polizisten sind vor Ort. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist auf dem Weg in die Landeshauptstadt.

19.37 Uhr: Die Polizei appelliert an Internetnutzer: «Bitte keine Fotos/Filme von polizeilichen Maßnahmen online stellen. Unterstützt nicht die Täter!»

19.41 Uhr: Die Sicherheitskräfte lassen Menschen in der Innenstadt nicht mehr zum Marienplatz und Odeonsplatz. Am Stachus laufen allerdings viele Passanten herum. Gerüchte machen sich breit über angebliche weitere Schießereien. Die Polizei reagiert auf Twitter: «Gerüchte um eine #Schießerei in der City bekannt. Die Lage ist noch unklar! Bitte meidet öffentliche Plätze sowie U/SBahn» – Dann stellt die Polizei klar, dass es am Stachus in der Innenstadt einen Fehlalarm gegeben hat.

19.42 Uhr: Der U-Bahn-Verkehr in der Innenstadt ist eingestellt.

19.47 Uhr: «Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden.Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit» – In den Minuten danach informiert die Polizei auch auf Englisch.

20.01 Uhr: Es fahren keine Trambahnen, U-Bahnen und Busse mehr. Der Nahverkehr ist auf Anweisung der Polizei eingestellt worden.

20.10 Uhr: Der Hauptbahnhof wird evakuiert – wegen eines Polizeieinsatzes, teilt die Deutsche Bahn mit. Auch der Zugverkehr ist jetzt eingestellt.

20.11 Uhr: Die Münchner Polizei geht davon aus, dass es am Olympia-Einkaufszentrum drei Attentäter gegeben habe. «Zeugen melden drei verschiedene Personen mit Schusswaffen», schreibt die Polizei auf Facebook. Trotz hohen Fahndungsdrucks hätten noch keine Täter festgenommen werden können. Über die Anzahl von Opfern lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

20.13 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) haben ein Krisentreffen in der Staatskanzlei in München angesetzt.

20.16 Uhr: Die Stadt München ruft den «Sonderfall» wegen einer «Amoklage» aus. Die Bürger werden über das Smartphone-Warnsystem Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

20.18 Uhr: Die Polizei versucht zu beruhigen: «Starke Polizeikräfte in der gesamten City. Wir fahnden mit Hochdruck nach den Tätern. Meidet die Öffentlichkeit!» – Die Polizei sendet ihre Infos jetzt auch auf Französisch.

20.24 Uhr: Unruhe und teilweise Panik herrscht in der Stadt. Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs flüchten Menschen über Bahngleise, wie Augenzeugen berichten.

20.26 Uhr: Ärzte und Schwestern sind zu Münchner Krankenhäusern gerufen worden – zur Vorsorge. «Es wurde der Alarm Massenanfall Verletzte ausgelöst», sagt der Sprecher des Universitäts-Klinikums Großhadern. Ob und wie viele Verletzte schon eingeliefert wurden, kann er zunächst nicht sagen.

20.34 Uhr: Sicherheitskreise schließen dpa-Informationen zufolge einen Terroranschlag nicht aus. Es gehe tendenziell in Richtung Terrorverdacht, erfährt die Deutsche Presse-Agentur.

20.35 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eilt in die Einsatzzentrale der Münchner Polizei. Der von der Stadt ausgerufene «Sonderfall» bedeute, dass jetzt alle Dienste der Stadt zusammenarbeiteten, sagt er.

20.42 Uhr: Die Polizei spricht von einer «akuten Terrorlage» in München.

20.44 Uhr: Drei Täter mit «Langwaffen» sind nach Polizeiangaben auf der Flucht.

20.55 Uhr: Feuerwehr und Rettungskräfte in München sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. «Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz», sagt ein Sprecher der Münchner Feuerwehr.

21.05 Uhr: Tschechien verstärkt die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland. Auch in vielen Einkaufszentren in Tschechien wird die Polizeipräsenz erhöht.

21.12 Uhr: Die Münchner Polizei hat noch keine Täter festgenommen. «Die Fahndung nach ihnen läuft mit Hochdruck», heißt es.

21.16 Uhr: US-Präsident Barack Obama sagt Deutschland seine Unterstützung zu. «Deutschland ist einer unserer engsten Verbündeten. Wir werden ihnen jegliche Unterstützung zusagen, die sie in diesen Umständen brauchen können», sagt Obama in Washington.

21.21 Uhr: Die erste Opferzahl: Mindestens fünf Menschen sind getötet worden, gibt ein Polizeisprecher bekannt.

21.23 Uhr: Die Polizei twittert: unbekannte Zahl von Verletzten und sechs Tote.

21.32 Uhr: Nach den Tätern wird im gesamten Stadtgebiet und im Umland gefahndet. Gerüchte über den angeblichen Tod eines Täters kann ein Sprecher der Polizei zunächst nicht bestätigen.

21.33 Uhr: Die Bundesregierung stellt sich auf eine Krisenlage wegen der tödlichen Attacken in München ein. Im Kanzleramt kommen Mitarbeiter zusammen, um die Geschehnisse in München zu verfolgen und Kontakt mit allen zuständigen Stellen zu halten.

21.36 Uhr: Der britische Außenminister Boris Johnson äußert sich «zutiefst schockiert» und «traurig» über die tödlichen Schüsse in München. «Meine Gedanken sind bei den Opfern, deren Liebsten und ganz Deutschland zu dieser Zeit», schreibt Johnson auf Twitter.

21.39 Uhr: Die Polizei ruft auf Twitter zu Mäßigung auf: Man solle sich mit Spekulationen zurückhalten. «Damit würdet Ihr uns sehr unterstützen.»

21.45 Uhr: Es halten sich keine Kunden in dem Münchner Einkaufszentrum mehr auf, teilt die Polizei mit.

21.46 Uhr: Die Polizei hat bislang keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund. «Dafür ist es viel zu früh», sagt ein Sprecher. Die Polizei spricht von einer «akuten Terrorlage». Sie veröffentlicht die Telefonnummer der zentralen Auskunfts- und Vermisstenstelle für Angehörige: 0800 7766350.

22.07 Uhr: Nach dem Attentat sind Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) in der Einsatzzentrale bei der Polizei eingetroffen.

22.12 Uhr: Die Polizei hat Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern angefordert, darunter die GSG9 der Bundespolizei.

22.27 Uhr: Die Polizei meldet: «Die Zahl der Toten steigt auf 8.»

23.07.2016

02.00 Uhr: Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Auswertung von Foto- und Video-Aufnahmen vom Ereignisort bzw. aus der weiträumigen Umgebung des Olympiaeinkaufzentrums. Die Dateien können per Uploader zur Verfügung gestellt werden.

02.10 Uhr: Die Polizei setzt die Zahl der Opfer auf 9. Weiterhin gibt es 16 Verletzte.

 

Britischer Terror-Experte: „Islamistischer Todeskult hat Deutschland auf der Agenda“
Britischer Terror-Experte: „Islamistischer Todeskult hat Deutschland auf der Agenda“
Deutschland muss nach Ansicht eines britischen Sicherheitsexperten künftig mit Terror-Angriffen auf weiche Ziele rechnen. Es sei fast unmöglich, sich zu schützen. Die Briten wollen ihre Grenzen dichthalten, um die Gefahr zu minimieren.
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Eine Passantin am Stachus mit Polizisten. (Foto: dpa)

Eine Passantin am Stachus mit Polizisten. (Foto: dpa)

Raffaello Pantucci, Direktor am britischen Royal United Services Institute, sagte der britischen Zeitung Express, dass der „islamistische Todeskult“ Deutschland auf „seiner Agenda“ habe. „Es ist ein Land, an dem Daesh oder ISIS sein Angriffs-Interesse zum Ausdruck gebracht hat. Sie sehen es als ein Land, das in der Allianz gegen sie kämpft. Es ist ein Land mit sehr viel Aufmerksamkeit bezüglich der Einwanderung und es ist eine europäische Macht. Wir haben eine Reihe von Angriffen und Schrecken in Deutschland gesehen. So macht es Sinn, dass Deutschland ein Zielland ist, doch im Moment kennen wir nicht die genauen Umstände. Wir wissen, dass Terrororganisationen auf weiche Ziele abzielen. Sie können sich auf Flughafen-Stil-Sicherheit konzentrieren, aber die Realität ist, dass sie dann etwas anderes abzielen werden. Wenn sich eine Gesellschaft alles kontrolliert, nur zum Beispiel die Theater nicht, dann werden sie die Theater angreifen.“

Kanzleramtsminister Peter Altmaier schließt einen terroristischen Hintergrund der Schießerei von München nicht aus. Derzeit werde auch in diese Richtung ermittelt, sagte er am Freitagabend in der ARD. „Wir sind entschlossen, alles zu tun, damit Terror und menschenverachtende Gewalt keine Chance in Deutschland haben.“ Die Sicherheitsbehörden hätten in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von geplanten Anschlägen vor der Ausführung entdeckt und verhindert. Deswegen sei Deutschland bislang verschont geblieben. „Es kann keine absolute Sicherheit geben“, betonte Altmaier.

Die Ermittler müssten nun herausfinden, ob es Hintermänner und Verbindungen zu anderen Stellen gebe, die etwas mit Terror zu tun haben könnten, sagte Altmaier. „Wir schließen im Moment keine Hypothese aus, auch nicht einen islamistischen Hintergrund.“ Gewissheit dazu gebe es aber nicht.

Wichtig sei es nun, den Sicherheitsbehörden die Instrumente an die Hand zu geben, die nötig seien, um die Hintergründe der Tat aufzuklären, sagte Altmaier. „Wir werden auch in die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, sagte er. Bei dem Anschlag in einem Einkaufszentrum im Münchner Norden kamen nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen ums Leben. Bei einem der Toten soll es sich um einen Täter handeln. Er soll, wie die Polizei in der Nacht bekanntgab, allein gehandelt haben.

Ungarn fordert radikale Wende der EU bei Flüchtlings-Politik
Ungarn fordert radikale Wende der EU bei Flüchtlings-Politik
Die osteuropäischen Staaten kritisieren die EU-Kommission scharf. Diese habe aus dem Austritt Großbritanniens nichts gelernt. Die Parlamente müssten künftig viel mehr Mitsprache erhalten. Ungarn fordert außerdem eine radikale Wende der Flüchtlingspolitik in der EU.
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Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. (Foto: dpa)

Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. (Foto: dpa)

„Die EU-Kommission hat nicht ganz verstanden, was bei dem britischen Referendum passiert ist“, sagte Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo am Donnerstag in Warschau nach Beratungen mit ihren Kollegen aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei. „Wir glauben, dass die nationalen Parlamente das letzte Wort bei den Entscheidungen der Europäischen Kommission haben sollten.“

„Wir haben die Möglichkeit, eine stärkere EU zu schaffen, die sich mehr auf die europäischen Bürger als auf die europäischen Institutionen konzentriert“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Visegrad-Gruppe.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban erklärte, eine EU ohne Großbritannien büße ihre Rolle als globaler Akteur ein. Der Austritt Londons sei die Schuld der EU-Kommission, welche in der Flüchtlingskrise die „schlimmst möglichen Entscheidungen“ getroffen habe. Er forderte eine Umkehr in der EU-Flüchtlingspolitik.

Die rechtskonservative Regierung in Budapest lehnt die von der EU beschlossene Verteilung von Flüchtlingen auf alle Mitgliedstaaten ab und hat für Oktober ein Referendum über diese Pläne angesetzt. Ungarn und die Slowakei reichten außerdem eine Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die per Mehrheitsvotum beschlossene Quotenregelung ein.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf euractiv.de. EurActiv Deutschland ist das unabhängige Portal für europäische Nachrichten, Hintergründe und Politikpositionen.

Obama: US-Regierung hat mit dem Putsch in der Türkei nichts zu tun
Obama: US-Regierung hat mit dem Putsch in der Türkei nichts zu tun
US-Präsident Obama hat Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen, die US-Regierung habe etwas mit dem Putsch zu tun. Durchaus irritierend: Auch die US-Geheimdienste hätten nicht die geringsten Hinweise über den bevorstehenden Putsch gehabt. Die Russen haben offenbar Erdogan in letzter Sekunde gewarnt, weshalb…
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US-Präsident Barack Obama am Freitag im Weißen Haus. (Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama am Freitag im Weißen Haus. (Foto: dpa)

Die USA hatten nach Angaben von Präsident Barack Obama vor dem Putschversuch in der Türkei keine Geheimdiensterkenntisse zu dem geplanten Umsturz. Derartige Berichte seien ebenso wie Gerüchte über eine Verwicklung Washingtons in den Putschversuch „eindeutig falsch“, sagte Obama am Freitag vor Journalisten. Die USA stünden in voller Unterstützung für die Demokratie in der Türkei und hätten nicht die geringsten Verbindungen zu den Putschisten. Dies habe er auch Präsident Erdogan gesagt. Erdogan hatte in den vergangenen Tagen seine Rhetorik gegenüber den USA deutlich zurückgefahren.

Zugleich kündigte der Präsident an, dass Ankaras Gesuch auf Auslieferung des in den USA lebenden türkischen Predigers Fethullah Gülen „entsprechend der Gesetze“ behandelt werde. Damit eine Auslieferung Gülens erfolgen könne, müsse die Türkei Beweise erbringen, dass er in den Putschversuch vom 15. Juli verwickelt gewesen sei. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan beschuldigt seinen ehemaligen Verbündeten und jetzigen Feind Gülen, Drahtzieher des gescheiterten Putschs zu sein.

Das Eingeständnis Obama, die US-Dienste hätten nichts von dem Putsch gewusst, ist durchaus irritierend. Die USA unterhalten mehrere Dienste und lassen sich diese Arbeit Milliarden jährlich kosten, die alle im Ausland tätig sind. Man hätte erwartet, dass diese Dienste im Nato-Land Türkei einigermaßen gut verdrahtet sind. Immerhin überwachen die Dienste viele andere Staaten minutiös, so etwa auch Deutschland. Hierzulande hat die NSA-Affäre keine Veränderung gebracht. Den Diensten ist durch die Nato-Verträge volle Freiheit zugesichert.

Offenbar hatten nur die Russen Informationen, die sie schließlich der türkischen Regierung zur Verfügung stellten. Ob die Amerikaner auch durch die Russen informiert sind, ist unklar. Zum Zeitpunkt des Putschs war Außenminister John Kerry in Moskau, wohin er kurzfristig aufgebrochen war.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat den Vorwurf zurückgewiesen, seine Regierung nutze den Putsch, um gegen Kritiker der Regierung Erdogan vorzugehen. „Die Türkei, ein Rechtsstaat, handelt nicht aus Rache. Sie macht nicht das, was sie (die Putschisten) gemacht haben“, sagte Yildirim laut AFP Fernsehberichten zufolge, als er am Freitag Orte besuchte, die in der Nacht zum 16. Juli von den Putschisten bombardiert worden waren.

„Wir werden gerecht vorgehen, aber für jeden vergossenen Tropfen Blut muss Rechenschaft abgelegt werden“, sagte Yildirim bei einem Besuch am Sitz der Spezialpolizei in Gölbasi bei Ankara. Bei Bombenangriffen der Putschisten auf das zehnstöckige Gebäude starben nach Angaben des Ministerpräsidenten 50 Menschen. Das Gebäude ist nur noch eine Ruine.

Der Regierungschef rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. „Unsere Regierung, unsere Institutionen sind Herr der Lage und an Ort und Stelle“, sagte Yildirim und forderte seine Landsleute auf, nicht auf Provokationen einzugehen. Sie sollten aber weiterhin „in Brüderlichkeit, Einheit und Solidarität“ an den „Wachen für die Demokratie“ auf öffentlichen Plätzen teilnehmen. Seit Samstag versammeln sich jeden Abend zehntausende Türken auf den Straßen, um ihre Unterstützung für Präsident Recep Tayyip Erdogan zu demonstrieren.

Bei dem Putschversuch waren nach jüngsten Angaben 265 Menschen getötet worden, darunter 24 Putschisten. Zuvor war von über hundert toten Putschisten die Rede gewesen. Nach Erdogans Angaben wurden inzwischen 10.400 Beschuldigte im Zusammenhang mit dem gescheiterten Versuch des Militärs zur Machtübernahme in Gewahrsam genommen. Gegen 4060 sei Haftbefehl erlassen worden.

USA sehen Politik von Erdogan weniger kritisch als die EU
USA sehen Politik von Erdogan weniger kritisch als die EU
In der transatlantischen Türkei-Politik tritt eine sehr unterschiedliche Bewertung der Politik von Präsident Erdogan zu Tage: Die EU kritisiert die umfassenden Maßnahmen gegen Richter, Wissenschaftler und Militärs nach dem Putsch in sehr scharfen Worten. Die USA dagegen erinnern daran, dass…
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John Kerry und Federica Mogherini am 18. Juli in Brüssel. Gemeinsam sind sie gegen die Razzien in der Türkei. (Foto: dpa)

John Kerry und Federica Mogherini am 18. Juli in Brüssel. (Foto: dpa)

Die EU hat Warnungen an die Türkei ausgesendet, wonach die Razzien, die nach dem Putschversuch durchgeführt werden, „inakzeptabel“ seien, berichtet der EU-Observer. Doch die USA umschreiben die Razzien und die Verhaftungen als eine „angemessene“ Reaktion.

Der EU-Außendienst fordert den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf, „Respekt“ vor den individuellen Grundrechten aller Bürger zu haben. Jeder hätte ein Recht auf einen fairen Prozess. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier fügte hinzu, dass nur die direkt beweisbare Beteiligung an illegalen Handlungen und nicht vermutete politische Ausrichtungen maßgeblich sein sollten für das politische Handeln. „Wir sind besorgt, dass die Türkei jetzt zunehmend autoritäre Züge entwickelt (…). Der Putschversuch muss verurteilt werden, aber es ist kein Freischein für solche Aktionen“, so der österreichische Außenminister Sebastian Kurz. Der Chef des Auswärtigen Ausschusses des EU-Parlaments, Elmar Brok, warnt in einer Mitteilung vor einer „Putinisierung“ der Türkei. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini fordert die Türkei zur Wahrung der „Menschenrechte“ auf.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, sagte, die Türkei sei nicht nur ein Freund, sondern auch ein NATO-Verbündeter. „Wir nehmen diese Beziehung sehr ernst (…). Wir können alle nachvollziehen, dass diese Art der Bedrohung  [der Putsch] ernst genommen werden muss. Ich verteidige und rechtfertige nicht jede Entscheidung, die gemacht werden. Doch ich denke, dass es für jeden vertretbar sein sollte, zu verstehen, dass diese Untersuchungen sich so weit wie möglich erstrecken werden, um zu versuchen, bessere Informationen über die Verantwortlichen  zu erhalten“, so Kirby.

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