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Bestseller Autoren Weik & Friedrich: Wie schütze ich mein Vermögen?

Matthias Weik und Marc Friedrich haben mit dem Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ mit 120.000 verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher der vergangenen Jahre geschrieben. Nun legen sie mit „Der Crash ist die Lösung“ nach - und geben sehr praktische Überlegungen, wie man sich gegen die finanzielle Repression schützen kann.

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Die Bestsellerautoren Matthias Weik und Marc Friedrich (Der größte Raubzug der Geschichte) entlarven in ihrem neuen Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ abermals die Finanzindustrie und zeigen Möglichkeiten zur persönlichen Vermögenssicherung sowie alternative Wirtschaftssysteme auf. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten veröffentlichen im Folgenden einige Auszüge aus Kapitel 7 des neuen Buches.

Die Frage, die uns am häufigsten von Zuhörern, Lesern und Kunden gestellt wird, lautet: Wie schütze ich mein Vermögen? Diese Frage ist absolut verständlich und in unsicheren Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Viele Menschen, ob mit großem oder kleinem Geldbeutel, sind verunsichert und haben berechtigterweise Angst um ihr Geld. Diese Unsicherheit ist während der Krisen der letzten Jahre kontinuierlich gewachsen. Auf der anderen Seite ist das Vertrauen in die Politik und die Finanzbranche weitgehend erodiert: unzählige Krisengipfel, unkoordinierte Aktionen der Politik und der Zentralbanken, Vorgänge wie beispielweise die Zwangsenteignung von Sparern in Zypern, dazu immer größere Euro- und Bankenrettungspakete, Dehnung der EU-Verträge bis zum Anschlag, eine wachsende Unsicherheit, wer denn nun tatsächlich am Ende für wessen Schulden oder Verluste geradestehen muss, immer wieder neu aufflammende Krisenherde, die mit immer neuen exorbitanten Geldpaketen in die Zukunft verschoben werden, schließlich zahllose Manipulationsskandale in der Finanzbranche – all das lässt die Menschen mehr und mehr um ihre Ersparnisse bangen. Wir sind der Meinung, dass es niemals zuvor so wichtig war wie heute, seine Investments, sein Vermögen und die Altersvorsorge auf Nachhaltigkeit und Stabilität auch für extreme Situationen zu überprüfen. Denn der finale Kollaps wird kommen! […]

Wer die Meinung vertritt, dass unser Finanzsystem und der Euro weiterhin bestehen bleiben, bis beispielsweise die Rente oder eine Kapitallebensversicherung fällig werden, der muss nichts verändern und kann alles beim Alten lassen. Sollte man aber aufgrund der hier aufgezeigten Faktenlage doch Zweifel haben, dann sollte man umgehend aktiv werden. Wir möchten niemanden überreden. Wir möchten Sie objektiv – mit Daten und Fakten – überzeugen. Jeder hat es selber in der Hand, etwas zu ändern. Der für uns wichtigste Rat vorab:

1. Keine Schulden machen! Nur wer keine Schulden hat, ist wirklich frei. Mit Schulden ist man der Bank, dem Gläubiger etc. verpflichtet, und im Notfall hat die Bank das Recht, auf das eigene Hab und Gut zuzugreifen, wenn man seiner Schuld nicht mehr nachkommen kann. Dann sagt sie: „Sie haben bei uns Schulden! Selber schuld!“. […] In Krisenzeiten werden diejenigen, die ihr Leben mit Krediten finanziert und sich Dinge gekauft haben, die sie sich bei Lichte besehen nicht leisten können, massive Probleme bekommen. Wer auf zu großem Fuß gelebt hat, der wird knallhart auf dem Boden der Tatsachen landen. Dass ein Leben auf Pump langfristig nicht funktio niert, haben viele Menschen in Irland, Spanien oder den USA, aber auch 2009 in Deutschland erlebt. Viele, die ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, weil sie auf Kurzarbeit gesetzt oder sogar arbeitslos wurden, haben ihre Immobilie, die als Altersvorsorge gedacht war, verloren. Banken lassen sich Kredite nur zu gerne dinglich absichern. Entweder schwatzt man Ihnen zum Kredit eine teure Versicherung auf, vorzugsweise aus dem eigenen Finanzkonzern. Oder man lässt Sie ihre Immobilie verpfänden. TUN. SIE. DAS. NIE! Denn so schnell, wie die Bank mit einer Zwangsvollstreckung bei der Hand ist, können Sie nicht mal Ihre Tasche packen. […]

2. Wertewandel – vom Schein zum Sein! Wir erleben gegenwärtig das Ende des Zeitalters der Papierwerte und eine Renaissance der Sachwerte. Unsere Empfehlung lautet daher ganz klar: Schichten Sie um, weg von Papierwerten, hin zu Sachwerten! Investments in Anlagenformen, die die letzten 50 bis 60 Jahre durchaus sinnvoll und teilweise sehr rentabel waren, zum Beispiel Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen, Anleihen und Rentenfonds, Aktien und Aktienfonds, Geldmarktfonds, Zertifikate, manchmal sogar geschlossene Fonds, sind es heutzutage nicht mehr. Auch auf die Gefahr, uns zu wiederholen: Die Zeit der Rendite ist vorbei! Egal in welcher Anlageform, sie hing und hängt am exponentiellen Wachstum der Wirtschaft, und sie hängt seit ungefähr dreißig Jahren vor allem an einer exponentiellen Aufblähung des Kreditgeldsystems. Am System von Zins und Zinseszins. […]

Zu Zeiten der Großen Depression in den USA beruhte das amerikanische Währungssystem noch auf dem Goldstandard. Ein Drittel der Währung war durch Barren oder Münzen mit einem fest definierten Anteil an Feingold gedeckt – und dadurch geschützt. Trotz allem verloren die Aktienmärkte zirka 90 Prozent an Wert. Heute haben wir keinen Goldstandard mehr. Unser Geld ist allein noch durch Vertrauen gedeckt. Ein jeder kann sich selber ausmalen, wie groß der Verlust dieses Mal sein wird, wenn es zum Kollaps kommt. Durch den Staatsbankrott in Argentinien 2001 haben die Menschen ungefähr 70 Prozent von dem verloren, was sie besaßen. In Deutschland lagen die Verluste nach der Währungsreform von 1948 zwischen 81 und 93,5 Prozent.

Der Wertverlust bei Finanzprodukten nach der Währungsreform 1948. (Quelle: „Der Crash ist die Lösung“)

Der Wertverlust bei Finanzprodukten nach der Währungsreform 1948. (Quelle: „Der Crash ist die Lösung“)

Die Zahlen sprechen für sich und zeigen ein weiteres Mal, dass man mit Papierwerten schlechter fährt als mit Sachwerten. Mit Gold konnte man sein Vermögen effektiv schützen. Immobilien, Wiesen, Ackerland und Wald haben zwar ebenfalls an Wert verloren, aber sie wurden bei Weitem nicht so massiv entwertet wie Papierwerte. […]

Vermögenssicherung durch Sachwerte

Wir werden im Folgenden untersuchen, was alles im strengen Sinne des Wortes als wertbeständiger Sachwert gelten darf. Das umfasst eine weit größere Palette an Gütern, als Sie jetzt gerade womöglich denken. Auf der anderen Seite werden wir ihre SachwertVorstellungen dafür auch ziemlich zerlegen. Grundsätzlich aber gilt: Mit einem Sachwert ist man relativ unabhängig. Sachwerte haben einen unmittelbaren, direkten, für jedermann sofort erkennbaren Nutzen. Sachwerte können zwar im Wert schwanken, aber sie können nicht völlig wertlos werden, es sei denn, sie werden phy­ sisch zerstört. Ihre relativ hohe Wertbeständigkeit wurde in den letzten Jahrhunderten immer wieder bewiesen. Man muss sich nur Familien anschauen, die es über sehr viele Generationen geschafft haben, ihren Reichtum zu bewahren. In was haben diese Familien vorwiegend investiert? Vor allem in Sachwerte! Finanzielle Rück- lagen in Form von Sachwerten stärken die Unabhängigkeit, man bleibt handlungsfähig, und man kann sich teilweise vor politischen Eingriffen und vor Inflation schützen. Der Schwabe sagt nicht um- sonst: „Sach bleibt Sach!“.

Immobilien

Für uns ist eine Immobilie kein Investment! Nur sehr wenigen gelingt es, langfristig Rendite zu erwirtschaften. Außerdem sind fundierte Kenntnisse sowohl kaufmännischer, technischer alsauch rechtlicher Art notwendig. Meistens sind Immobilien mit viel Aufwand, Stress und immer wieder auch Ärger verbunden. Ferner wurden Immobilienbesitzer in der Vergangenheit in Deutschland, wie erwähnt, schon zweimal vom Staat zur Kasse gebeten – und das kann auch ein drittes Mal passieren. Bei den aktuell inflationär gestiegenen Preisen, vor allem in den Ballungszentren wie Hamburg, München, Frankfurt, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Wien, Salzburg, Zürich oder Basel, in denen sich Normalverdiener schon lange kein adäquates Eigenheim mehr leisten können, drängt sich der Erwerb einer Immobilie nicht mehr auf. Im Gegenteil: Es sollte eher ein Verkauf in Betracht gezogen werden. Alte Immobilienfüchse sagen nicht zu Unrecht: „So viel Geld bekommt man nie wieder.“ Eventuell könnten die Preise noch weiter steigen. Aber nur realisierte Gewinne sind wirkliche Gewinne! Wann immer es um Vermögenssicherung – und das heißt vor allem: Risikominimierung! – geht, lautet das Zauberwort „Diversifikation“. Einzig beim Thema Immobilien wird dieser Rat von den meisten Menschen über Bord geworfen. Niemals sollte man mehr als 30 Prozent seines Gesamtvermögens in eine Anlageklasse investieren. Doch leider investieren die meisten Bürger 50, 80 oder 100 Prozent in ihr Eigenheim. Mehr noch: Viele verschulden sich dafür, teil- weise bis zum Sankt Nimmerleinstag. Sie investieren also 150 Prozent und mehr ihres Vermögens bzw. eines erhofften zukünftigen Einkommens in Immobilien. Das ist so, als würden Sie beim Pokern sämtliche Chips auf ein Pärchen mit Kreuz-Zwei setzen. Millionen von Immobilien in Deutschland sind kreditfinanziert, viele davon Spitz auf Knopf. Da darf nichts schiefgehen. Wenn es zu einer Rezession kommt oder die Zinsen stark ansteigen, stehen etliche Immobilienbesitzer vor existenziellen Problemen. Ein jeder kann sich ausmalen, in welche Richtung sich die Immobilienpreise entwickeln, wenn Tausende oder gar Hunderttausende Immobilien auf den Markt geworfen werden, aber die Nachfrage aufgrund von wirtschaftlicher Schwäche und Arbeitslosigkeit parallel sinkt.

Gold und Silber

In unsicheren Zeiten wie diesen ist der physische Besitz der beiden klassischen „Geldmetalle“ Gold und Silber essentiell als Lebensversicherung für Ihr Vermögen gegen Krisen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwerfungen sowie Inflation. Damit verfügt man über zwei altbewährte und global akzeptierte Sachwerte zur Vermögenssicherung. Zusätzlich kann man sich mit Silber vor einem möglichen Goldverbot, welches in der Vergangenheit zum Beispiel in den USA, Russland und China praktiziert wurde, schützen. Aufgrund des niedrigeren Kaufpreises von Silbermünzen ist Silber im Notfall zudem besser als Gold zur Deckung des täglichen Bedarfs an Lebensmitteln und Gebrauchsgütern geeignet.

Wald, Acker und Wiesen

Nicht nur Millionäre und Adelige können sich Land leisten. Eine Streuobstwiese oder ein kleines Waldstück ist schon für wenig Geld zu haben. Der Vorteil von einem Investment in Land liegt klar auf der Hand: Man besitzt einen Sachwert, der auch noch Nutzen stiftet. Hier wachsen als Sachwertrendite Holz oder Lebensmittel heran. Allein, weil täglich fruchtbare Böden verschwinden und die Bodenversiegelung in Deutschland immer noch zunimmt, kann ein Investment in Land, sei es Wald, Wiese oder Ackerland, langfristig gesehen sinnvoll sein. Wenn die Spritpreise in Zukunft deutlich anziehen, werden wir es uns vielleicht nicht mehr leisten können, unsere Nahrungsmittel aus der ganzen Welt einfliegen oder herbeischiffen zu lassen. Ferner wird in vielen Ländern, welche uns mit Lebensmitteln versorgen, ein unvorstellbarer Raubbau an der Natur betrieben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in diesen Ländern das letzte Grundwasser abgepumpt und das Agrarland mit Pestiziden verseucht ist. Daher ist es unbedingt überlegenswert, in Deutschland in Grund und Boden zu investieren. […] Wenn Sie also landwirtschaftliche Flächen erwerben: Werden Sie ein fairer Verpächter. Fördern Sie besser kleine oder mittlere Landwirte. Denken Sie ruhig auch über Möglichkeiten einer ökologischen Bewirtschaftung nach. Spucken Sie den Großinvestoren mit ihren industriellen Monokulturen in die Suppe!

Direkte Beteiligungen und Naturalanlagen – P2P

Was wir schon bei Bürgerwindparks & Co. gesagt haben, gilt allgemein: Wir sind große Anhänger von direkten Beteiligungen auf Basis des Regionalitätsprinzips. Global denken, lokal anlegen! Warum sollten Anleger ihr Geld weltweit in ethisch wie ökonomisch fragwürdige Papierwerte stecken, wenn sie ihr Geld ebenso gut dort wirken lassen könnten, wo sie leben und arbeiten. Damit stärken sie die heimische Wirtschaft und schaffen Arbeitsplätze in der direkten Umgebung. Es gibt etliche gute und lokale Firmen, die Geld benötigen. Mit einer direkten Beteiligung werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Bank bleibt außen vor, das Unternehmen bekommt zinsgünstiger ein Darlehen, der Anleger eine Verzinsung über der Inflation – oder Naturalien bzw. einen anderen Sachwert als Gegenleistung. Idealerweise lässt sich der Kreditgeber seine Ansprüche per Vertrag durch Sachwerte absichern. […] Die Palette möglicher Investments ist breit: Sie können in einen Bauernhof, eine Imkerei oder einen Weinberg investieren. Auch Handwerksbetriebe wie beispielsweise Sägewerke, Mühlen, Schreinereien, Bäckereien, Installateurbetriebe, Käsereien, Mostbetriebe oder Schnapsbrennereien können gute Erträge bringen. Schauen Sie sich nur mal in Deutschlands Szenevierteln um: Die „Manufaktur“ ist absolut in! […] Eine weitere Alternative, um selbst zur fairen Mini-Bank zu werden: Beim sogenannten „peer to peer (P2P) lending“ werden Kredite direkt von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben – ohne dass eine Bank involviert ist. Hier gilt das Gleiche wie bei den oben genannten Geschäften: Kreditnehmer wie Kreditgeber haben einen Zinsvorteil. Auch hier ist Vertrauen gut, ein kurzer schriftlicher Vertrag aber besser.

Virtuelles Geld – Bitcoin und andere Kryptowährungen

Der enorme Anstieg der virtuellen Währung Bitcoin im Winter 2013 hat uns immer mehr Anfragen zu dem Thema beschert. Wir raten zur absoluten Vorsicht und sehen in den digitalen Währungen alles andere als stabile Standbeine zur Vermögenssicherung. […] Die virtuellen Parallelwährungen sind eine extrem heiße Wette mit enorm hektischen Kursausschlägen. So interessant die Idee eines „crowd money“ sein mag – ein wertsicheres Investment sind sie auf keinen Fall. Es gab zudem schon mehrere digitale Raubüberfälle, bei denen die Besitzer von Bitcoins und anderen digitalen Währungen „virtuell“ bestohlen worden sind – nur dass leider am Ende doch „echtes“ Geld weg ist. Zudem hat ein „Bug“ den Bitcoin-Kurs im Februar 2014 innerhalb weniger Tage um mehr als 50 Prozent abstürzen lassen. Daraufhin war eine Auszahlung auf einigen Börsenplattformen für virtuelle Währungen tagelang nicht möglich. […] Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr eines Verbots, da Bitcoin & Co. einigen Staaten und Notenbanken verständlicherweise ein Dorn im Auge sind. Vielleicht setzt sich eine digitale Währung durch, vielleicht aber auch nicht. Die Nachteile überwiegen ganz klar! Digitale Währungen sind äußerst spekulativ. Sie könnten also auch Lotto spielen oder ins Casino gehen.

Sammlungen

Sammeln ist ein Hobby, manchmal eine Leidenschaft, der bis zum eigenen Ruin gefolgt wird. Eine werthaltige Vermögenssicherung ist eine Sammlung jedoch so gut wie nie. Denn in einer Krise wird nicht der Liebhaberwert der Objekte bezahlt, sondern immer nur der tatsächliche Materialwert. Zudem braucht es neben der nötigen fachlichen Expertise auch das Quäntchen Glück, dass ausgerechnet Künstler A oder die Uhr R im Trend liegt und massive Wertsteigerungen verzeichnen kann. Auch das ist Lotto. Es ist daher unter dem Aspekt der Vermögenssicherung unter anderem abzuraten von:

• Kunst (Gemälde, Skulpturen, „Objekte“, Installationen etc.)
• Oldtimern/Youngtimern
• Uhren
• Porzellan aller Art
• Briefmarken und Sammlermünzen

Es gibt sicher tausend gute Gründe, eine Sammlung zu behalten, etwa Liebe zur Sache, familiäre Tradition oder emotionale Bindungen. Wenn wir aber über Vermögenssicherung sprechen, dann muss unser Rat derzeit eher lauten: verkaufen! Denn das wäre angesichts der teils völlig übertriebenen Preisentwicklungen auf vielen Sammlermärkten derzeit das perfekte antizyklische Verhalten.

Das neue Buch der „Raubzug“-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Das neue Buch der „Raubzug“-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Matthias Weik und Marc Friedrich sind Ökonomen, Querdenker, Finanzexperten, Redner und Bestsellerautoren. Ihr erstes Buch „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, das im Mai 2012 erschienen ist, steht seit über 20 Monaten auf der Bestsellerliste. Was Weik und Friedrich über die komplexen Probleme in der Finanzwelt schreiben, ist pointiert, faktenbasiert und erstaunlich unterhaltsam. Im April 2014 erschien „Der größte Raubzug der Geschichte“ bei Bastei Lübbe als Taschenbuch.  

Das neue Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ erscheint am 16. Mai beim Eichborn Verlag und kann hier erworben werden.

 

 

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Blamage für Merkel: West-Mächte lehnen Aufnahme von Flüchtlingen ab
Blamage für Merkel: West-Mächte lehnen Aufnahme von Flüchtlingen ab
Abfuhr für Bundeskanzlerin Merkel beim G7: Die USA, Japan und Kanada haben die Aufnahme von Flüchtlingen abgelehnt. Finanzhilfen wurden ebenfalls ausgeschlossen. Über den Krieg als wichtigste Fluchtursache wurde erst gar nicht gesprochen.
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Das Damenprogramm beim G7: Joachim Sauer mit den Ehefrauen Abe, Trudeau und Tusk. (Foto: Ministry of Foreign Affairs of Japan)

Das Damenprogramm beim G7: Joachim Sauer mit den Ehefrauen Abe, Trudeau und Tusk. (Foto: Ministry of Foreign Affairs of Japan)

Die USA, Kanada und Japan haben die Idee der EU und Angela Merkels verworfen, sich stärker in der Flüchtlingskrise zu engagieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel musste zur Kenntnis nehmen, dass auf dem G7-Gipfel in Japan konkrete Zusagen für mehr Gelder für die Flüchtlingskrise und die Aufnahme von zusätzlichen Migranten gemacht werden. „Ich erwarte nicht ganz konkrete Zahlen“, sagte Merkel am Donnerstag im japanischen Ise-Shima. Es sei international aber etwas in Gang gekommen, fügte sie unter Verweis auf den UN-Nothilfegipfel Anfang der Woche in Istanbul hinzu. Dieser hatte allerdings außer schönen Worten keinerlei konkrete Ergebnisse hervorgebracht.

Die G7-Staaten seien sich einig, „dass wir alles tun müssen, um Fluchtursachen zu bekämpfen“, sagte Merkel. Die Flüchtlingskrise ist eins der Themen, die auf dem bis Freitag andauernden Gipfel der sieben großen Industriestaaten auf der Tagesordnung stehen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk forderte zu Gipfelbeginn an die G7 gerichtet, „dass die internationale Gemeinschaft sich solidarisch zeigt und anerkennt, dass es sich um eine weltweite Krise handelt“. Der als EU-Vertreter an dem Gipfel teilnehmende Tusk sagte, die G7 müssten die Hilfe für Flüchtlinge und für die Aufnahmeländer wie der Türkei, dem Libanon und Jordanien erhöhen. Auch internationale Finanzinstitutionen sollen ihre Gelder aufstocken.

Die wichtigste Fluchtursachen – nämlich die Kriege in Syrien, dem Irak, Afghanistan und Libyen – wurden offenbar nicht im zwingend notwendigen Kontext mit der Flüchtlingsbewegung gesehen.

Die Tatsache, dass die 7 angeblich mächtigsten Staaten der Welt nicht in der Lage sein sollen, dem Treiben des IS und der anderen Söldner-Milizen im Nahen Osten ein Ende zu bereiten, kann eigentlich nur mit dem mangelnden Willen der Staaten erklärt werden. Tatsächlich sind die Russen aktuell die einzigen, die Syrien im Kampf gegen die internationalen Söldner und die islamischen Milizen unterstützen.

Umso befremdlicher ist der Umstand, dass die G7 Russland weiter aus ihrem Kreis ausgeschlossen sehen wollen. Die Amerikaner haben die EU in diesem Zusammenhang offenbar auf Linie gebracht: Merkel kündigte an, dass die Sanktionen gegen Russland aufrecht bleiben sollen.

Doch die G7 laufen Gefahr, selbst in die Isolation geschickt zu werden, in der sie eigentlich die Russen gerne sehen würden. Die Russen haben den Gipfel nicht einmal zur Kenntnis genommen.

Statt angesichts der internationalen Spannungen eine Rolle als Brückenbauer zu spielen, sehen sich die G7 bemüssigt, nun auch China gegen sich aufzubringen: Ungeachtet der Proteste aus Peking an die G7, sich aus den Territorialstreitigkeiten im Ost- und Südchinesischen Meer herauszuhalten, mischt sich die Gruppe in den Streit ein. „Wir haben eine gemeinsame Haltung, dass wir den Konflikt friedlich lösen wollen“, sagte Merkel. Auch sei man sich einig, dass internationale Institutionen „hier auch legitimiert sind“, sagte Merkel über das Schiedsgericht in Den Haag, das voraussichtlich im Juni über Chinas Ansprüche entscheiden wird. Peking will das Urteil nicht akzeptieren.

„Die G7 sollte sich mit seinen eigenen Problemen beschäftigen anstatt sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking.

Juncker-Vertrauter ruft zum Kampf gegen Oppositions-Parteien auf
Juncker-Vertrauter ruft zum Kampf gegen Oppositions-Parteien auf
Der engste Mitarbeiter von EU-Präsident Juncker hat die Politiker Trump, Le Pen, Boris Johnson, Beppe Grillo als Teilnehmer beim G7 einen Horror. Die Aufzählung zeige, dass es sich lohne, gegen diese Parteien zu kämpfen. Die Verunglimpfung löste europaweit Befremden aus,…
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EU-Präsident Juncker mit seinem Kabinettschef Martin Selmayr. (Foto: dpa)

EU-Präsident Juncker mit seinem Kabinettschef Martin Selmayr. (Foto: dpa)

Der deutsche Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat in Brüssel mit einer Twitter-Nachricht für Wirbel gesorgt. Journalisten aus Großbritannien und Italien zeigten sich sichtlich empört darüber, dass Martin Selmayr bekannte Politiker aus ihren Ländern darin in einem Atemzug mit der französischen Politikerin Marine Le Pen nannte, berichtet die dpa. Ein Kommissionssprecher musste sich in einer Pressekonferenz minutenlang zu dem Thema erklären.

Martin Selmayr hatte die umstrittene Nachricht am Donnerstag vom Gipfel der sieben großen Industrienationen (G7) im japanischen Ise-Shima aus verschickt. Der Text lautete: «#G7 2017 mit Trump, Le Pen, Boris Johnson, Beppe Grillo? Ein Horrorszenario, das gut zeigt, warum es lohnt gegen Populismus zu kämpfen».

Fragen, ob Juncker hinter der Nachricht seines Kabinettschefs stehe, wich der Sprecher in der Pressekonferenz aus. Ebenso der, ob der britische Brexit-Befürworter Boris Johnson und der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien, Beppe Grillo, aus Sicht der Kommission in die gleiche Kategorie wie Le Pen gehören.

Der Londoner Ex-Bürgermeister Johnson hatte jüngst für scharfe Kritik gesorgt, weil er die Ziele der EU mit denen von Adolf Hitler und Napoleon verglichen hatte. Brüssel wolle Europa zu einem Superstaat zwingen, meinte der konservative Politiker in einem Interview.

Die EU scheint aktuell ziemlich nervös zu sein: Vertreter der EU und der Mitgliedsstaaten haben Insidern zufolge ein vertrauliches Treffen zu einer abgestimmten Reaktion auf einen etwaigen EU-Austritt Großbritanniens abgehalten. Bei der Sitzung am Montag sei das Thema gewesen, wie in man in den ersten Stunden nach einem Ja beim Referendum im Juni vorgehen würde, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen. „Es geht darum, etwas vorbereitet zu haben und nicht bis zum Tag nach dem 23. Juni zu warten.“ Das Treffen sei vom Stabschef des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, Martin Selmayr, geleitet worden. Auch hochrangige Diplomaten aus Deutschland und Frankreich hätten teilgenommen.

Ein Sprecher der Kommission sowie deutsche und französische Vertreter lehnten Stellungnahmen zu den Angaben ab. Der Kommissionssprecher betonte, man bereite sich darauf vor, dass Großbritannien in der Union bleibt. „Wir haben keinen ‚Plan B'“, sagte er.

VW erwägt milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik
VW erwägt milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik
Volkswagen will offenbar massiv in die Produktion von Elektroautos investieren. Der Konzern sieht die Notwendigkeit, die herkömmlichen Standorte einer radikalen Neuausrichtung zu unterziehen.
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VW muss den Umstieg zum Elektro-Auto schaffen. (Foto: dpa)

VW muss den Umstieg zum Elektro-Auto schaffen. (Foto: dpa)

Zum Ausbau der Elektromobilität erwägt der Autokonzern Volkswagen den milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik. Ein solches Werk könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Konzernkreisen. Ein möglicher Standort sei Salzgitter. Zuvor hatte das «Handelsblatt» berichtet, im VW-Management neige sich die Stimmung in Richtung eigener Fertigung, um von asiatischen Herstellern unabhängig zu sein.

Ein VW-Sprecher sprach von «Spekulationen», die das Unternehmen nicht kommentiere. «Grundsätzlich gilt: Wir haben die Elektromobilität in die Mitte des Konzerns geholt und umfangreiche Kompetenzen aufgebaut.» Volkswagen habe sich das Ziel gesetzt, bis 2018 Marktführer in der E-Mobilität zu werden.

Die Betriebsratsvorsitzenden von Daimler, Volkswagen und BMW hatten sich wiederholt für eine Batteriefertigung in Deutschland stark gemacht. Dabei geht es vor allem um die Produktion von Batteriezellen. Die Zellen gelten als Schlüssel für den Durchbruch von Elektroautos, weil sie bislang die Reichweite begrenzen und die Fahrzeuge teuer machen. Deutschland droht aber hier abhängig vor allem von asiatischen Herstellern zu werden. Außerdem baut der E-Auto-Pionier Tesla in den USA zusammen mit Panasonic die bislang größte Zellfertigung der Welt auf, die 2017 starten soll.

Arbeitnehmervertreter befürchten außerdem Arbeitsplatzverluste in Fabriken, in denen Komponenten gebaut werden, die im E-Auto-Zeitalter nicht mehr gebraucht werden.

Bei Volkswagen geht es etwa um die Zukunft des Motorenwerks in Salzgitter, in dem herkömmliche Antriebe gebaut werden. Betriebsratschef Bernd Osterloh warnte im März laut Teilnehmerkreisen auf einer Betriebsversammlung, das Werk werde in den kommenden 10 bis 15 Jahren durch die Veränderung der Antriebstechnologie «vor ein massives Beschäftigungsproblem» gestellt.

Die Autobranche zweifelte bislang an der Wirtschaftlichkeit einer solchen Batteriezellenproduktion. Daimler hatte Ende 2015 seine Zellfertigung im sächsischen Kamenz eingestellt. Nur die Batteriesysteme selbst bauen die deutschen Autobauer zusammen.

VW-Markenchef Herbert Diess hatte bereits im vergangenen November ein Umdenken gefordert. «Ich bin der Meinung, wir brauchen eine Batteriefertigung in Deutschland. Das ist die Kerntechnologie der Elektromobilität», hatte Diess der dpa gesagt. «Ein großer Teil der Wertschöpfung wird in Zukunft die Batterie sein. Insofern fände ich eine konzertierte Aktion richtig.»

Volkswagen will auch als Folge des Abgas-Skandals die Elektromobilität massiv ausbauen. Im Jahr 2025 will der Konzern mit seinen Marken VW, Audi, Porsche & Co. eine Million reine Elektroautos und Hybridfahrzeuge verkaufen. Jedes zehnte verkaufte Auto hätte damit nach heutigem Stand einen Batterieantrieb an Bord. Die Bundesregierung hatte vor kurzem Kaufprämien für Elektroautos und Hybridfahrzeuge in Deutschland beschlossen.

Umfrage: AfD kommt in Brandenburg auf 20 Prozent
Umfrage: AfD kommt in Brandenburg auf 20 Prozent
Der Höhenflug der AfD hält an: Wäre an diesem Sonntag Landtagswahl in Brandenburg, würde die AfD laut einer aktuellen Umfrage auf 20 Prozent kommen.
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AfD-Chefin Frauke Petry. (Foto: dpa)

AfD-Chefin Frauke Petry. (Foto: dpa)

Eine Infratest-Dimap-Umfrage für die RBB-Sendung „Brandenburg Aktuell“ und die „Märkische Oderzeitung“ ergab, dass die AfD im Falle einer Landtagswahl an diesem Sonntag die mitregierende Linkspartei von ihrem Platz verdrängen würde. Die Linke kommt derzeit auf 17 Prozent, ein Minus von zwei Punkten. Die AfD könnten theoretisch 20 Prozent erzielen, das kommt einem Plus von sieben Prozent gleich.

Die rot-rote Koalition hätte laut dem so genannten „BrandenburgTrend“ dann keine Mehrheit mehr. Die SPD sinkt gegenüber der Wahl von 2014 um vier auf 29 Prozent, bleibt aber stärkste Partei. Die CDU bleibt bei 23 Prozent und so unverändert zweitstärkste Kraft. Die Grünen wiederum können mit unverändert sechs Prozent weiter damit rechnen, wieder in den Landtag einzuziehen. In Brandenburg wird allerdings erst 2019 wieder gewählt.

„Hier machen sich der aktuelle bundespolitische Trend und die jüngsten AfD-Erfolge bei den drei Landtagswahlen im März auch in der landespolitischen Stimmung in Brandenburg bemerkbar“, so der RBB zum Ergebnis. Trotzdem sei immer noch eine Mehrheit der Bevölkerung mit der Arbeit der Koalition zufrieden. 54 Prozent äußerten sich entsprechend. Allerdings verringere sich die Zustimmung geringfügig um zwei Prozentpunkte. Dabei falle das Urteil über die Arbeit von SPD und Linken auch bei den Anhängern von Grünen (62 Prozent) und CDU (56 Prozent) überwiegend positiv aus. Die Anhänger der AfD gingen allerdings deutlich auf Distanz. 77 Prozent sagten, dass sie mit der Politik von Rot-Rot weniger oder gar nicht zufrieden seien.

Für die Umfrage befragte Infratest Dimap telefonisch 1002 Menschen vom 19. bis 23. Mai. Diese wurden unter den Wahlberechtigten ab 16 Jahren in einer repräsentative Zufallsstichprobe ausgewählt.

Banken erwarten Ausstieg Saudi-Arabiens aus dem Dollar-System
Banken erwarten Ausstieg Saudi-Arabiens aus dem Dollar-System
Ausländische Banken bewerten die Finanzlage in Saudi-Arabien offenbar pessimistisch. Die Wetten auf eine Abwertung der Landeswährung Rial stiegen seit Anfang des Monats deutlich an. Eine Abwertung des Rial könnte den ersten Schritt hin zu einer vollständigen Abkopplung vom Dollar darstellen.
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Anleger wetten verstärkt gegen den Rial. (Foto: dpa)

Anleger wetten verstärkt gegen den Rial. (Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama mit dem saudischen König Salman im September 2015 im Weißen Haus. (Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama mit dem saudischen König Salman im September 2015 im Weißen Haus. (Foto: dpa)

Internationale Banken wetten zunehmend auf eine Abwertung des saudischen Rial und damit auf eine Abkoppelung vom Dollar. Terminkontrakte mit einer Laufzeit von einem Jahr, die außerhalb Saudi-Arabiens notiert wurden, sind im laufenden Monat um 155 Basispunkte angestiegen, wie Bloomberg berichtet. Eine Abwertung des Rial würde die seit drei Jahrzehnten bestehende Koppelung der saudischen Landeswährung an den Dollar beenden – deren Kurs bei 3,75 Dollar festgelegt wurde.

Die Behörden des Landes reagieren zunehmend nervös auf die Wetten. Die saudische Zentralbank hat die Investoren mittlerweile aufgefordert, den Grund für ihre Spekulationen zu erklären. Überdies sollen diese Details derjenigen Wetten offenlegen, die seit dem 18. Januar getätigt wurden, schreibt Bloomberg.

Im Januar hatte die Regierung Banken verboten, Termingeschäfte auf die Kursentwicklung des Rial zu tätigen. „Die saudischen Behörden haben die Banken aufgefordert, Wetten auf eine Währungsabwertung zu stoppen. Die Vorgaben gelten für heimische Banken und die Niederlassungen ausländischer Banken in Saudi-Arabien“, berichtete Bloomberg damals.

Eine Abkoppelung des Rial vom Dollar hätte weitreichende Folgen. Der Finanzblog Zerohedge zitiert einen Analysten der Bank of America: Ein Bruch in der Anbindung zum Dollar wäre demzufolge das bedeutendste Auftreten eines so genannten „Schwarzen Schwans“ in diesem Jahr. So werden an den Finanzmärkten sehr selten zu beobachtende aber extrem riskante Ereignisse genannt. Die Ölpreise könnten daraufhin auf 25 Dollar pro Barrel (159 Liter) fallen. Noch immer würden die saudischen Devisenreserven um rund 10 Milliarden Dollar pro Monat abnehmen, obwohl das Land Anleihen begibt und Kredite aufnehme, so der Analyst.

Die Zunahme bei den Terminkontrakten internationaler Institutionen verweist auf ein steigendes Misstrauen an den Währungsmärkten hinsichtlich der finanziellen Stabilität Saudi-Arabiens. Die kürzlich erfolgte Ankündigung der Regierung, Vertragspartner statt mit Bargeld künftig auch mit Schuldscheinen zu bezahlen, deutet auf eine akute Kapitalknappheit im Land hin.

Die Rating-Agentur Moody’s hatte die Kreditwürdigkeit Saudi-Arabiens kürzlich zum ersten Mal heruntergestuft. Hauptgrund ist die verschlechterte Finanzlage im Zuge des Ölpreis-Verfalls. Zuvor hatten auch die Wettbewerber Standard & Poor’s und Fitch ihre Bewertung nach unten angepasst. „Eine Kombination aus geringerem Wachstum, höheren Schulden und geringeren Finanzpuffern macht das Königreich anfälliger für zukünftige Schocks“, begründete Moody’s damals seine Entscheidung.

Für eine Kapitalverknappung spricht außerdem, dass die Regierung in Riad im April zum ersten Mal seit 1991 Geld an den internationalen Märkten aufnehmen musste. Der Schritt markiert aus Sicht von Beobachter einen vorläufigen Wendepunkt in den Finanzbeziehungen des Königreichs zum Ausland.

Bislang war Riad meistens als Geldgeber statt als Nehmer aufgetreten. „Mit dem Kredit testet Saudi-Arabien das Marktumfeld und baut sich ein Profil eines Kreditnehmers auf. Dies führt zu einem Wandel von einer Gebernation hin zu einer Nehmernation. Es ist ein wichtiger Moment des Wandels in den Kapitalmärkten“, sagte ein Repräsentant des amerikanischen Vermögensverwalters BlockRock. Bloomberg zufolge könnte Saudi-Arabien in diesem Jahr bis zu 120 Milliarden Rial (rund 32 Milliarden Dollar) in Form von Krediten und Anleihen aufnehmen.

Merkel folgt den USA: Kalter Krieg gegen Russland wird verschärft
Merkel folgt den USA: Kalter Krieg gegen Russland wird verschärft
Der Kalte Krieg wird zum Dauerzustand in Europa: Der G7-Gipfel wird der Verlängerung der Sanktionen gegen Russland zustimmen. Die Nato dehnt sich weiter nach Osten aus. Eine eigenständige deutsche Außenpolitik existiert nur noch in der Erinnerung an bessere Zeiten.
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Die G7 in Japan. (Foto: dpa)

Die G7 in Japan. (Foto: dpa)

Die G7-Staaten wollen im Konflikt mit der russischen Regierung um die Ukraine an den Sanktionen gegen Russland festhalten, berichtet die AFP. Angela Merkel kleidet ihr Einschwenken auf den US-Kurs in für sie typische, blumige Worte. Merkel sagte am Donnerstag am Rande des G7-Gipfels im japanischen Ise-Shima: „Für mich ist es zu früh, in irgendeiner Weise Entwarnung zu geben. Es ist hier eine Veränderung der Position gegenüber den Monaten zuvor erst einmal nicht zu erwarten.“

In ihrer Abschlusserklärung, die nach Ende des Gipfels am Freitag veröffentlicht werden soll, werde die im vergangenen Jahr auf dem Treffen der G7 im bayerischen Elmau eingenommene Position bekräftigt, sagte Merkel. Schon damal sdrohten die G7 Russland mit verschärften Sanktionen, „sollten seine Handlungen dies erforderlich machen“.

Die G7-Staaten hatten im Zuge der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland verhängt. Zudem schlossen die sieben großen Industrienationen Russland aus ihrem Kreis aus und kehrten zum Format der G7 zurück. Das Gipfeltreffen in Japan ist das dritte seit dem Ausschluss Russlands.

Die Begründungen für den Kalten Krieg variieren. Einmal waren es angebliche russische Soldaten im Donbass, dann die „Annexion“ der Krim – eine völkerrechtlich umstrittene Qualifikation -, dann wieder der Abschuss der MH17, gelegentlich die Einhaltung der Minsker Vereinbarung. Davon hört man allerdings in jüngster Zeit weniger, weil die Regierung in der Ukraine Minsk ostentativ ignoriert. Die Krim ist dagegen ein dankbareres Subjekt, weil damit die Emotionen leichter geschürt werden können. So sagte der ukrainische Präsident Poroschenko bei der Heimkehr der Pilotin Sawtschenko, man werde auch die Krim von Russland zurückholen. Der Eurovision Song Contest wurde mit einem Krim-Song zum politischen Spektaktel, wie die Reaktionen des leidenschaftlichen Transatlantikers Carl Bildt belegen.

Eine eigenständige außenpolitische Position hat Merkel in Japan in keinem der Russland betreffenden Themen bezogen. Ähnlich wie beim Krieg in Syrien neigt Merkel dazu, von der US-Regierung aus geopolitischen Gründen forcierte Entwicklungen als unabänderliche Ereignisse darzustellen, deren Konsequenzen die Deutschen und die Europäer eben zu tragen hätten. So werden die Flüchtlinge aus Syrien zum moralischen Problem für die EU hochstilisiert, obwohl die sofortige Beendigung der ethnischen Säuberungen und der Vertreibung der Syrer aus ihrer Heimat das humane Gebot der Stunde wäre. Zu den Fluchtursachen, die die Kanzlerin ebenfalls nie erwähnt, gehören auch die Sanktionen gegen Syrien, die das Land in eine wirtschaftliche Katastrophe getrieben haben. Betroffen ist davon vor allem die Bevölkerung in Syrien, weil Lebensmittelversorgung und Gesundheitswesen nur noch mit Mühe aufrechterhalten werden können.

Der SPD kommt im Zuge dieser außenpolitischen Selbstaufgabe Deutschlands die Rolle der „good cops“ zu. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderte in Rostock die Aufhebung der Sanktionen – aus naheliegenden Gründen: In den vergangenen drei Jahren ist das Handelsvolumen mit Russland um 50 Milliarden Euro eingebrochen. Die deutsche Wirtschaft fordert seit langem die Aufhebung der Sanktionen. Forderungen nach einem Ende der Strafmaßnahmen kommen unter anderem aus der deutsche Industrie und Landwirtschaft, denen umfangreiche Geschäfte mit Russland weggebrochen sind. Allein 2015 waren nach Angaben des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft die deutschen Exporte nach Russland um 7,5 Milliarden Euro oder 25,5 Prozent eingebrochen.

Auch die Mehrheit der Deutschen ist dafür, die EU-Sanktionen gegen Russland aufzuheben oder zumindest zu lockern. Die Meinung der Deutschen ist in dieser Frage allerdings ganz und gar unerheblich.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier stellte fest, dass der Widerstand gegen die Russland-Sanktionen in der Europäischen Union (EU) wächst. Die Verlängerung der am 31. Juli auslaufenden wirtschaftlichen Strafmaßnahmen werde schwieriger, wird der SPD-Politiker am Donnerstag von der litauischen Nachrichtenagentur BNS zitiert. Es sei komplizierter als im vergangenen Jahr, eine gemeinsame Position dazu zu finden. Die Sanktionen wurden im Juli 2014 verhängt und 2015 zweimal verlängert. Auch im Sommer wird sich daran nichts ändern: Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kündigte bereits an, dass auch diesmal eine Verlängerung erfolgen werde. 

Alles andere als eine Verlängerung der Sanktionen wäre eine Sensation. Die Trends im geopolitischen Umfeld sind unmissverständlich: Die Nato wird in wenigen Wochen ihre Osterweiterung vorantreiben. Die Nato hat sich eigentlich verpflichtet, keine Kampftruppen dauerhaft in seinen osteuropäischen Mitgliedsländern zu stationieren. Bei ihrem Gipfel im Juli in Warschau will das Bündnis aber beschließen, dass Truppen der Allianz abwechselnd regelmäßige Übungen in den baltischen Staaten abhalten. Estlands Regierungschef Taavi Roivas  sagte der Zeitung Die Welt, es dürfe keine Lücken geben und fordert eine „durchgängige Präsenz von jeweils einem Bataillon der Nato in Estland, Lettland und Litauen“. Das Ziel: „Abschreckung muss die neue Normalität sein.“

In der entsprechenden Grundsatzrede hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärt, dass die Nato berechtigt sei, die USA und die EU auch auf fremdem Territorium zu verteidigen. Die Bundeswehr wird zu diesem Zweck erstmals in Osteuropa zum Einsatz kommen. Grundlage der Verschärfung des Kalten Krieges ist die Erklärung Russlands zum Feind, wie sie auch in der neuen deutschen Militär-Doktrin festgeschrieben wird.

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