RSS

Bestseller Autoren Weik & Friedrich: Wie schütze ich mein Vermögen?

Matthias Weik und Marc Friedrich haben mit dem Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ mit 120.000 verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher der vergangenen Jahre geschrieben. Nun legen sie mit „Der Crash ist die Lösung“ nach - und geben sehr praktische Überlegungen, wie man sich gegen die finanzielle Repression schützen kann.

Ihren XING-Kontakten zeigen
abo-pic

Die Bestsellerautoren Matthias Weik und Marc Friedrich (Der größte Raubzug der Geschichte) entlarven in ihrem neuen Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ abermals die Finanzindustrie und zeigen Möglichkeiten zur persönlichen Vermögenssicherung sowie alternative Wirtschaftssysteme auf. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten veröffentlichen im Folgenden einige Auszüge aus Kapitel 7 des neuen Buches.

Die Frage, die uns am häufigsten von Zuhörern, Lesern und Kunden gestellt wird, lautet: Wie schütze ich mein Vermögen? Diese Frage ist absolut verständlich und in unsicheren Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Viele Menschen, ob mit großem oder kleinem Geldbeutel, sind verunsichert und haben berechtigterweise Angst um ihr Geld. Diese Unsicherheit ist während der Krisen der letzten Jahre kontinuierlich gewachsen. Auf der anderen Seite ist das Vertrauen in die Politik und die Finanzbranche weitgehend erodiert: unzählige Krisengipfel, unkoordinierte Aktionen der Politik und der Zentralbanken, Vorgänge wie beispielweise die Zwangsenteignung von Sparern in Zypern, dazu immer größere Euro- und Bankenrettungspakete, Dehnung der EU-Verträge bis zum Anschlag, eine wachsende Unsicherheit, wer denn nun tatsächlich am Ende für wessen Schulden oder Verluste geradestehen muss, immer wieder neu aufflammende Krisenherde, die mit immer neuen exorbitanten Geldpaketen in die Zukunft verschoben werden, schließlich zahllose Manipulationsskandale in der Finanzbranche – all das lässt die Menschen mehr und mehr um ihre Ersparnisse bangen. Wir sind der Meinung, dass es niemals zuvor so wichtig war wie heute, seine Investments, sein Vermögen und die Altersvorsorge auf Nachhaltigkeit und Stabilität auch für extreme Situationen zu überprüfen. Denn der finale Kollaps wird kommen! […]

Wer die Meinung vertritt, dass unser Finanzsystem und der Euro weiterhin bestehen bleiben, bis beispielsweise die Rente oder eine Kapitallebensversicherung fällig werden, der muss nichts verändern und kann alles beim Alten lassen. Sollte man aber aufgrund der hier aufgezeigten Faktenlage doch Zweifel haben, dann sollte man umgehend aktiv werden. Wir möchten niemanden überreden. Wir möchten Sie objektiv – mit Daten und Fakten – überzeugen. Jeder hat es selber in der Hand, etwas zu ändern. Der für uns wichtigste Rat vorab:

1. Keine Schulden machen! Nur wer keine Schulden hat, ist wirklich frei. Mit Schulden ist man der Bank, dem Gläubiger etc. verpflichtet, und im Notfall hat die Bank das Recht, auf das eigene Hab und Gut zuzugreifen, wenn man seiner Schuld nicht mehr nachkommen kann. Dann sagt sie: „Sie haben bei uns Schulden! Selber schuld!“. […] In Krisenzeiten werden diejenigen, die ihr Leben mit Krediten finanziert und sich Dinge gekauft haben, die sie sich bei Lichte besehen nicht leisten können, massive Probleme bekommen. Wer auf zu großem Fuß gelebt hat, der wird knallhart auf dem Boden der Tatsachen landen. Dass ein Leben auf Pump langfristig nicht funktio niert, haben viele Menschen in Irland, Spanien oder den USA, aber auch 2009 in Deutschland erlebt. Viele, die ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, weil sie auf Kurzarbeit gesetzt oder sogar arbeitslos wurden, haben ihre Immobilie, die als Altersvorsorge gedacht war, verloren. Banken lassen sich Kredite nur zu gerne dinglich absichern. Entweder schwatzt man Ihnen zum Kredit eine teure Versicherung auf, vorzugsweise aus dem eigenen Finanzkonzern. Oder man lässt Sie ihre Immobilie verpfänden. TUN. SIE. DAS. NIE! Denn so schnell, wie die Bank mit einer Zwangsvollstreckung bei der Hand ist, können Sie nicht mal Ihre Tasche packen. […]

2. Wertewandel – vom Schein zum Sein! Wir erleben gegenwärtig das Ende des Zeitalters der Papierwerte und eine Renaissance der Sachwerte. Unsere Empfehlung lautet daher ganz klar: Schichten Sie um, weg von Papierwerten, hin zu Sachwerten! Investments in Anlagenformen, die die letzten 50 bis 60 Jahre durchaus sinnvoll und teilweise sehr rentabel waren, zum Beispiel Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen, Anleihen und Rentenfonds, Aktien und Aktienfonds, Geldmarktfonds, Zertifikate, manchmal sogar geschlossene Fonds, sind es heutzutage nicht mehr. Auch auf die Gefahr, uns zu wiederholen: Die Zeit der Rendite ist vorbei! Egal in welcher Anlageform, sie hing und hängt am exponentiellen Wachstum der Wirtschaft, und sie hängt seit ungefähr dreißig Jahren vor allem an einer exponentiellen Aufblähung des Kreditgeldsystems. Am System von Zins und Zinseszins. […]

Zu Zeiten der Großen Depression in den USA beruhte das amerikanische Währungssystem noch auf dem Goldstandard. Ein Drittel der Währung war durch Barren oder Münzen mit einem fest definierten Anteil an Feingold gedeckt – und dadurch geschützt. Trotz allem verloren die Aktienmärkte zirka 90 Prozent an Wert. Heute haben wir keinen Goldstandard mehr. Unser Geld ist allein noch durch Vertrauen gedeckt. Ein jeder kann sich selber ausmalen, wie groß der Verlust dieses Mal sein wird, wenn es zum Kollaps kommt. Durch den Staatsbankrott in Argentinien 2001 haben die Menschen ungefähr 70 Prozent von dem verloren, was sie besaßen. In Deutschland lagen die Verluste nach der Währungsreform von 1948 zwischen 81 und 93,5 Prozent.

Der Wertverlust bei Finanzprodukten nach der Währungsreform 1948. (Quelle: „Der Crash ist die Lösung“)

Der Wertverlust bei Finanzprodukten nach der Währungsreform 1948. (Quelle: „Der Crash ist die Lösung“)

Die Zahlen sprechen für sich und zeigen ein weiteres Mal, dass man mit Papierwerten schlechter fährt als mit Sachwerten. Mit Gold konnte man sein Vermögen effektiv schützen. Immobilien, Wiesen, Ackerland und Wald haben zwar ebenfalls an Wert verloren, aber sie wurden bei Weitem nicht so massiv entwertet wie Papierwerte. […]

Vermögenssicherung durch Sachwerte

Wir werden im Folgenden untersuchen, was alles im strengen Sinne des Wortes als wertbeständiger Sachwert gelten darf. Das umfasst eine weit größere Palette an Gütern, als Sie jetzt gerade womöglich denken. Auf der anderen Seite werden wir ihre SachwertVorstellungen dafür auch ziemlich zerlegen. Grundsätzlich aber gilt: Mit einem Sachwert ist man relativ unabhängig. Sachwerte haben einen unmittelbaren, direkten, für jedermann sofort erkennbaren Nutzen. Sachwerte können zwar im Wert schwanken, aber sie können nicht völlig wertlos werden, es sei denn, sie werden phy­ sisch zerstört. Ihre relativ hohe Wertbeständigkeit wurde in den letzten Jahrhunderten immer wieder bewiesen. Man muss sich nur Familien anschauen, die es über sehr viele Generationen geschafft haben, ihren Reichtum zu bewahren. In was haben diese Familien vorwiegend investiert? Vor allem in Sachwerte! Finanzielle Rück- lagen in Form von Sachwerten stärken die Unabhängigkeit, man bleibt handlungsfähig, und man kann sich teilweise vor politischen Eingriffen und vor Inflation schützen. Der Schwabe sagt nicht um- sonst: „Sach bleibt Sach!“.

Immobilien

Für uns ist eine Immobilie kein Investment! Nur sehr wenigen gelingt es, langfristig Rendite zu erwirtschaften. Außerdem sind fundierte Kenntnisse sowohl kaufmännischer, technischer alsauch rechtlicher Art notwendig. Meistens sind Immobilien mit viel Aufwand, Stress und immer wieder auch Ärger verbunden. Ferner wurden Immobilienbesitzer in der Vergangenheit in Deutschland, wie erwähnt, schon zweimal vom Staat zur Kasse gebeten – und das kann auch ein drittes Mal passieren. Bei den aktuell inflationär gestiegenen Preisen, vor allem in den Ballungszentren wie Hamburg, München, Frankfurt, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Wien, Salzburg, Zürich oder Basel, in denen sich Normalverdiener schon lange kein adäquates Eigenheim mehr leisten können, drängt sich der Erwerb einer Immobilie nicht mehr auf. Im Gegenteil: Es sollte eher ein Verkauf in Betracht gezogen werden. Alte Immobilienfüchse sagen nicht zu Unrecht: „So viel Geld bekommt man nie wieder.“ Eventuell könnten die Preise noch weiter steigen. Aber nur realisierte Gewinne sind wirkliche Gewinne! Wann immer es um Vermögenssicherung – und das heißt vor allem: Risikominimierung! – geht, lautet das Zauberwort „Diversifikation“. Einzig beim Thema Immobilien wird dieser Rat von den meisten Menschen über Bord geworfen. Niemals sollte man mehr als 30 Prozent seines Gesamtvermögens in eine Anlageklasse investieren. Doch leider investieren die meisten Bürger 50, 80 oder 100 Prozent in ihr Eigenheim. Mehr noch: Viele verschulden sich dafür, teil- weise bis zum Sankt Nimmerleinstag. Sie investieren also 150 Prozent und mehr ihres Vermögens bzw. eines erhofften zukünftigen Einkommens in Immobilien. Das ist so, als würden Sie beim Pokern sämtliche Chips auf ein Pärchen mit Kreuz-Zwei setzen. Millionen von Immobilien in Deutschland sind kreditfinanziert, viele davon Spitz auf Knopf. Da darf nichts schiefgehen. Wenn es zu einer Rezession kommt oder die Zinsen stark ansteigen, stehen etliche Immobilienbesitzer vor existenziellen Problemen. Ein jeder kann sich ausmalen, in welche Richtung sich die Immobilienpreise entwickeln, wenn Tausende oder gar Hunderttausende Immobilien auf den Markt geworfen werden, aber die Nachfrage aufgrund von wirtschaftlicher Schwäche und Arbeitslosigkeit parallel sinkt.

Gold und Silber

In unsicheren Zeiten wie diesen ist der physische Besitz der beiden klassischen „Geldmetalle“ Gold und Silber essentiell als Lebensversicherung für Ihr Vermögen gegen Krisen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwerfungen sowie Inflation. Damit verfügt man über zwei altbewährte und global akzeptierte Sachwerte zur Vermögenssicherung. Zusätzlich kann man sich mit Silber vor einem möglichen Goldverbot, welches in der Vergangenheit zum Beispiel in den USA, Russland und China praktiziert wurde, schützen. Aufgrund des niedrigeren Kaufpreises von Silbermünzen ist Silber im Notfall zudem besser als Gold zur Deckung des täglichen Bedarfs an Lebensmitteln und Gebrauchsgütern geeignet.

Wald, Acker und Wiesen

Nicht nur Millionäre und Adelige können sich Land leisten. Eine Streuobstwiese oder ein kleines Waldstück ist schon für wenig Geld zu haben. Der Vorteil von einem Investment in Land liegt klar auf der Hand: Man besitzt einen Sachwert, der auch noch Nutzen stiftet. Hier wachsen als Sachwertrendite Holz oder Lebensmittel heran. Allein, weil täglich fruchtbare Böden verschwinden und die Bodenversiegelung in Deutschland immer noch zunimmt, kann ein Investment in Land, sei es Wald, Wiese oder Ackerland, langfristig gesehen sinnvoll sein. Wenn die Spritpreise in Zukunft deutlich anziehen, werden wir es uns vielleicht nicht mehr leisten können, unsere Nahrungsmittel aus der ganzen Welt einfliegen oder herbeischiffen zu lassen. Ferner wird in vielen Ländern, welche uns mit Lebensmitteln versorgen, ein unvorstellbarer Raubbau an der Natur betrieben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in diesen Ländern das letzte Grundwasser abgepumpt und das Agrarland mit Pestiziden verseucht ist. Daher ist es unbedingt überlegenswert, in Deutschland in Grund und Boden zu investieren. […] Wenn Sie also landwirtschaftliche Flächen erwerben: Werden Sie ein fairer Verpächter. Fördern Sie besser kleine oder mittlere Landwirte. Denken Sie ruhig auch über Möglichkeiten einer ökologischen Bewirtschaftung nach. Spucken Sie den Großinvestoren mit ihren industriellen Monokulturen in die Suppe!

Direkte Beteiligungen und Naturalanlagen – P2P

Was wir schon bei Bürgerwindparks & Co. gesagt haben, gilt allgemein: Wir sind große Anhänger von direkten Beteiligungen auf Basis des Regionalitätsprinzips. Global denken, lokal anlegen! Warum sollten Anleger ihr Geld weltweit in ethisch wie ökonomisch fragwürdige Papierwerte stecken, wenn sie ihr Geld ebenso gut dort wirken lassen könnten, wo sie leben und arbeiten. Damit stärken sie die heimische Wirtschaft und schaffen Arbeitsplätze in der direkten Umgebung. Es gibt etliche gute und lokale Firmen, die Geld benötigen. Mit einer direkten Beteiligung werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Bank bleibt außen vor, das Unternehmen bekommt zinsgünstiger ein Darlehen, der Anleger eine Verzinsung über der Inflation – oder Naturalien bzw. einen anderen Sachwert als Gegenleistung. Idealerweise lässt sich der Kreditgeber seine Ansprüche per Vertrag durch Sachwerte absichern. […] Die Palette möglicher Investments ist breit: Sie können in einen Bauernhof, eine Imkerei oder einen Weinberg investieren. Auch Handwerksbetriebe wie beispielsweise Sägewerke, Mühlen, Schreinereien, Bäckereien, Installateurbetriebe, Käsereien, Mostbetriebe oder Schnapsbrennereien können gute Erträge bringen. Schauen Sie sich nur mal in Deutschlands Szenevierteln um: Die „Manufaktur“ ist absolut in! […] Eine weitere Alternative, um selbst zur fairen Mini-Bank zu werden: Beim sogenannten „peer to peer (P2P) lending“ werden Kredite direkt von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben – ohne dass eine Bank involviert ist. Hier gilt das Gleiche wie bei den oben genannten Geschäften: Kreditnehmer wie Kreditgeber haben einen Zinsvorteil. Auch hier ist Vertrauen gut, ein kurzer schriftlicher Vertrag aber besser.

Virtuelles Geld – Bitcoin und andere Kryptowährungen

Der enorme Anstieg der virtuellen Währung Bitcoin im Winter 2013 hat uns immer mehr Anfragen zu dem Thema beschert. Wir raten zur absoluten Vorsicht und sehen in den digitalen Währungen alles andere als stabile Standbeine zur Vermögenssicherung. […] Die virtuellen Parallelwährungen sind eine extrem heiße Wette mit enorm hektischen Kursausschlägen. So interessant die Idee eines „crowd money“ sein mag – ein wertsicheres Investment sind sie auf keinen Fall. Es gab zudem schon mehrere digitale Raubüberfälle, bei denen die Besitzer von Bitcoins und anderen digitalen Währungen „virtuell“ bestohlen worden sind – nur dass leider am Ende doch „echtes“ Geld weg ist. Zudem hat ein „Bug“ den Bitcoin-Kurs im Februar 2014 innerhalb weniger Tage um mehr als 50 Prozent abstürzen lassen. Daraufhin war eine Auszahlung auf einigen Börsenplattformen für virtuelle Währungen tagelang nicht möglich. […] Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr eines Verbots, da Bitcoin & Co. einigen Staaten und Notenbanken verständlicherweise ein Dorn im Auge sind. Vielleicht setzt sich eine digitale Währung durch, vielleicht aber auch nicht. Die Nachteile überwiegen ganz klar! Digitale Währungen sind äußerst spekulativ. Sie könnten also auch Lotto spielen oder ins Casino gehen.

Sammlungen

Sammeln ist ein Hobby, manchmal eine Leidenschaft, der bis zum eigenen Ruin gefolgt wird. Eine werthaltige Vermögenssicherung ist eine Sammlung jedoch so gut wie nie. Denn in einer Krise wird nicht der Liebhaberwert der Objekte bezahlt, sondern immer nur der tatsächliche Materialwert. Zudem braucht es neben der nötigen fachlichen Expertise auch das Quäntchen Glück, dass ausgerechnet Künstler A oder die Uhr R im Trend liegt und massive Wertsteigerungen verzeichnen kann. Auch das ist Lotto. Es ist daher unter dem Aspekt der Vermögenssicherung unter anderem abzuraten von:

• Kunst (Gemälde, Skulpturen, „Objekte“, Installationen etc.)
• Oldtimern/Youngtimern
• Uhren
• Porzellan aller Art
• Briefmarken und Sammlermünzen

Es gibt sicher tausend gute Gründe, eine Sammlung zu behalten, etwa Liebe zur Sache, familiäre Tradition oder emotionale Bindungen. Wenn wir aber über Vermögenssicherung sprechen, dann muss unser Rat derzeit eher lauten: verkaufen! Denn das wäre angesichts der teils völlig übertriebenen Preisentwicklungen auf vielen Sammlermärkten derzeit das perfekte antizyklische Verhalten.

Das neue Buch der „Raubzug“-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Das neue Buch der „Raubzug“-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Matthias Weik und Marc Friedrich sind Ökonomen, Querdenker, Finanzexperten, Redner und Bestsellerautoren. Ihr erstes Buch „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, das im Mai 2012 erschienen ist, steht seit über 20 Monaten auf der Bestsellerliste. Was Weik und Friedrich über die komplexen Probleme in der Finanzwelt schreiben, ist pointiert, faktenbasiert und erstaunlich unterhaltsam. Im April 2014 erschien „Der größte Raubzug der Geschichte“ bei Bastei Lübbe als Taschenbuch.  

Das neue Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ erscheint am 16. Mai beim Eichborn Verlag und kann hier erworben werden.

 

 

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


Russland bietet Türkei Wiederaufnahme der Pipeline Turkstream an
Russland bietet Türkei Wiederaufnahme der Pipeline Turkstream an
Russland möchte die mögliche Normalisierung des Verhältnisses mit der Türkei nutzen, um das für die EU wichtige Pipeline-Projekt Turkstream zu realisieren. Das Projekt war wegen der Spannungen auf Eis gelegt worden und soll die EU unter Umgehung der Ukraine mit…
abo-pic
Russlands Präsident Putin und Außenminister Lawrow beim Emfang ausländischer Diplomaten am Donnerstag in Moskau. (Foto: dpa)

Russlands Präsident Putin und Außenminister Lawrow beim Emfang ausländischer Diplomaten am Donnerstag in Moskau. (Foto: dpa)

Nach dem Telefonat zwischen den Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, lockert die Regierung in Moskau über das Nachbarland verhängte Sanktionen. Sowohl beim Tourismus als auch beim Pipeline-Projekt Turkstream sowie dem geplanten Bau eines Atomkraftwerkes zeigte sich die russische Regierung am Donnerstag bereit, Restriktionen aufzuheben.

Der russische Energieminister Alexander Novak erklärte, Russland sei bereit, die Arbeiten an der Gas-Pipeline Turkstream wieder aufzunehmen. Mit dem Projekt soll Erdgas unter Umgehung der Ukraine in die EU gepumpt werden. Zudem sollen die auf Eis gelegten Arbeiten an dem geplanten Atomkraftwerk Akkuyu wieder aufgenommen werden, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den russischen Vertreter bei der internationalen Atomenergiebehörde IAEA.

Das Projekt könnte für die Energieversorgung der EU wichtig werden, weil die Terror-Miliz IS angekündigt hat, die Kontrolle über den Handelsweg über die Straße von Hormus übernehmen zu wollen. Wenn es eine Alternativ-Route gibt, könnte die EU von Russland und den USA mit Energie versorgt werden. Die Amerikaner setzen auf Exporte von Flüssiggas (LNG) nach Europa.

Die Nachrichtenagentur Tass meldete, das Verkehrsministerium habe nach einer Anweisung der Regierung angefangen, Charterflüge in die Türkei wieder aufzunehmen. Das könnte ein erster Schritt sein, um den für die Türkei wichtigen Tourismus aus Russland wieder anzukurbeln.

Die Türkei hatte im November ein russisches Kampfflugzeug im syrischen Grenzgebiet abgeschossen, was die Beziehungen zwischen beiden Staaten schwer belastete. Russland verhängte Sanktionen. Vor allem die türkische Tourismusbranche und die Landwirtschaft waren davon stark betroffen. Am Dienstag hatten Putin und Erdogan erstmals wieder telefoniert.

Der russische Botschafter in Ankara, Andrej Karlow, erklärte, Russland erwarte eine Kompensation für den Abschuss des Kampfjets, bevor die bilateralen Beziehungen umfassend normalisiert würden. Dazu gehöre eine Entschuldigung, die Bestrafung der Verantwortlichen für den Abschuss und eine Entschädigung. Die Türkei habe sich für den Abschuss des Jets entschuldigt, sagte Putin bei einem Treffen mit russischen Diplomaten. Ob es zu einer Entschädigung kommen wird, ist unklar.

Türkei: Attentäter waren IS-Rekruten aus Russland und Zentralasien
Türkei: Attentäter waren IS-Rekruten aus Russland und Zentralasien
Die Attentäter vom Atatürk-Flughafen sollen Islamisten gewesen sein, die aus Russland, Usbekistan und Kirgisien stammen. Unklar bleibt, ob die Attentäter einer Terror-Organisation angehörten oder Söldner waren. Unklar ist ebenfalls, in welchem Auftrag sie gehandelt haben.
abo-pic
BU: Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will gegen Terroristen und Attentäter vorgehen. (Foto: dpa)

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will gegen Terroristen vorgehen. (Foto: dpa)

Die Attentäter vom Atatürk-Flughafen in Istanbul sollen den türkischen Behörden zufolge aus Rekrutierungsgebieten der Terror-Miliz ISIS im Kaukasus und in Zentralasien. Die Selbstmordattentäter seien ein Usbeke, ein Kirgise und ein russischer Staatsbürger gewesen, hieß es am Donnerstag aus türkischen Regierungskreisen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, der russische Staatsbürger stamme aus der Region Dagestan.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass analysiert die Meldung:

„Die drei Selbstmordattentäter, die die Terror-Attacke vom Atatürk-Flughafen in Istanbul ausgeführt haben, sind russischer, usbekischer und kirgisischer Nationalität, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan am Donnerstag. Die Agentur berichtet unter Berufung auf Sicherheitsquellen, dass einer der Täter aus der Republik Dagestan im Nordkaukasus kam. Andere türkische Medien berichten, dass er in der Nachbarrepublik der Türkei, Tschetschenien, stammen soll und über Syrien in die Türkei eingereist sein soll. Die Polizei in Istanbul hatte am frühen Donnerstag 13 Personen festgenommen – drei von ihnen sind Ausländer, die im Zusammenhang mit dem Flughafen-Anschlag von Dienstag stehen, bei dem 42 Menschen getötet und 239 verletzt wurden.“

Das Söldnertum ist im Kaukasus und weiteren Ex-Sowjetrepubliken besonders ausgeprägt. Junge arbeitslose Männer schließen sich Söldnertruppen an, um das finanzielle Überleben ihrer Familien zu sichern. Bei Selbstmordattentätern locken die Auftraggeber ebenfalls mit Geld. Den mittellosen Attentätern wird versprochen, sich nach ihrem Ableben mit großen Geldsummen um ihre Hinterbliebenen zu sorgen. Im vergangenen Jahr hatte die französische Polizei in Paris fünf Russen tschetschenischer Herkunft festgenommen. Sie sollen ein Attentat geplant haben. Unklar war, ob sie einer terroristischen Vereinigung angehören oder Söldner sind, die für Geld weltweit Aufträge erfüllen.

CIA-Chef John Brennan hatte am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Anschlag am Atatürk-Flughafen gesagt, dass es das „Markenzeichen“ der Terror-Miliz ISIS trage. „Ich wäre überrascht, wenn ISIS nicht versuchen würde, diese Art von Attacken auch in den USA auszuführen“, zitiert ihn USA Today.

 

Österreich: Flüchtlingspolitik ist „dramatischster Fehler“ der EU
Österreich: Flüchtlingspolitik ist „dramatischster Fehler“ der EU
Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz hält den Zusammenbruch der EU für möglich. Die Flüchtlingspolitik hält er für einen dramatischen Fehler. Man habe zu lange versucht, die Bürger mit Durchhalteparolen ruhigzustellen.
abo-pic
Österreichs Außenminister Sebastian Kurz, mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini beim Ministerrat in Brüssel. Seiner Meinung nach ist die Flüchtlingspolitik der EU wie der dramatischster Fehler. (Foto: dpa)

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz, mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini beim Ministerrat in Brüssel. (Foto: dpa)

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz hat angesichts der Flüchtlingskrise vor einem Auseinanderbrechen Europas gewarnt. Kurz bezeichnete die Flüchtlingspolitik als „dramatischster Fehler“ der EU. Das Thema habe die Menschen emotionalisiert und sei am Ende entscheidend für den Ausgang des Brexit-Referendums gewesen, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch in Österreich erwarte man „mehr von Europa“, und das Thema Bewältigung der Flüchtlingsströme stehe „für die Bürger ganz oben auf der Agenda“. Viele Probleme seien in Europa nicht gelöst und die Bürger mit „Durchhalteparolen ruhiggestellt“ worden.

Zugleich verteidigte Kurz die österreichische Haltung in der Flüchtlingsfrage. „Ich würde mir mehr Verständnis in Deutschland für unsere Positionen wünschen, zumal Deutschland mit Kontrollen an der österreichisch-deutschen Grenze kein Problem hat“, sagte er. Der Außenminister bekräftigte seine Forderung, Migranten konsequent abzufangen, die über den Seeweg kommen. „Wenn sich jemand illegal auf den Weg nach Europa macht, muss er an der EU-Außengrenze gestoppt werden und am besten in das Transit- oder Herkunftsland zurückgebracht werden. Solange wir das nicht tun, unterstützen wir indirekt die Schlepper, weil sich dann immer mehr auf den Weg machen, und dann werden auch mehr Menschen ertrinken.“

 

Flüchtlingszahlen auf Balkan-Route steigen erneut an
Flüchtlingszahlen auf Balkan-Route steigen erneut an
Die Flüchtlingszahlen auf der Balkan-Route sollen erneut ansteigen. Das berichtet der UNHCR. In Serbien kommen täglich 300, in Ungarn 186 und in Österreich 111 Flüchtlinge an. In Italien kommen täglich 3.645 Flüchtlinge an.
abo-pic
Die Flüchtlingszahlen auf der Balkan-Route und in Italien steigen an. (Grafik: UNHCR)

Die Flüchtlingszahlen auf der Balkan-Route und in Italien steigen an. (Grafik: UNHCR)

Nach einer Aufstellung des Flüchtlingswerks UNHCR sollen die Flüchtlingszahlen auf der Balkan-Route erneut angestiegen sein. Derzeit erreichen etwa täglich 300 Flüchtlinge Serbien. 186 Flüchtlinge erreichen täglich Ungarn und 111 Flüchtlinge erreichen täglich Österreich. In Italien ist die Lage dramatischer. Dort kommen täglich 3.645 Flüchtlinge an. Diese reisen über Libyen und das Mittelmeer nach Italien.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz fordert angesichts der Flüchtlingskrise ein entschiedeneres Vorgehen der EU. Der Außenminister bekräftigte seine Forderung, Migranten konsequent abzufangen, die über den Seeweg kommen. „Wenn sich jemand illegal auf den Weg nach Europa macht, muss er an der EU-Außengrenze gestoppt werden und am besten in das Transit- oder Herkunftsland zurückgebracht werden. Solange wir das nicht tun, unterstützen wir indirekt die Schlepper, weil sich dann immer mehr auf den Weg machen, und dann werden auch mehr Menschen ertrinken.“

Die Regierung in Ungarn war bereits Ende Mai dazu übergegangen,  ihre Grenze zu Serbien zu sichern, da sie einen Anstieg an Flüchtlingen beobachtete.

Kroatien errichtet zwei Meter hohen Zaun an Grenzübergang zu Serbien
Kroatien errichtet zwei Meter hohen Zaun an Grenzübergang zu Serbien
Kroatien hat einen neuen Grenzzaun zu Serbien errichtet. Damit will das Land verhindern, dass Flüchtlinge über Serbien in die EU kommen. Die Regierung in Zagreb ist offenbar wegen Meldungen besorgt, dass die Zahl der Flüchtlinge auf der Balkan-Route wieder steigen soll.
abo-pic

Kroatien hat an der Grenze zu Serbien einen zwei Meter hohen Metallzaun errichtet, um Flüchtlinge und Migranten an der Einreise zu hindern. Örtliche Medien wie die Zeitung Novi List zeigten am Donnerstag Bilder von Arbeitern, die am Grenzübergang Batina einen Zaun auf einer Brücke über die Donau aufstellten, die an dieser Stelle eine natürliche Grenze zwischen Kroatien und Serbien bildet.

Mit den Barrieren könne die Brücke bei Bedarf komplett gesperrt werden, teilte das kroatische Innenministerium mit. So sollten illegale Einreiseversuche in das Land verhindert werden. Derzeit gebe es aber keine „aktuelle Gefahr für die Sicherheit“ in dem Gebiet. Den Medienberichten zufolge gab es Gerüchte, wonach mehrere hundert Flüchtlinge auf dem Weg zur kroatisch-serbischen Grenze seien. Dies konnten die serbischen Behörden nicht bestätigen. Die UN hatte den erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen auf der Balkan-Route gemeldet.

Kroatien und Serbien liegen auf der sogenannten Balkanroute, über die 2015 und Anfang 2016 hunderttausende Flüchtlinge und Migranten nach Westeuropa gelangten. Seit März ist sie versperrt. Dennoch gelangen nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissariats täglich mehrere hundert Migranten nach Serbien.

Die meisten von ihnen steuern die serbisch-ungarische Grenze an – nicht weit vom Grenzübergang Batina entfernt – um in Ungarn Asyl zu beantragen.

ISIS will wichtigsten Handelsweg für Öl nach Europa kontrollieren
ISIS will wichtigsten Handelsweg für Öl nach Europa kontrollieren
Der sogenannte Islamische Staat hat ein Video veröffentlicht, in dem er sein strategisches Ziel auf einer Landkarte darstellt. Demnach wollen die islamistischen Söldner die wichtigsten Handelsroute für Erdöl nach Europa kontrollieren. Sollte dies gelingen, wäre ein sicherer Transport von Öl…
abo-pic
Die obere Karte zeigt die von ISIS beanspruchten Gebiete, in denen Konflikte toben oder noch entstehen sollen. Die untere Grafik der EIA zeigt sieben wichtigsten Knotenpunkte und Wasserwege für den weltweiten Ölhandel. (Grafik: Screenshot und EIA)

Die obere Karte zeigt die von ISIS beanspruchten Gebiete, in denen Konflikte toben oder noch entstehen sollen. Die untere Grafik der EIA zeigt sieben wichtigsten Knotenpunkte und Wasserwege für den weltweiten Ölhandel. (Grafik: Screenshot und EIA)

In einem aktuellen Propaganda-Video von ISIS zum Jubiläum „Two Years Since the Caliphate“ erhebt die Terror-Miliz Anspruch auf sechs geographische Gebiete: auf einen Teil Zentralsyriens und Ost-Syrien, die arabische Halbinsel, den Jemen, den Sinai, Libyen und Algerien. In alle diesen Gebieten will die Terror-Miliz künftig noch aktiver werden, was zwangsläufig zu einer Destabilisierung dieser Regionen führen wird. Wer genau hinter dem IS steckt, ist nicht bekannt. Auffällig an dem Jubiläums-Video ist, dass der angebliche Führer der Bewegung, Abu Bakr al-Baghdadi, keine Rolle spielt. Eigentlich hätte man zum Jubiläum eine Botschaft des angeblichen Kalifen erwartet.

Besonders interessant ist, dass diese Regionen sich an den Knotenpunkten (Nadelöhren) des weltweit wichtigsten Schifffahrtswegs befinden, der wiederum unerlässlich ist für den weltweiten Öltransfer. Der Ölhandel von Ost nach West wird über diese Wasserstraße durchgeführt. Nach Angaben des US-Energiebehörde EIA wird 63 Prozent des weltweiten Öls über Wasserstraßen abgewickelt. Eine Destabilisierung der von ISIS als Angriffsziele ausgewählten Regionen würde zwangsläufig den weltweiten Ölhandel massiv behindern. Der allerwichtigste Knotenpunkt für den weltweiten Öltransfer bildet die Straße von Hormus. Auch die Region an dieser Wasserstraße will die Terror-Miliz destabilisieren.

Weiterhin ist auffällig, dass ISIS es nicht in etwa auf Gesamt-Ägypten, sondern hauptsächlich auf den Sinai und damit den Suez-Kanal als Angriffsziel abgesehen hat. Ägypten ist zwar nicht als Ölexporteur wichtig. Doch der Suezkanal ist nach Angaben des Chefvolkswirts der BHF Bank, Uwe Angenendt, einer der sieben wichtigsten Transportwege des Öls. „Aufgrund des Suezkanals und einer parallel dazu laufenden Pipeline werden täglich gut zwei Millionen Barrel Rohöl vom Roten Meer zum Mittelmeer transportiert“, zitiert der Deutschlandfunk Carsten Fritsch, Rohstoffspezialist der Commerzbank. In diesem Zusammenhang würden die Rohstoffmärkte auch durch Entwicklungen in den Nachbarländern Ägyptens beeinflusst werden, zu denen Libyen zählt. Algerien – auch ein Angriffsziel von ISIS – hingegen liegt ebenfalls an der weltweit wichtigsten Wasserstraße und ist zudem Ölproduzent.

Insgesamt ist diese Wasserstraße mit ihren Knotenpunkten vor allem wichtig für die Versorgung Europas mit Öl. Sollte der Ölhandel per Schiff von Ost nach West ins Stocken geraten, wären die EU-Staaten darauf angewiesen, US-amerikanischen Öl und Gas von West nach Ost zu importieren. Die USA haben im Mai erstmals Gas nach Europa geliefert. Der Transport erfolgte über den Seeweg. Im Februar hatte die EU-Kommission entschieden, dass US-amerikanisches Gas ungehindert in die EU importiert werden darf. In dieser Woche hat der Deutsche Bundestag die Freigabe für Fracking in Deutschland erteilt.

Vermutlich würde auch Russland von einer solchen Entwicklung in die Lage versetzt, für Europa als Energielieferant die Nummer Eins zu bleiben. Das russische Erdgas macht heute den weitaus größten Teil der Energieversorgung in Europa aus.

Die Nato wird bei ihrem Gipfel im Juli beschließen, den Einsatz im Mittelmeer zu verlängern. Als offizieller Grund wird die Flüchtlingskrise und seit kurzem auch der Waffenschmuggel angegeben. Der IS transportiert offenbar ständig Waffen über das Mittelmeer – wohl auch, um die geografische Verbindung zwischen den Kampfgruppen herzustellen. Die Waffentransporte gehen allerdings in beide Richtungen: In Syrien sind US-Waffen aufgetaucht, die von der CIA nach Libyen gebracht worden waren, um Söldner-Truppen auszurüsten.

Das Video des IS nimmt auch indirekt Bezug auf den Syrien-Krieg: Es trägt den Titel: „Two Years Since the Caliphate – Wilāyat Ḥalab”. Wilāyat Ḥalab bedeutet „Provinz Aleppo”. Die Osmanen hatten Syrien in zwei Provinzen aufgeteilt. Die eine Provinz hieß „Damaskus” und die andere „Aleppo”. Die Provinz Aleppo ragte bis in die heutigen türkischen Städte Urfa und Maras. Um die Provinz Aleppo tobt aktuell die Entscheidungsschlacht im Syrien-Krieg: Russland und die syrische Armee kämpfen gegen islamistische Söldner. Insgesamt wird in Syrien darum gekämpft, Regionen für Pipelines durch ethnische Säuberungen freizuschlagen. Die Vertreibung von Millionen Menschen ist die Folge. Sie führt zur massiven Fluchtbewegung nach Europa. In der politischen Debatte um die Fluchtursachen findet dieser entscheidende Aspekt kaum Berücksichtigung.

Stratfor, George Friedman, Robert Kagan und andere US-Geopolitiker haben regelmäßig darauf verwiesen, wie klug die Osmanen den Nahen Osten regiert haben und die Gebiete nach religiösen Gesichtspunkten und nach Stämmen aufgeteilt haben. Die Geopolitiker geben mit der Würdigung der Osmanen einen Hinweis, wie eine mögliche Aufspaltung von bestehenden Staaten im Nahen Osten durch Sezessionen zu einer Neu-Ordnung der Region führen könnten.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

media-fastclick media-fastclick