EU-Wahl: In Katalonien dominieren die Separatisten

In Katalonien erhält die Regionalpartei Esquerra Republicana die meisten Stimmen, während Spaniens regierende Volkspartei starke Verluste erleidet. Damit wird die Diskussion um Kataloniens Unabhängigkeit neu angefacht.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der Graben zwischen Katalonien und Spanien wird tiefer. Das wurde mit den EU-Wahlergebnissen von Sonntag noch einmal deutlich. So wählten mehr als 55 Prozent der katalanischen Wähler für Parteien, die ein Referendum über die künftige Situation der Region, unterstützen. Im Gegensatz dazu haben Spaniens regierende Volkspartei (PP) sowie die oppositionellen Sozialisten starke Stimmverluste in der Region erlitten.

Mit 24 Prozent der Stimmen hatte die Linkspartei Esquerra Republicana (ERC) den höchsten Anstieg an Stimmen. ERC ist die größte politische Partei in Katalonien. Oriol Junqueras, der Leiter des ERC, sieht das Ergebnis als einen weiteren Schritt zur Unabhängigkeit Kataloniens an, so die Financial Times. Bei den Wahlen 2009 hatte die Linkspartei lediglich 9 Prozent an Stimmen für sich gewinnen können.

Convergència i Unió (CiU), die derzeit regierende Partei in Katalonien, erhielt 22 Prozent der Stimmen und damit nur den zweiten Platz. Experten glauben, dass das Wahlergebnis vom Sonntag den politischen Druck auf die katalanische Partei Convergència Democràtica de Catalunya (CDC) und ihren Anführer, Artur Mas, erhöht. Mit dem EU-Wahlergebnis ist die CiU gezwungen mit Artur Mas die Führungsposition zu teilen.

Die rechtsgerichtete Partei, Ciutadans, setzt mit 6 Prozent der Stimmen der katalanischen Unabhängigkeit entgegen. Die Wählerstimmen kamen vor allem von ehemaligen PP- Wählern.

Die PP ist Spaniens größte politische Kraft, allerdings erreichte sie weniger als 10 Prozent bei der katalanischen Abstimmung. Sie ist jetzt nur noch die fünftgrößte Partei in einer Region, die 20 Prozent der Wirtschaftsleistung Spaniens ausmacht. Die oppositionellen Sozialisten gewannen nur 14 Prozent der Stimmen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick