Die Rache der Wall Street: Rating-Agentur bedroht Österreichs Banken

Standard & Poor's rächt sich bei Österreich für den drohenden Schuldenschnitt bei der Hypo Alpe Adria. Die Agentur kündigt Herabstufungen an, weil die Republik ihre Staatsgarantien für nachrangige Gläubiger rückwirkend kündigen will. Die Sanktionen der Wall Street könnten auch die Hausbank der österreichischen Regierung, Raiffeisen, treffen.

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Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) droht aufgrund des geplanten Schuldenschnitts bei der Hypo Alpe Adria mit einer schlechteren Bonitätsnote für sieben österreichische Banken. Betroffen seien unter anderem die Erste Group, die Raiffeisen Bank International sowie die UniCredit-Tochter Bank Austria, erklärte die Agentur am Dienstag.

Für Raiffeisen wäre die Sache unangenehm: Die Bank ist die Hausbank der ÖVP und bestimmt im Wesentlichen die Politik in Österreich (mehr zum gespenstischen Netzwerk der Alpen-Goldmänner – hier).

Grund dafür ist das geplante Hypo-Gesetz, bei dem Österreich auch Gläubiger zur Kasse bitten will, die mit Garantien des Landes Kärnten versehene Nachranganleihen im Volumen von rund 900 Millionen Euro im Portfolio haben.

Dieser Schritt komme unerwartet und könnte eine nachlassende staatliche Unterstützung für systemrelevante Banken signalisieren, begründeten die Experten ihre Entscheidung. Über eine tatsächliche Verschlechterung der Bonitätsnoten wollen sie in den kommenden drei Monaten entscheiden.