Aktien-Blase: Billiges Geld als Doping für US-Konzerne

Das billige Geld der Zentralbanken hat zu einem massiven Anstieg der Unternehmenswerte geführt. Acht der zehn teuersten Unternehmen der Welt stammen aus den USA. Spitzenreiter Apple konnte seinen Vorsprung ausbauen. Der wertvollste deutsche Konzern ist Volkswagen auf Rang 55.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Bewertung der großen US-Konzerne ist in den vergangenen sechs Monaten erneut um 4 Prozent angestiegen. Ursache ist vor allem die lockere Geldpolitik der Federal Reserve. Es droht eine gewaltige Aktienblase.

Apple bleibt das wertvollste Unternehmen der Welt und hat seinen Vorsprung noch vergrößert. Der US-Technologiegigant kam Ende Juni auf einen Marktwert von 560 Milliarden Dollar, 128 Milliarden Dollar mehr als der Verfolger Exxon Mobil, wie die am Donnerstag veröffentlichte Rangliste der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young ergab. Ende 2013 war der Abstand nur etwa halb so groß.

Acht der zehn teuersten Unternehmen der Welt stammen aus den USA. Mit dem britisch-niederländischen Ölriesen Royal Dutch Shell (Platz 8) und dem Schweizer Pharmakonzern Roche (Platz 10) schafften es nur zwei Europäer unter die Top Ten. „Den US-Unternehmen kann derzeit niemand das Wasser reichen“, sagte Ernst & Young-Experte Thomas Harms.

Wertvollster deutscher Konzern ist Volkswagen auf Rang 55 mit einer Marktkapitalisierung von 123 Milliarden Dollar. Bayer kommt auf Platz 59, Siemens auf Platz 60. In den Top 300 ist Deutschland mit 16 Unternehmen vertreten und belegt damit den vierten Rang hinter den USA, Großbritannien und China.

Während der Wert der US-Unternehmen aber in den vergangenen sechs Monaten um 4 Prozent zulegte, ging der Wert der deutschen Firmen um 1 Prozent zurück. „Nach dem massiven Börsenboom der vergangenen Monate hat der Marktwert der deutschen Großkonzerne ein enorm hohes Niveau erreicht – da ist es schwierig, die Marktkapitalisierung noch weiter zu steigern“, erläuterte Harms.

In Europa gebe es Zeichen für eine zaghafte Erholung, hieß es in der Studie. Vor allem Unternehmen aus den Krisenländern Spanien und Italien steigerten ihren Börsenwert kräftig.

Der Wert der asiatischen Firmen stagnierte dagegen, der der Unternehmen aus China und Hongkong sank sogar um ein Prozent. „Die Erwartungen der Börsen an die asiatischen Märkte sich nicht mehr ganz so euphorisch“, begründete Harms diesen Trend.

Die insgesamt sehr hohen Bewertungen der Unternehmen beunruhigt derzeit die Bank für Internationalen Zahlungsgleich (BIZ). Ihr neuer Chefvolkswirt Hyun Song Shin warnt, auf den Märkten baue sich „ein schmerzhafter und sehr zerstörerischer Umschwung auf“ (mehr hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***