Brandbomben-Anschlag auf Synagoge in Wuppertal

Auf eine Synagoge in Wuppertal ist in der Nacht zum Dienstag ein Brand-Anschlag verübt worden. Drei Täter warfen mehrere Molotow-Cocktails auf das Gebäude, ein 18-Jähriger Palästinenser wurde festgenommen. Der Schaden ist gering, da zwei Brandsätze nicht zündeten.

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Auf die Bergische Synagoge in Wuppertal-Barmen ist in der Nacht zum Dienstag ein Anschlag mit Brandsätzen verübt worden. Wie die Polizei mitteilte, warfen insgesamt drei Täter mehrere mit Benzin und Öl gefüllte Flaschen auf das Gebetshaus. Ein 18-Jähriger sei festgenommen worden. Verletzt wurde niemand. Am Gebäude sei nach ersten Ermittlungen kein Sachschaden entstanden.

Die Staatsangehörigkeit des mutmaßlichen Täters sei noch ungeklärt, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Kiskel. Bei der Polizei habe er aber angegeben, er sei Palästinenser. Der junge Mann besitze eine aufenthaltsrechtliche Duldung. Zwei weitere Täter konnten laut Kiskel fliehen.

Eine Anwohnerin, die ein Feuer auf der Straße vor dem Gebetshaus bemerkte, hatte in der Nacht die Polizei verständigt. Die Beamten fanden einen brennenden Gegenstand. Bei diesem handelte es sich offenbar um einen Molotow-Cocktail, der den Tätern aus der Hand gefallen sei, sagte Kiskel. Die auf den Eingangsbereich geschleuderten Brandbomben seien dagegen nicht explodiert, da sich offenbar der Brandbeschleuniger nicht entzündet habe. Die Flaschen seien an der Außenwand und dem Podest zerschellt, erläuterte der Staatsanwalt.

Hätte sich der Brandsatz entzündet, wären Kiskel zufolge weitaus größere Schäden möglich gewesen. „Wenn ein Benzin-Öl-Gemisch brennt, ist das eine recht gefährliche Sache“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

In Deutschland und anderen Ländern hatte es in den vergangenen Tagen mehrfach antisemitische Proteste gegeben. Hintergrund ist die Offensive der israelischen Armee gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen.

Die Bergische Synagoge gehört zur Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, die nach eigenen Angaben 2200 Mitglieder zählt. Das Gebäude wurde im Dezember 2002 eingeweiht. An dem Festakt nahmen der damalige israelische Staatspräsident Moshe Katzav und Bundespräsident Johannes Rau teil. Die alte Synagoge wurde in der Progromnacht der Nazis im November 1938 niedergebrannt.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, zeigte sich bestürzt. „Die Nachricht über den Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge macht uns alle fassungslos“, sagte er der „Rheinischen Post“ laut Vorabbericht. Es habe diverse Drohungen gegen jüdische Einrichtungen gegeben. Diese bedürften einer ganz besonderen Aufmerksamkeit.

Der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung sprach der Jüdischen Gemeinde das Mitgefühl der Stadt aus. „Wir sind zutiefst beschämt über den feigen Brandanschlag auf unsere Bergische Synagoge“, sagte der CDU-Politiker. Wuppertal sei solidarisch mit der jüdischen Gemeinde. Für den frühen Abend hat ein Demokratiebündnis zu einer Solidaritätskundgebung vor der Synagoge geladen.

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