Völkermord-Vorwurf: Russland leitet Verfahren gegen Ukraine ein

Hochrangige ukrainische Politiker und Militärs hätten die russisch-stämmigen Bürger in der Ostukraine „absichtlich vernichten“ wollen. Deshalb leitet Russlands wichtigste Ermittlungsbehörde ein Verfahren wegen Völkermord ein. Kiew reagiert mit einer Gegenklage.

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Russlands wichtigste Ermittlungsbehörde hat wegen der Kämpfe in der Ostukraine ein Verfahren wegen Völkermordes an der russischstämmigen Bevölkerung eingeleitet. Hochrangige ukrainische Politiker und Militärangehörige sowie die Nationalgarde hätten die Bürger „absichtlich vernichten“ wollen und entsprechende Befehle gegeben, erklärte das Ermittlungskomitee am Montag. Die Behörde untersteht Präsident Wladimir Putin direkt.

Regierungstruppen hätten schwere Waffen eingesetzt, um in den sogenannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk mehr als 2500 Menschen zu töten, hieß es in der Erklärung. Außerdem seien 500 Häuser sowie öffentliche Gebäude zerstört worden.

Kiew reagiert auf die Ermittlungen: Die ukrainische Justiz hat ihrerseits ein Ermittlungsverfahren gegen die russische Strafverfolgungsbehörde eingeleitet, die der politischen Führung in Kiew Völkermord vorwirft. Das russische Ermittlungskomitee habe sich illegal in die Angelegenheiten der Ukraine eingemischt mit dem Ziel, die prorussischen Separatisten in Donezk und Luhansk zu unterstützen, begründete die Generalstaatsanwaltschaft ihren Schritt am Dienstag.


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