Argentinien ist pleite: Nun droht Liquiditäts-Engpass

Argentinien ist am Freitag erstmals mit einer Zinszahlung auf Staatsanleihen in Verzug geraten. Nun versuchen die Gläubiger, eine Allianz zu formen, mit der die sofortige Rückzahlung aller Schulden gefordert wird. Die Ratingagentur Fitch hat bereits die ersten Papiere mit der Note "D" (Default) - also Zahlungsausfall klassifiziert.

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Argentiniens Staatspleite zieht immer weitere Kreise. Das lateinamerikanische Land geriet am Freitag mit der Zinszahlung auf bestimmte Staatanleihen in Verzug, was die Regierung in Buenos Aires in einen akuten Liquiditätsengpass treiben könnte. Auslöser für die Verschärfung der Krise ist der Ablauf einer Frist für die Überweisung eines Anleihezinses. Damit steigt für das klamme Land das Risiko, dass seine Gläubiger die unmittelbare Rückzahlung sämtlicher Schulden verlangen. Das Wirtschaftsministerium äußerte sich zunächst nicht dazu, ob eine solche Forderung bereits eingegangen ist. Sie könnte sich auf insgesamt bis zu 30 Milliarden Dollar belaufen und damit die argentinischen Devisenreserven übersteigen.

Insidern zufolge versuchen einige Gläubiger bereits, eine Allianz für eine rasche Rückforderung aller ausstehenden Schulden zu schmieden. Einem solchen Schritt müssten bei jeder einzelnen Klasse argentinischer Bonds jeweils Eigner zustimmen, die zusammen ein Viertel des jeweiligen Gesamtwertes der Staatsanleihen halten. Analysten zufolge zögern viele Gläubiger aber, weil eine solche beschleunigte Rückforderung kostspielige Gerichtsverfahren nach sich ziehen könnte. Zudem drohe Argentinien eine akute Zahlungsnot und der kriselnden Wirtschaft des Landes ein weiterer Dämpfer – was die Chancen auf eine tatsächliche Rückzahlung weiter schmälerten.

Der Schuldenstreit geht noch auf die Pleite Argentiniens 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften einige Hedgefonds Schuldtitel mit einen hohen Abschlag und verlangten eine volle Auszahlung. Das lehnte Argentinien ab. Ein US-Gericht wies daraufhin an, dass die Inhaber der neuen Bonds nur dann ausgezahlt werden dürfen, wenn die Regierung auch die Hedgefonds bedient. Als Folge trat ein Zahlungsausfall ein.

Der Verzug für die sogenannten Par-Bonds vom Freitag veranlasste die Ratingagentur Fitch noch am selben Tag dazu, diese Papiere mit der Note „D“ für Zahlungsausfall zu bewerten.

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