Wall Street Journal Deutschland wird geschlossen

Das Wall Street Journal Deutschland stellt nach nur zwei Jahren seinen Betrieb ein. Der Mutterkonzern von Rupert Murdoch hatte mit dem deutschsprachigen Dienst von Dow Jones eine Doppelstrategie gefahren, nun muss das ambitionierte junge Projekt aufgeben. Dow Jones als Agentur bleibt weiter aktiv.

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In einer internen Mail gab Gerald Baker von News Corp. das Ende des Wall Street Journal Deutschland bekannt. Der Branchendienst Newsroom bringt die Email im Wortlaut.

Das WSJ Deutschland hatte von Anfang an mit einem Struktur-Problem zu kämpfen: Die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires agierte als hausinterner Konkurrent, Synergien konnten nicht ausreichend genutzt werden. Auch das Konzept war für den deutschen Markt nicht geeignet: Murdoch versuchte, seinen Erfolg aus China nach Deutschland zu übertragen und setzte auf eine Kombination von Übersetzungen und einigen lokalen Berichten. Das reichte nicht, um genügend zahlende Kunden zu gewinnen. Wegen der Hybrid-Form war auch das Anzeigengeschäft nicht wirklich erfolgreich. Newsroom schreibt, von der Schließung zum Jahresende sei eine „einstellige Zahl von Redakteuren“ betroffen. Dass zeigt, dass das WSJ Deutschland im Grunde stets am Limit operieren musste – ein unlösbares Problem.

Vor genau zwei Jahren wurde die Financial Times Deutschland eingestellt. Der Eigentümer Gruner + Jahr verkaufte die Abonnement-Kartei an das Handelsblatt, welches davon allerdings nicht nachhaltig profitieren konnte. Die verbreitete Auflage ist im Quartalsvergleich laut IVW von 2012 auf 2013 gesunken, hat sich allerdings 2014 auf diesem Niveau stabilisiert.


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