Trotz Sanktionen: Finnland beschließt AKW-Bau mit russischer Hilfe

Das finnische Parlament genehmigte den Bau und die Finanzierung eines Atomkraftwerks durch den russischen Staatskonzern Rosatom. Die Finnen vertreten die Auffassung, das Projekt verstoße nicht gegen die Sanktionen gegen Russland.

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Inmitten der Ukraine-Krise hat Finnland den Bau eines neuen Atomkraftwerks mit russischer Hilfe beschlossen. Das Parlament billigte am Freitag ein Vorhaben, wonach Bau und Finanzierung des Fennovoima-Reaktors im Norden des Landes zu großen Teilen in die Hände des russischen Staatskonzern Rosatom gelegt wird. Die Diskussion um den Kraftswerksbau hatte die finnische Koalition stark belastet.

Das AKW mit 1200 Megawatt Leistung soll ab 2024 Strom liefern. Die Kosten werden auf sechs bis sieben Milliarden Euro taxiert. Andere Investoren waren zuvor abgesprungen, da sie Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projekts hatten.

„Es ist klar, dass dies nicht die beste Zeit für die Entscheidung ist, wenn man die internationale politische Lage betrachtet“, sagte Wirtschaftsminister Jan Vapaavuori. „Aber wir müssen Entscheidungen treffen, wenn sie auf den Tisch kommen.“ Sie würden auch nicht gegen die Sanktionen verstoßen, die der Westen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise verhängt hatten. Die EU hatte zuletzt aber darauf gedrängt, dass die Staaten sich unabhängiger von Russland in Energiefragen machen sollten.

Das Atomkraftwerk soll Strom zu einem Preis von unter 50 Euro pro Megawattstunde liefern. Derzeit liegt der Marktpreis allerdings um 36 Euro. Die europaweit gesunkenen Strompreise hatten bereits eine Reihe von Kraftwerksprojekten in Schwierigkeiten gebracht. Großbritannien will neue AKW subventionieren. In Finnland selbst hat sich der Bau eines neuen Blocks für das AKW Olkiluoto immer wieder um Jahre verzögert und war von milliardenschweren Kostensteigerungen begleitet. Jetzt soll der Block 2018 ans Netz.

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