Leitzins erhöht: Russische Zentralbank kämpft gegen Kapitalflucht

Russland reagiert auf die anhaltende Kapitalflucht im Land. Die Notenbank hat den Leitzins daher erneut angehoben. Nach der Entscheidung fiel der Rubel auf ein Rekordtief.

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Der Rubel unterliegt enormen Schwankungen. (Grafik: ariva.de)

Die russische Zentralbank hat den Leitzins erneut angehoben. Die Währungshüter entschieden am Donnerstag, den Schlüsselzins um einen Prozentpunkt auf 10,5 Prozent hochzuschrauben. Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet.

Die Notenbank reagiert damit auf den Konjunktureinbruch im Land und die anhaltende Kapitalflucht.

Doch auch der höherer Leitzins kann die Flucht aus dem Rubel nicht stoppen. Der Dollar legte nach der Zinserhöhung der russischen Notenbank am Donnerstag sogar noch zu und stieg auf ein Rekordhoch von 55,455 Rubel. Der Euro markierte mit 48,9895 Rubel ebenfalls einen neuen Bestwert. Am Moskauer Aktienmarkt fiel der Leitindex RTS auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 835,52 Punkten.

Einige Anleger hatten mit einem größeren Schritt als der Erhöhung des Leitzinses um einen Prozentpunkt gerechnet. Außerdem senkten die Notenbanker ihre Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre und stellten weitere Zinserhöhungen in Aussicht, sollten die Inflationsrisiken zunehmen.

Der Rubel steht seit Monaten unter Druck und hat seit Jahresbeginn zum Dollar etwa 70 Prozent und zum Euro mehr als 50 Prozent seines Wertes eingebüßt. Die Wirtschaft leidet unter den westlichen Sanktionen gegen Russland wegen dessen Rolle in der Ukraine-Krise. Außerdem brechen dem Land durch die anhaltende Talfahrt der Ölpreise die Export-Einnahmen weg.

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