Börse: Dax schließt 0,5 Prozent im Minus

Spektakuläre Arbeitsmarktdaten aus den USA: Vor allem die beiden Vormonate werden drastisch nach oben korrigiert, der November wäre mit 423.000 neuen Stellen der zweitbeste Wert im 21. Jahrhundert! Aber hinter die Zahlen ist ein großes Fragezeichen - das Zauberwort lautet „Saisonale Anpassungen“.

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Überraschend starke Arbeitsmarktdaten haben den Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung in den USA am Freitag neue Nahrung gegeben. Dies gab dem Dollar Auftrieb und drückte im Gegenzug den Euro um mehr als einen US-Cent auf 1,1344 Dollar.

Den Aktienmärkten halfen die Zahlen dagegen kaum. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 10.846,39 Punkten in den Feierabend. Im Vergleich zur Vorwoche legte er allerdings 1,4 Prozent zu. Der EuroStoxx50 büßte am Freitag 0,3 Prozent ein. An der Wall Street notierten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zum Handelsschluss in Europa 0,2 bis 0,4 Prozent fester.
Die US-Unternehmen schufen im Januar außerhalb der Landwirtschaft 257.000 neue Jobs, nach dem Aufbau von revidiert 329.000 Stellen im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von 234.000 gerechnet. Daraufhin stiegen am Terminmarkt die Wetten auf eine nahende US-Zinserhöhung. Sie deuteten darauf hin, dass nun 55 statt 48 Prozent der Investoren auf eine Zinswende im September setzen.

Jim Paulsen, der bei Well Capital Management die Investitionsentscheidungen verantwortet, bezeichnete die US-Daten als beeindruckend. Für den Aktienmarkt birgt dies aus seiner Sicht aber auch Schattenseiten. Neben den Zinsen stiegen auch die Löhne. Da die Unternehmen die zusätzlichen Kosten aber nicht schnell genug an die Kunden weitergeben könnten, drohten rückläufige Gewinnmargen, warnte Paulsen.

Für Sorgenfalten auf der Stirn von Anlegern sorgten außerdem die verhärteten Fronten im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern. Die kühle Reaktion auf die „rosaroten Pläne“ der Athener Regierung zur Neuverhandlung des Reformauflagen zerstöre die Illusion, dass es Gespräche auf Augenhöhe statt zwischen Schuldner und Geldgeber seien, betonte Anlagestratege Daniel Sugarman von ETX Capital. In der kommenden Woche wollen die Spitzen der Euro-Staaten über weitere Hilfen für Griechenland beraten. Dem Mittelmeer-Anrainer droht nach dem Ende des im Februar auslaufenden bisherigen Programms die Staatspleite.

Die Athener Aktienbörse setzte ihre Talfahrt am Freitag fort und verlor zwei Prozent. Der griechische Bankenindex rutschte um zehn Prozent ab. Die Verkäufe griechischer Staatsanleihen trieben die Rendite der dreijährigen Titel auf 18,182 Prozent. Vor der Wahl in Griechenland hatten sie nur etwa halb so hoch gelegen.

Am deutschen Aktienmarkt standen unter anderem Fresenius unter Verkaufsdruck, deren Aktien sich um 2,3 Prozent verbilligten. Durch die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Hospira durch den Pharmakonzern Pfizer müsse sich die Fresenius-Tochter Kabi auf einen härteren Wettbewerb einstellen, warnten die Analysten der Investmentbank Jefferies. Hospira bietet Nachahme-Versionen von Biotech-Medikamenten an. Kabi hat sich auf flüssige Generika spezialisiert.

In New York legten Twitter 16,7 Prozent zu. Der Kurznachrichtendienst hatte ein Quartalsergebnis über Markterwartungen bekanntgegeben. Außerdem will das Unternehmen dank einer Kooperation mit Google das zuletzt schwächelnde Wachstum der Nutzerzahlen wieder ankurbeln.

Auch das Karriere-Netzwerk LinkedIn überraschte Investoren mit seinen Geschäftszahlen positiv. Die Papiere des Xing -Rivalen legten in der Spitze 14,7 Prozent zu und waren mit 272,90 Dollar so teuer wie nie zuvor.

Ihr jeweiliges Börsendebüt absolvierten der finnische Kleinkredit-Anbieter Ferratum und Schweizer Telekom-Konzern Sunrise mit Bravour. Erstere schlossen am deutschen Aktienmarkt mit 18,08 Euro 6,3 Prozent über ihrem Ausgabepreis. Sunrise gewannen in Zürich sogar zwölf Prozent auf 76 Franken.

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