Wegen Ölpreis-Verfall: Russland plant Einschnitte bei Sozialausgaben

Russland plant finanzielle Einschnitte bei den Sozialausgaben und beim Militär-Etat. Der Ölpreis-Verfall belastet das Haushalts-Budget, da die Einnahmen zurückgehen. Der russische Finanzminister Anton Siluanow sagt, dass er bis ans Ende des Jahres Kapitalabflüsse in Höhe von 100 Milliarden Dollar erwarte.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der Ölpreis-Verfall schade der russischen Konjunktur erheblich, so Finanzminister Anton Siluanow am Montag. Das habe sich bei den Staatseinnahmen bemerkbar gemacht. Deshalb werde das Land Einschnitte bei den Sozialausgaben vornehmen und das Rentenalter anheben, zitiert das Wall Street Journal Siluanow.

Kürzungen beim Militär-Etat seien ebenfalls möglich. Bisher gingen 40 Prozent der jährlichen Staats-Ausgaben für das Militär und die Strafverfolgungs-Behörden zurück. Der Finanzminister erwartet für das aktuelle Jahr ein Schrumpfen der Wirtschaft in Höhe von drei Prozent. Doch für das kommende Jahr erwartet er ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent. Für 2017 geht er sogar von einem Wachstum von zwei Prozent aus.

Der Verbraucherpreis-Index (CPI) lag im Februar bei 16 Prozent. Doch Siluanow erwartet eine durchschnittliche Inflation für das aktuelle Jahr von 12,2 Prozent. Im ersten Quartal des aktuellen Jahres, sei mit Kapital-Abflüssen in Höhe von 30 Milliarden Dollar zu rechnen. Bis zum Jahresende sollen diese auf 100 Milliarden Dollar ansteigen.

Russlands Reservefonds wird sich von aktuell 86 Milliarden Dollar auf 8,3 Milliarden Dollar im Jahr 2017 reduzieren. Der Reservefonds wurde im Jahr 2004 für den Fall sinkender Staatseinnahmen aufgrund von Ölpreis-Rückgängen gegründet, um Staatsausgaben finanzieren zu können.

Siluanow sagt, dass sein Land keinen Zugang zum internationalen Kapitalmarkt habe. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass Russland planungsgemäß Staatsanleihen im Volumen von sieben Milliarden Dollar begeben werde. Doch er erwarte, dass die Ukraine ihre Eurobonds-Schulden an Russland in Höhe von drei Milliarden Dollar bis ans Ende des Jahres bedienen werde.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick