Lautstärke ohne Lärm: Neues Sound-System schont die Nachbarn

Ein revolutionäres Sound-System kann die Lautstärke von Konzerten verdoppeln, ohne dabei den Schalldruck zu vergrößern. Damit wird die Musik in einem Raum doppelt so laut wahrgenommen, dringt jedoch nicht durch Wände. Auch die Klangqualität steigt trotz gleicher Dezibelzahl.

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Ein spanischer Toningenieur hat ein Sound-System entwickelt, das die Lautstärke erhöhen kann, ohne den Schalldruck zu vergrößern. Die Psychoakustik ermöglicht dabei eine lautere Wahrnehmung der Töne bei gleichbleibender Dezibelzahl. Das Aufdrehen von Musik in einem Raum bliebe somit ohne Auswirkungen auf Nachbarn.

Masn’live wurde von dem spanischen Tonngenieur Xergio Córdoba aus Madrid entwickelt. Sein patentiertes Soundsystem macht Gebrauch von der Psychoakustik, also der Beziehung zwischen dem akustischen Tonsignal, der auditorischenBeschaffenheit des Raumes und der akkustischen Wahrnehmung im Gehirn: Erst dieses Zusammenspiel bestimmt, wie laut Musik wirkt.

Sein Verstärker schafft es, dass das Gehirn die gleiche Schallwelle doppelt so laut wahrnimmt wie gewöhnlich, während der tatsächliche Schalldruck in Dezibel (dBA) gleich bleibt, berichtet die IBTimes.

Masn’live beseitigt dabei niedrige Frequenzen und ersetzt sie durch einen „akustischen Fingerabdruck“, bestehend aus Tönen, die das menschliche Ohr als Bass wahrnimmt, ähnlich dem „Subwoofer-Effekt“. Die Musik behält so Fülle und Kraft, aber vermittelt keine tiefen Frequenzen mehr, die die Wände durchdringen.

Auch Gehörschäden können so vorgebeugt werden:  Da das Gehirn das Volumen bereits lauter wahrnimmt, ohne die Lautstärke tatsächlich aufzudrehen – so vermeidet man, das Gehör den schädlichen Frequenzen auszusetzen.

Córdoba hatte die Idee nach einem Gespräch mit einem Nachtclub-Besitzer, der sich beschwerte, dass die Einhaltung der Emissionsvorschriften bedeutete, die Schalldruckpegel niedrig zu halten, was die Klangqualität erheblich verschlechtert, berichtet Vice. Dieses altbekannte Problem der Lautstärke und Lärmbelästigung hat der Ingenieur nun nach langwierigen technischen Experimenten offenbar gelöst.

Zusammenarbeit mit namenhaften Künstlern und großen Festivals zumindest bezeugen den Erfolg des Systems: „Es ist im Grunde das gleiche wie Audio-Mastering, aber auf einem Konzert statt in einem Studio. So ziemlich alles klingt besser, höher, stärker, und es gibt noch viel mehr Details. Wir haben es in eine ganze Reihe von Orten getestet, mit äußerst überraschenden Ergebnissen. Wir haben es mit Blues, Pop, Salsa, Rock-alle Genres ausprobiert“, so Cordoba.

 

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