Börse: Dax schließt 1,2 Prozent im Minus

Der Dax kommt nach ordentlichem Start stark unter Druck: Auslöser waren die schwachen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone. In Griechenland wird der größten Steuerbehörde der Strom abgedreht, weil Varoufakis die Rechnung nicht bezahlt hat - und darüber hinaus hat Athen einen abenteuerlichen Plan.

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Die Furcht der Anleger vor einer Abkühlung der Konjunktur hat den internationalen Aktienbörsen am Donnerstag zu schaffen gemacht. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 11.723,58 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 verlor 0,8 Prozent auf 3694,72 Stellen. An der Wall Street pendelten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 jeweils um ihren Vortagesschluss.

Genährt wurden die Spekulationen unter anderem von der überraschend trüben Stimmung in den europäischen Firmen. Der Einkaufsmanagerindex ging um 0,5 Punkte auf 53,5 Zähler zurück, blieb aber über der Wachstumsschwelle von 50 Stellen. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit einem Anstieg auf 54,4 Punkte gerechnet. „Obwohl es eine deutliche Verbesserung der europäischen Wirtschaft gibt, ist das Spiel noch nicht gewonnen“, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets.

In den USA lag der Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 295.000 leicht über den Erwartungen. Außerdem fiel die Zahl der Eigenheimverkäufe im Februar um 11,4 Prozent und damit so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Diese enttäuschenden Zahlen dämpften Spekulationen auf eine baldige Anhebung der US-Leitzinsen. Dies setzte der Währung zu. Daraufhin verteuerte sich der Euro auf 1,0795 Dollar von 1,0723 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

Bei den Unternehmen sorgte Bilfinger mit der fünften Prognosesenkung in Folge für Gesprächsstoff. Der Bau- und Dienstleistungskonzern rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem „erheblichen“ Ergebnisrückgang. DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic sprach von einer „harschen Gewinnwarnung“. Bilfinger-Aktien schlossen knapp 18 Prozent tiefer bei 47,38 Euro. Das ist der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte.

Nach dem Ausstieg des Mehrheitseigentümers stand auch Leifheit ganz oben auf den Verkaufslisten. Die Familie Schuler-Voith hatte ihren 50,5-prozentigen Anteil Insidern zufolge zum Preis von 49 Euro je Aktie verkauft. Die zuletzt stark gestiegene Aktie des Haushalts- und Küchengeräte-Herstellers brach um 13,4 Prozent auf 50,99 Euro ein. Dabei wechselten mehr als 67 Mal so viele Leifheit-Papiere den Besitzer wie an einem Durchschnittstag.

Zu den wenigen Gewinnern am europäischen Aktienmarkt zählte Michelin. Der französische Reifenhersteller steigerte dank der Euro-Abwertung der vergangenen Monate seinen Umsatz. Außerdem kündigte das Unternehmen einen Aktienrückkauf an, dessen Papiere daraufhin in Paris um bis zu 7,4 Prozent auf ein Acht-Jahres-Hoch von 102,90 Euro stiegen.

An der Wall Street legten Dunkin‘ Brands zeitweise sogar neun Prozent zu. Der Betreiber der Süßwaren-Kette Dunkin‘ Donuts steigerte den Gewinn im ersten Quartal überraschend stark um 21,2 Prozent auf 0,40 Dollar je Aktie. Außerdem hob das Unternehmen seine Gesamtjahresziele an.

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