Börse: Dax schließt im Plus

Das Treffen in Riga zwischen Griechenland und der Eurogruppe hat die Gläubiger einmal mehr desillusioniert: EU-Offizielle bezeichneten Varoufakis als Amateur und Zeitverschwender. Der einzige, der noch an einen Deal glaubt, ist Varoufakis.

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In der Hoffnung auf steigende Unternehmensgewinne und eine Lösung für den griechischen Schuldenstreit sind einige Anleger am Freitag wieder in die europäischen Aktienmärkte zurückgekehrt. Da bis zum Abend aber kaum Annährung zwischen der Athener Regierung und den Geldgebern zu erkennen war, gaben Dax und EuroStoxx50 einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Der deutsche Leitindex verabschiedete sich mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 11.810,85 Punkten in den Feierabend. Damit gewann er im Wochenvergleich ein Prozent. Sein europäisches Pendant legte am Freitag 0,4 Prozent zu auf 3713,96 Zähler.

Griechenland hat seinen Geldgebern bei den Verhandlungen um Reformauflagen als Gegenleistung für weitere Hilfszahlungen Entgegenkommen signalisiert. „Wir rechnen bis spätestens Juni mit einer Einigung“, schrieben die Analysten der Bank Credit Suisse in einem Kommentar. Insgesamt sei die Gefahr einer Pleite des hoch verschuldeten Staates in den kommenden Wochen gering. Schließlich halte sich der Mittelmeer-Anrainer bislang finanziell über Wasser, obwohl seit Monaten keine offiziellen Hilfsgelder mehr flössen. Vor diesem Hintergrund legte der Athener Leitindex am Freitag 3,4 Prozent und der Bankenindex sogar 8,1 Prozent zu.

Für Kauflaune an den europäischen Börsen sorgte außerdem der überraschend starke Ifo-Index. Das Barometer für die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen stieg im April auf 108,6 Punkte von 107,9 Zählern. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus auf 108,4 Stellen gerechnet.

Bei den deutschen Aktienwerten sorgte der gut 20-prozentige Einbruch von Biotest für Aufsehen. Das ist der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Ein Mittel gegen rheumatoide Arthritis hatte bei Tests nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Sollte sich US-Partner AbbVie entscheiden, die Entwicklung des Medikamentes einzustellen, drohen der im Kleinwerte-Index SDax notierten Pharmafirma im laufenden Jahr Gewinneinbußen von bis zu 30 Millionen Euro.

Gefragt waren dagegen die Titel von HSBC und Standard Chartered, nachdem Anleger der beiden britischen Großbanken eine Verlegung der Konzernzentralen ins Ausland ins Gespräch gebracht haben. „Ein solcher Schritt würde die Belastung durch Abgaben und zusätzliche Steuern reduzieren“, sagte Analyst Keith Bowman vom Brokerhaus Hargreaves Lansdown. Außerdem sei unklar, ob nach der Anfang Mai anstehenden Parlamentswahl eine neue Regierung die Regeln für die Finanzbranche verschärft. Die Titel von HSBC und Standard Chartered stiegen an der Londoner Börse in der Spitze um jeweils mehr als drei Prozent.

An der Wall Street sorgten überraschend starke Zwischenbilanzen von Amazon, Microsoft, Google und Starbucks für Auftrieb. Deren Aktien stiegen zwischen 3,5 und 14,7 Prozent und hievten den technologielastigen Nasdaq-Index auf ein 15-Jahres-Hoch von 5099,12 Punkten. Damit lag er nur noch etwa 33 Zähler unter seiner Bestmarke vom März 2000. Dow Jones und S&P 500 notierten jeweils leicht im Plus.

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