Fifa-Korruption blüht dank sagenhafter Summen aus GEZ-Geldern

Die FIFA ist für Korruption so anfällig, weil sie enorme Summen für die Fernsehrechte bei Fußball-Weltmeisterschaften einstreift. Ein wesentlicher Teil dieser Gelder wird über staatliche Zwangsgebühren generiert. Die deutschen Haushalte müssen, ohne jemals gefragt worden zu sein, für Russland und Katar etwa 430 Millionen Euro berappen. ARD und ZDF sollten aus diesem Spiel aussteigen. Es hat nicht das Geringste mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu tun.

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Der Weltfußballverband FIFA wird vor allem aus Zwangsgebühren der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aus vielen Ländern finanziert. Die Sender gelten in der Regel als die sichersten Bieter für die Übertragungsrechte von Großveranstaltungen, wie etwa einer Fußball-WM. Weltweit hat die Fifa im Jahr 2014 2,4 Milliarden US-Dollar an TV-Rechten erhalten, wie der eben veröffentlichte Finanzbericht zeigt.

Es ist daher kein Wunder, dass in einem solchen Umfeld die Korruption blüht: Denn die Sender müssen das Geld, das sie für den Fußball ausgeben, nicht am Markt verdienen, sondern ziehen es per Zwangsgebühr von jedem Haushalt ein, wie in Deutschland; oder aber, in etwas rückständigeren Staaten, von jedem, der ein TV-Gerät besitzt. Die Korruption wird durch die strenge Geheimhaltung begünstigt. Kein Gebührenzahler erfährt, wieviel er an den Sepp Blatter und seine Freude überwiesen hat. Daher weiß natürlich auch niemand, was mit dem Geld geschieht.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet die TV-Rechte für Nordamerika der Auslöser des aktuellen Fifa-Skandals waren: Es geht um illegale Kickbacks, Scheinrechnungen und Selbstbedienung – also das ganze Programm, das der Züricher Tagesanzeiger sehr lesenswert aufgeschrieben hat.

In Deutschland müssen die Gebührenzahler für die im Zuge der Korruptionsaffären höchst umstrittenen Veranstaltungen in Katar und in Russland tief in die Tasche greifen: Obwohl die Sender den Gebührenzahler keine Rechenschaft schulden und sich daher seit Jahren weigern, die exakten Summen bekanntzugeben, ist die Größenordnung bekannt, um die es geht: So berichtete der Spiegel Anfang des Jahres, dass ARD und ZDF für die Übertragung der WM in Russland im Jahr 2018 etwa 218 Millionen Euro bezahlen werden. Die Fernsehrechte für die Übertragungen aus dem Wüstenstaat Katar liegen demnach bei etwa 214 Millionen Euro.

Für die Übertragungen aus Brasilien mussten die Gebührenzahler den Rekordbeitrag von 210 Millionen Euro auf den Tisch legen. Wie dramatisch die Preise gestiegen sind, belegen die Zahlen von 2006 und 2010. Damals hatten ARD und ZDF nur 179 Millionen Euro berappen müssen. Damals war allerdings das Rechtepaket kleiner, das Paket des Jahres 2022 enthält auch die Fußball-WM der Frauen im Jahr 2019. Ob diese Summen angemessen sind oder nicht, kann nicht festgestellt werden. Die Vereinbarungen unterliegen strengster Geheimhaltung. ARD wie ZDF wollten die Zahlen unter Hinweis auf die Vertraulichkeit der Verträge nicht kommentieren, berichtete der Spiegel.

Interessant ist jedoch, dass die Sender die Rechte unabhängig vom Austragungsort und der Austragungszeit erworben haben. Das bedeutet, dass die Gebührenzahler auch dann die Spiele zu sehen bekommen, wenn sie wegen der katastrophalen Fehlplanung zu einer anderen Jahreszeit, also etwa im Winter wie für Qatar geplant, stattfinden. Sollten sich die Amerikaner durchsetzen und Russland die Ausübung der Spiele 2018 noch streitig machen, wäre das für ARD und ZDF auch kein Problem. In jedem Fall übertragen die öffentlich-rechtlichen Sender die Spiele der FIFA – egal wann und wo.


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