Geringe Auswirkung der Griechenland-Krise auf den Devisenmarkt

Obwohl der Euro aufgrund der Griechenland-Krise etwa unter Druck steht, sagt Esther Reichelt, Devisenexpertin bei der Commerzbank, dass die Auswirkungen der aktuellen Grexit-Spekulationen sich nur begrenzt auf den Devisenmarkt auswirken würden. Anleger schauen eher pessimistisch auf die Wirtschaftsentwicklung in den USA.

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Im New Yorker Handel kostete der Euro zuletzt 1,1242 US-Dollar. (Grafik: ariva.de)

Im New Yorker Handel kostete der Euro zuletzt 1,1242 US-Dollar. (Grafik: ariva.de)

Im New Yorker Handel kostete der Euro am Dienstag zuletzt 1,1242 US-Dollar und damit ähnlich viel wie im europäischen Nachmittagsgeschäft – am Vormittag war er noch zeitweise bis auf 1,1330 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,1215 (Montag: 1,1218) Dollar festgesetzt.

Der Druck auf die Gemeinschaftswährung halte sich bisher in Grenzen, sagte ein Experte. Der Markt vertraue weiter auf eine Einigung zwischen Athen und den Geldgebern in letzter Minute. Diese scheint aktuell aber nicht in Sicht: Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) rückt angesichts der verhärteten Positionen und Diskussionen um Notfallpläne offenbar immer näher.
„Die Auswirkungen auf den Devisenmarkt sind jedoch relativ gering“, sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin bei der Commerzbank. „Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob es zu Ansteckungseffekten auf andere Länder der Eurozone kommt.“ Dies sei aus heutiger Sicht nicht zu erwarten. „Zudem schauen die Anleger derzeit eher pessimistisch auf die Wirtschaftsentwicklung in den USA“, so Reichelt. Auch dies verhindere Kursgewinne des Dollar zum Euro.

Zuletzt hatten schwache amerikanische Konjunkturdaten Erwartungen geschürt, dass sich die US-Notenbank Fed mit der ersten Zinserhöhung seit der Finanzkrise Zeit lassen wird. Ein solcher Schritt würde den Dollar als Anlagewährung gegenüber dem Euro attraktiver machen. Konkrete Hinweise könnte es am Mittwoch geben, zum Abschluss der zweitägigen Fed-Zinssitzung.

Dass der Europäische Gerichtshof die Anti-Krisen-Politik von EZB-Präsident Mario Draghi gestützt und das Anleihekaufprogramm (OMT) als rechtens erklärt hat, bewegte den Euro kaum. „An den Märkten wurde die Entscheidung so erwartet“, sagte Reichelt

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