Riss in der Nord-Front: Österreich attackiert Deutschland

Nach Italien hat auch Österreich den von Wolfgang Schäuble in die Diskussion gebrachten Rauswurf Griechenlands scharf kritisiert. Dieser sei entwürdigend, sagte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann.

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Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann hat die von der deutschen Regierung ins Spiel gebrachte Idee eines zeitweisen Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone scharf kritisiert. „Vorschläge wie ein befristetes Ausschließen aus einer Währung halte ich für entwürdigend“, sagte der SPÖ-Politiker am Sonntag vor Beginn des Euro-Sondergipfels zum Thema Griechenland in Brüssel. Die Idee eines „Grexit auf Zeit“ sei zudem falsch, weil man dann auch anderen Euro-Mitgliedern zurufen könne: „Mach doch mal Pause von der Währung.“ Persönlich beschuldigen wolle er aber niemanden, sagte Faymann. Zugleich forderte er von der griechischen Regierung weitere Anstrengungen, um Vertrauen wiederherzustellen.

Zuvor hatte Italiens Premier Matteo Renzi Deutschland attackiert. Faymann hat bisher eher laviert. Der Schäuble-Vorschlag bot ihm allerdings die Möglichkeit, sich ein wenig zu profilieren. Allerdings schwelt der Konflikt zwischen Wien und Berlin schon länger. In Wien ist man erbost über die Russland-Sanktionen, die der österreichischen Wirtschaft außergewöhnlich zusetzen. Als Revanche hatte Österreich bei der Skandla-BAnk Hypo Alpe Adria einen hatrten Kurs eingeschlagen. Die deutschen öffentlichen Banken müssen nach der Einigung mit der BayernLB mit Abschreibungen von 45 Prozent ihrer Kredite rechnen.

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