Krisen-Gewinne: Spekulanten reißen sich um griechische Inseln

Griechische Inseln sind wegen der Krise zu einem begehrten Spekulationsobjekt geworden. Die Käufer wetten, dass der Wert der Ländereien steigen wird, und sie die Inseln dann mit Gewinn weiterverkaufen können. Sie sehen sich als Profiteure in der Krise.

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Die Insel Stroggilo ist 21,85 Hektar groß und kostet 4,5 Millionen Euro. (Foto: Private Islands Online)

Die Insel Stroggilo ist 21,85 Hektar groß und kostet 4,5 Millionen Euro. (Foto: Private Islands Online)

Die griechischen Inseln stehen derzeit hoch im Kurs bei Spekulanten und Investoren. Im Zuge des Landbanking erwerben sie Inseln, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn zu verkaufen. Auf den erworbenen Gebieten wird weder investiert noch gebaut. Bis zum Verkauf dient es der privaten Nutzung der Investoren. Auf der Webseite Private Islands Online lassen sich griechische Inseln mieten und kaufen. So kostet die Insel Stroggilo, die 21,85 Hektar groß ist, insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Ana Vukovic, Geschäftsführerin von Colliers International für Griechenland, Serbien, Zypern und Mazedonien, sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Die Nachfrage nach griechischen Inseln ist vor allem bei ausländischen Käufern groß, die über ein großes Volumen an Cash verfügen. Beim Landbanking erwerben Investoren mit geringen Summen Inseln oder andere Ländereien. Das erworbene Land wird weder bearbeitet noch werden weitere Investitionen getätigt. Stattdessen wird darauf spekuliert, dass die Bodenpreise steigen. Tritt die Preiserhöhung tatsächlich ein, wird das Land mit Gewinn verkauft. Derartige Investoren kaufen Inseln in erster Linie für den persönlichen Gebrauch.“

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, ob die in Griechenland erworbenen Ländereien – Festland und Inseln – von Investoren bebaut werden dürfen, sagte Vukovic:

Wir müssen zwischen Land für die kommerzielle Nutzung, die Wohnnutzung und die Resort-Nutzung unterscheiden. Es gibt klare Vorschriften und Spezifikationen für die Nutzung der einzelnen Gebietsparzellen. Dabei handelt es sich um Vorschriften was und in welchem Umfang auf den Parzellen gebaut werden darf. In der Vergangenheit hatten wir ein paar Fälle, in denen ausländische Investoren Grundstücke gekauft hatten und sich mit einem langen bürokratischen Prozess über Bauvorschriften konfrontiert sahen. Um Situationen wie diese zu vermeiden, sind ausländische Investoren dazu übergegangen, bereits ,fertige Produkte´ zu kaufen. Dabei handelt es sich beispielsweise um ältere Hotelbauten, die renoviert und dann in Betrieb genommen werden. Es werden auch Joint-Ventures für diverse Projekte gegründet, um das Risiko möglichst auf mehrere Schultern zu verteilen.“


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