Anschlag auf Gas-Leitung in Türkei, Verbindung unterbrochen

In der Türkei haben Extremisten in der Nacht einen Anschlag auf eine Gas-Pipeline aus dem Iran verübt. Die Gaszufuhr ist unterbrochen. Die Türkei ist mittlerweile aktiv im Krieg gegen Syrien tätig und will mit den USA eine Pufferzone errichten. Sie bombardiert zu diesem Zweck auch kurdische Stellungen. Die Kurden protestieren. Es wird befürchtet, dass der Konflikt auch auf Deutschland übergreifen könnte.

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In der Türkei ist nach Regierungsangaben auf eine Gas-Pipeline aus dem Iran ein Anschlag verübt worden. Die Gaszufuhr sei nach dem nächtlichen Angriff gestoppt worden, teilten der türkische Energieminister Taner Yildiz und die staatliche Gasgesellschaft Botas am Dienstag mit. Die Reparaturarbeiten seien im Gang. Wann das Gas wieder strömen könne, sei noch nicht klar, sagte ein Vertreter von Botas weiter. Die Türkei habe andere Staaten nicht um Gaslieferungen gebeten. Es gebe auch keine Engpässe bei der Belieferung des Inlandsmarkts.

Die Türkei und die USA arbeiten an Plänen, gemeinsam die Extremistenmiliz IS aus einem Korridor an der türkisch-syrischen Grenze zu vertreiben. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Montag dem türkischen Sender ATV, inzwischen habe man die Lufthoheit, um eine Region vom IS zu befreien und die gemäßigte syrische Opposition zu unterstützen, damit sie in diesem Gebiet die Kontrolle übernehmen könnten. US-Regierungsvertreter sagten in Washington, derzeit liefen Gespräche über die Größe der Sicherheitszone an der Grenze. In diesem Gebiet sollten sich gemäßigte syrische Rebellen frei bewegen können.

Vergangene Woche hatte die Türkei dem Drängen der USA nachgegeben und ihre Luftwaffenstützpunkte für Angriffe auf den IS in Syrien und im Irak freigegeben. Zudem hatte sich die Türkei nach langem Zögern bereiterklärt, sich aktiv am Kampf gegen den IS zu beteiligen.

Auch am Montag nahmen türkische Panzer wieder Ziele in Syrien unter Feuer. Während die Kurden-Miliz YPG erklärte, die türkischen Panzer hätten auf YPG-Stellungen gezielt anstatt die Extremisten des Islamischen Staates (IS) unter Feuer zu nehmen, wies ein Sprecher des Außenministeriums in Ankara dies als falsch zurück.

Der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter warnt vor einem Übergreifen des Kurdenkonflikts von der Türkei auf Deutschland. Es gebe die Gefahr, dass die Auseinandersetzungen auch wieder verstärkt hierzulande ausgetragen werden, sagte Kiesewetter der „Nordwest-Zeitung“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. „Unsere Sicherheitsbehörden sind alarmiert.“ Die Türkei ging zuletzt auch nach internationaler Kritik massiv gegen kurdische Aktivisten vor.

Der CDU-Politiker ergänzte, Gefahr bestehe auch für deutsche Soldaten. „In der Türkei gibt es eine sehr schwache Sicherung der Bundeswehr-Einsatzkräfte“, sagte Kiesewetter. „Hier muss geprüft werden, ob nicht mehr für die Eigensicherung getan werden muss.“ Es sei nicht auszuschließen, dass Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei PKK auch Nato-Einheiten in der Türkei bekämpfen. Die Bundeswehr hat Patriot-Luftabwehrraketen etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt in der Türkei stationiert. Zudem hilft sie bei der Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer im Nord-Irak. Diese werden so im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt.

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