Schneller durch London: Laufband soll U-Bahn ersetzen

Die Gleise der Londoner Circle Line sollen durch Laufbänder ersetzt werden. Nach den Plänen eines US-Architekturbüros würde dies die Reisedauer verkürzen, weil Haltestellen und Wartezeiten wegfallen. Die Bänder sollen unterschiedliche Geschwindigkeiten haben und von Pubs und Restaurants gesäumt werden.

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Passagiere könnten beim Travellator jederzeit zusteigen - und müssten nie mehr auf die verspätete U-Bahn warten. (Screenshot)

Passagiere könnten beim Travellator jederzeit zusteigen – und müssten nie mehr auf die verspätete U-Bahn warten. (Screenshot)

Das amerikanisches Architekturbüro NBBJ hat ein System aus Laufbändern entwickelt, das Reisenden schneller durch die Londoner Innenstadt bringen soll als die U-Bahn: Ein Travellator, bestehend aus drei Rollbändern in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, soll die Gleise der ringförmigen Circle Line ersetzen. Passagiere könnten jederzeit überall zusteigen, Haltestellen wären damit überflüssig und Wartezeiten fielen komplett weg. Ähnlich wie im Straßenverkehr wäre dabei die äußerste die Schnellspur und die innerste die langsame Spur, zwischen denen der Passagier jederzeit frei wechseln kann. Hinzu käme, dass eine viel größere Menge an Passagieren transportiert werden könnte, berichtet der britische Independent.

Sitzplätze sind in dem Entwurf nicht vorgesehen – die Passagiere müssten auf der Rollbahn stehen oder laufen. NBBJ sieht dies jedoch als Vorteil, da die Passagiere so zum Mitlaufen angeregt werden und die durchschnittlichen Entfernungen  der Innenstadt-Linie ohnehin bequem zu Fuß zu bewältigen seien.

Dabei passt sich die Geschwindigkeit der Strecke an: An den Stationen sollen die Bänder ein vergleichsweise langsames Tempo haben und in den Tunneln beschleunigen. So ist für die rechte Spur an den Bahnhöfen eine Einsteiger-Geschwindigkeit von knapp fünf Stundenkilometern vorgesehen. Die linke Schnell-Spur könnte aber auf bis zu 24 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Somit könne die gesamte 17 Meilen lange Runde in weniger als einer Stunde durchfahren werden – weniger als die aktuellen Circle Line Waggons brauchen.

Allerdings müssten die Passagiere das Fahren mit dem Travellator wohl erst üben – ein ähnliches Experiment in Paris musste die Geschwindigkeit drastisch senken, nachdem zahlreiche Personen beim Versuch die Spur zu wechseln stürzten. Für eine Nutzung des Travellators haben die Architekten jedoch weitere Vorteile eingeplant: Entlang der Laufbänder sollen Cafés und Pubs entstehen, so dass Passagiere jederzeit auf eine Bier oder ein Stück Kuchen „aussteigen“ können.

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