Pegida-Anhänger schlagen Journalisten mit der Faust ins Gesicht

Pegida-Anhänger aus Dresden haben bei einer Demonstration zwei Journalisten körperlich attackiert. Die Täter tauchten anschließend unter. Die beiden Geschädigten arbeiten für die Dresdner Neueste Nachrichten und den MDR.

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Der Täter näherte sich den drei Journalisten ohne Anlass und von hinten. Weder hatten die Journalisten ihn fotografiert, noch irgendeinen Teilnehmer angesprochen. Sie standen schlicht mit ihren Kameras mit einigen Metern Abstand am Straßenrand und ließen den Tross an sich vorbei ziehen, berichtet die LVZ.

Nach verbalen Provokationen begann der Mann, die Medienvertreter zu schubsen und lockte damit weitere Demonstranten an. Plötzlich waren die Pressevertreter umringt, einer der Männer griff dem DNN-Reporter in die Kamera, der daraufhin laut nach den 50 Meter entfernt stehenden Polizisten rief. Doch die Einsatzkräfte kamen zu spät. Ein Tritt gegen den Kollegen des MDR, ein Schlag ins Gesicht des DNN-Mannes – und der Täter war samt seinen Begleitern in der jubelnden Menge untergetaucht.

Der Deutsche Journalistenvberband stellt dazu fest:

Zwei Journalisten wurden bei der Pegida-Demonstration am Montag in Dresden angegriffen und verletzt. Was tut eigentlich die Polizei?
Dass die Demonstrationen gegen alles und alle, die einer bestimmten Gruppe der ostdeutschen Bevölkerung nicht in den Kram passen, keine fröhlichen Bürgerspaziergänge sind, dürfte den Ordnungskräften spätestens seit dem Besuch der Bundeskanzlerin in Heidenau bekannt sein. Angela Merkel wurde ausgebuht und als „Volksverräterin“ beschimpft. Ihr Vize Sigmar Gabriel nannte die Wutbürger von Heidenau „Pack“. Und dass die Demonstranten ein gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit haben, um es mal vornehm auszudrücken, stellte sich schon um den Jahreswechsel heraus, als keine andere Demo-Parole so viel Zuspruch, besser: Zugebrüll, fand wie das Unwort von der Lügenpresse.

Gestern blieb es in Dresden nicht mehr beim Brüllen und Schreien: Zwei Journalisten vom MDR und den Dresdner Neuesten Nachrichten wurden aus der Menge heraus geschlagen und getreten. Die Täter konnten entkommen, bevor die Polizei zur Stelle war. Das ist schlimm, kann aber passieren, sollte man meinen, schließlich sind größere Menschenansammlungen zuweilen etwas unübersichtlich. Wenn der Tatort nicht der Platz vor dem Dresdner Landtag gewesen wäre. Am Landesparlament war das Polizeiaufgebot größer als an anderen Punkten des Demonstrationszugs. Und ausgerechnet dort kam die Polizei zu spät? Ist der Objektschutz das einzige Ziel, das die Sicherheitskräfte verfolgen, wenn Pegida durch die Stadt zieht?

Wann endlich begreift die sächsische Polizei, dass sie nicht nur Verkehrssicherheit und Gebäudesubstanz zu schützen hat? Freunde und Helfer, es geht um die Grundrechte der Demokratie! Wer Journalisten bedroht oder schlägt, hat es auf die Pressefreiheit abgesehen. Dann darf die Polizei nicht zu spät kommen

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