Blamage für die Nato: Putin will nun auch im Irak eingreifen

Russland überlegt, seine Luftschläge gegen den IS auf den Irak auszudehnen. Sollte man von Bagdad um Hilfe ersucht werden, werde man eingreifen. Besonders gefährlich könnte dies für das Nato-Mitglied Türkei werden, das im Nordirak seinen Privatkrieg führt.

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Russlands Präsident Wladimir Putin setzt seine Initiative im Nahen Osten fort: Die Sprecherin des Oberhauses im russischen Parlament, Valentina Matviyenko, sagte am Dienstag der TASS: „Wenn es ein offizielles Ersuchen der Regierung des Irak an die russische Föderation gibt, werden wir überprüfen, welche politischen und militärischen Möglichkeiten sich ergeben, wenn unsere Luftwaffe an einer solchen Operation teilnimmt. Eine derartige Anfrage liegt uns jedoch bis jetzt nicht vor.“

Diese Sprachregelung haben die Russen auch in Syrien verwendet und betonen seither, dass ihr Militäreinsatz auf Bitte des legitim gewählten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad erfolge.

Das russische Parlament hatte Putin erst vor wenigen Tagen ermächtigt, die Armee einzusetzen.

Davor hatten die Russen mit einigem Geschick eine Allianz für den Nahen Osten geformt, die aus dem Iran, China und dem Irak besteht. In Bagdad läuft derzeit auch die Koordination für die Geheimdienstarbeit. US-Präsident Barack Obama wird von den Operationen in Syrien auf dem Laufendem gehalten. Auch Israel ist in einen Informationsmechanismus eingebunden.

Frankreich unterstützt ausdrücklich den Kampf der Russen gegen alle Terroristen. Ob sich diese Unterstützung auch auf Kampfeinsätze im Nordirak bezieht, wird sich in den kommenden Tagen erweisen.

Besonders unangenehm wären Luftschläge gegen Terroristen im Nordirak für die Türkei: Präsident Recep Tayyip Erdogan führt seit Monaten einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die PKK. Die türkische Luftwaffe fliegt Einsätze gegen Stellungen, von denen nicht gesagt werden kann, wer wirklich getroffen wird. Außerdem kooperieren Türken und Amerikaner mit der al-Nusra Front – einem al-Kaida-Ableger. Russland hat erklärt, seine Angriffe nicht nur gegen den IS zu richten, sondern gegen alle Terroristen.

Für die Nato wird der Einsatz gegen den IS zu einem immer größeren Fiasko: Die Russen hatten vor einigen Wochen erklärt, sie müssten nun eingreifen, weil die US-geführte Koalition gescheitert sei.

Tatsächlich haben die Amerikaner kaum etwas, um nachzulegen: Voll Stolz meldet CNN, dass das Pentagon US-Präsident Barack Obama nun dazu gebracht habe, einige Söldner und Terroristen zu bewaffnen, damit sie in Richtung Raqqa marschieren, um den IS zu besiegen. Wenn Putin in diesem Tempo weitermacht und wirklich die Erfolge feiert, die sein Militär verkündet, wird sich die Truppe beeilen müssen, um wenigstens bei der Siegesfeier in Raqqa noch anwesend zu sein.

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