Bernanke: Es hätten mehr Banker ins Gefängnis gesteckt werden sollen

Der ehemalige Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, sagt, dass die Prozesse nach der Finanzkrise 2007/08 sich gegen Top-Banker und nicht gegen Banken hätten richten müssen. Schließlich könne man Individuen ins Gefängnis stecken, doch bei Finanzinstituten gehe das nicht. Die Banker seien ungeschoren davon gekommen.

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Ex-Fed-Chef Ben Bernanke sagt in einem Interview mit CNBC im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2007/08 und den Ermittlungen gegen Banken: „Mir wären mehr Ermittlungen gegen einzelne Personen und deren Handeln lieber gewesen, denn alles, was schief gelaufen ist oder illegal war, war offensichtlich das Werk eines Einzelnen, nicht das einer abstrakten Firma.“ Seiner Ansicht nach, hätten die US-Behörden schärfer gegen Top-Manager von Banken vorgehen müssen. Daher hätten auch Führungskräfte hinter Gittern gehört, so Bernanke.

Allerdings weist er den Hinweis, wonach die Fed hätte mehr gegen die Top-Manager machen müssen, zurück. Schließlich sei die Fed keine Strafverfolgungsbehörde. „Das US-Justizministerium ist verantwortlich für derartige Sachen. Und sehr viele Anklagen richteten sich gegen Finanzinstitute und nicht gegen Personen. Aber sie können Finanzinstitute nicht ins Gefängnis stecken, Personen schon“, so Bernanke.

Nachdem die von lockerer Kreditvergabe ausgelöste Krise fast die ganze Finanzwelt kollabieren ließ, müssen die Banken mittlerweile sehr strikte Standards einhalten. Die Fed unter Bernanke reagierte auf die Finanzkrise, indem sie den Banken Bailouts in Höhe von 30 Billionen Dollar zur Verfügung stellte. So hielt die US-Zentralbank das globale Finanzsystem aufrecht.

Die großen Banken der Welt bereicherten sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Insgesamt 416 Banken nutzten das Programm der Sonder-Refinanzierungen. Von den 25 größten Nutznießern des Programms waren 19 ausländische Institutionen. Insgesamt versteigerte die Fed über das Programm Kredite im Umfang von knapp 4 Billionen Dollar. Die höchsten Kredite gingen an die Bank of America Corporation, an Barclays PLC, an die Royal Bank of Scotland, an die Bank of Scotland und an Wells Fargo.

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