Krieg in Syrien: Der Ölpreis steigt, Russland profitiert

Die russischen Luftschläge gegen den IS in Syrien führen zum Anstieg der Ölpreise. Davon profitiert der Iran und auch Russland. Zuvor hatte die OPEC einen Preiskrieg gegen beide Staaten begonnen und Kürzungen bei ihren Fördermengen strikt abgelehnt.

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Russland führt nach herrschender Meinung Luftschläge gegen den IS in Syrien durch, um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu unterstützen. Doch CNCB berichtet, dass hinter der Militär-Aktion ein anderes Kalkül des Kreml-Chefs Wladimir Putin stecken könnte. Der russische Eingriff werde kurzfristig zu einer Ölpreiserhöhung führen, der vor allem den russischen und iranischen Wirtschaftssystemen helfen wird. Saudi-Arabien und die OPEC hatten zuvor die Ölfördermengen erhöht und damit den Ölpreis-Verfall ausgelöst.

Mit der militärischen Kooperation zwischen Iran und Russland in Syrien hatten die Saudis offenbar nicht gerechnet und fühlen sich nun unter Druck gesetzt. Die USA stehen nicht kompromisslos hinter Saudi-Arabien, zumal es nach Angaben des Pentagons einen engen Kontakt zwischen den USA und Russland gibt und sich das US-Verteidigungsministerium mit Beurteilungen der russischen Luftschläge zurückhält. Die OPEC könnte sich angesichts dieses politischen und militärischen Drucks dazu entscheiden, die Ölfördermengen zu kürzen und damit den Ölpreis zu stabilisieren. Die Strategie der Saudis ist ohnehin brandgefährlich, da sie zum Einbruch der gesamten Weltwirtschaft führen könnte.

Der Chef des britisch-niederländischen Unternehmens Royal Dutch Shell, Ben van Beurden, geht davon aus, dass sich der Ölpreis noch eine lange Zeit lang auf einem niedrigen Niveau befinden werde, zitiert die Financial Times van Beurden. Doch er geht von einer Erholung auf langfristige Sicht aus. So gebe es derzeit eine starke Nachfrage und fallende Kosten, was sich positiv auswirke. Vor allem die Käufe von China zur Öffnung strategischer Reserven treiben die Nachfrage. Auch die Schwäche der US-Frackingindustrie wirke sich positiv auf den Ölpreis aus. Allerdings gebe es eine Unklarheit über die politische Ausrichtung der OPEC-Staaten. Schlussendlich werden die Entscheidungen dieser Staaten die Entwicklung des Ölpreises nachhaltig bestimmen.

Die Preisbildung von Rohöl folgt seit den 1970er Jahren einem Muster langer Zyklen. Die nominellen Preise von Erdöl verzeichneten in den 1970er Jahren den prozentual größten Anstieg, genauer in den Jahren 1973 bis 1981. Nach einer Stagnation auf hohem Niveau brachen sie 1986 ein und fielen ungefähr auf die Hälfte des Preises zurück.

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