Niedersachsen: 700 Flüchtlinge spurlos verschwunden

In Niedersachsen befinden sich derzeit 15.000 nicht registrierte Flüchtlinge. Von denen sind mittlerweile 700 spurlos verschwunden. Die Behörden vermuten, dass die Verschollenen von ihren Verwandten aus Deutschland aufgenommen wurden.

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Etwa 700 Flüchtlinge sollen in den vergangenen Tagen in insgesamt 20 Landkreisen und kreisfreien Städten des Bundeslands Niedersachsen spurlos verschwunden sein. So ist der aktuelle Aufenthaltsort von Flüchtlingen, die im Emsland angekommen waren, unbekannt. Die Behörden vermuten, dass die Betroffenen sich auf den Weg gemacht haben, um mit ihren Verwandten in Deutschland in Kontakt zu treten.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland sind weitgehend überfüllt. In Friesland und in der Grafschaft Bentheim seien Verwandte sogar von ihren Verwandten persönlich abgeholt worden. „Die wissen häufig gar nicht, wo sie sind (…) Wir haben jetzt eine Deutschlandkarte in der Notunterkunft aufgehängt, damit sich die Menschen orientieren können“, zitiert die NOZ den Delmenhorster Stadtsprecher Timo Frers.

Angelika Jahns, innenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, fordert eine Registrierung aller Flüchtlinge bei ihrer Einreise. „Wir müssen wissen, wer sich in Niedersachsen aufhält“, so Jahns. In Niedersachsen halten sich nach Informationen des Weser Kuriers 15.000 Flüchtlinge auf, die nicht registriert sind.

Im niedersächsischen Dorf Sumte werden zunächst weniger Flüchtlinge als erwogen untergebracht. Ursprünglich sollten bis zu 1000 Asylbewerber in der 100-Einwohner-Gemeinde beherbergt werden, was in dem Ort im Landkreis Lüneburg erhebliche Unruhe und bundesweit Aufsehen hervorgerufen hatte. Nach aktueller Planung sollen nun zunächst 500 Flüchtlinge untergebracht werden, wie ein Vertreter des Landesinnenministeriums am Mittwoch auf einer Bürgerversammlung im benachbarten Neuhaus laut dpa mitteilte.

Die ersten Flüchtlinge sollen bereits am Montag eintreffen. Möglicherweise werde die Zahl später auf bis zu 750 steigen, sagte der Leiter der Ministeriumsabteilung Kommunales, Alexander Götz. Als Notunterkunft für die Flüchtlinge soll eine Anlage mit leerstehenden Bürohäusern genutzt werden. Die Trägerschaft wird der Arbeiter-Samariter-Bund übernehmen.

Ortsvorsteher Christian Fabel (CDU) hatte nach einer ersten derartigen Informationsveranstaltung des Ministeriums Mitte Oktober gesagt: „Die Belastung von 1000 Flüchtlingen für ein Dorf mit nur 102 Einwohnern ist völlig unverhältnismäßig – das dürfte mit keinem anderen Ort in Deutschland zu vergleichen sein.“

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