Schweizer Mittelständler investieren in Immobilien

Die Schweizer Mittelständler (KMU) haben sich in den vergangenen Jahren mit Investitionen zurückgehalten. Am meisten wurde dabei in Immobilien investiert.

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Entwicklung der Investitionsbereiche über die Zeit (Grafik: Credit Suisse)

Entwicklung der Investitionsbereiche über die Zeit (Grafik: Credit Suisse)

Durchschnittlich zehn Prozent ihres Umsatzes haben die Schweizer Mittelständler (KMU) in den vergangenen fünf Jahren investiert. Je nach Unternehmensgröße fielen die Investitionen aber sehr unterschiedlich aus. So investierten beispielsweise die kleinen Unternehmen zwischen 2009 und 2014 deutlich mehr als die mittleren Unternehmen: 7,6 statt 1,7 Prozent. Bei den Mikrounternehmen hingegen wurden sogar 16,1 Prozent des Umsatzes wieder investiert, wie eine Analyse der Credit Suisse zeigt.

Auffällig ist in jedem Fall der hohe Anteil von Investitionen in Immobilien, die bei KMU in allen Branchen zu finden sind. Der Dienstleistungssektor und der Handel (54 Prozent und 42 Prozent) investierten am meisten in Immobilien. Aber auch im Bau und in der traditionellen Industrie spielten Immobilien eine wesentliche Rolle. „Mit einem Anteil von 47 Prozent an den Gesamtinvestitionen aller antwortenden KMU stellten Immobilien in der Periode 2009–2014 den wichtigsten Investitionsbereich dar“, so die Studie, an der sich knapp 900 Schweizer Unternehmen beteiligt haben. Bei jedem fünften Unternehmen machten diese vor der Finanzkrise einen deutlich geringeren Anteil an den Gesamtinvestitionen aus als in der Periode danach.

Lediglich bei der Spitzenindustrie wurde den Bereichen Forschung und Entwicklung deutlich mehr Bedeutung beigemessen. Diese Branche beinhaltet aber vor allem chemisch-pharmazeutische oder die Präzisionsinstrumentenindustrie. Diese sind in überdurchschnittlichem Maße an Innovation und Forschung interessiert.

Doch eine mögliche Investition der Schweizer Mittelständler scheitert nicht zwangsläufig an finanziellen Mitteln, sondern häufig auch an den Standortnachteilen. Immerhin ein Drittel der KMU gab an, dass Vorschriften und Gesetze in den vergangenen fünf Jahren wichtig Innovationsprojekte stark bis sehr stark behindert hätten. Als zweitwichtigstes Investitionshindernis wurden die die wirtschaftliche und die politische Unsicherheit genannt.

Dabei sind die Investitionen der Mittelständler wichtig für die nationale Wirtschaft. So umfassten die Bruttoanlageinvestitionen 2014 etwa 150 Milliarden. Immerhin sind über 99 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden. „Das sind mehr als 571.000 Firmen, welche zusammen knapp zwei Drittel aller hiesigen Arbeitsplätze stellen.“

„Mit einem Anteil von rund 23 Prozent am Bruttoinlandprodukt hat die Schweiz eine der höchsten Investitionsquoten unter den westlichen Ländern.“ Immerhin werden fast 65 Prozent der Gesamtinvestitionen von Unternehmen getätigt. Ins Ausland flossen 2013 insgesamt 15 Milliarden Franken.

Ein Blick in die kommenden Jahre zeigt, dass zukünftig aber vor allem Investitionen in Forschung- und Entwicklung sowie Beteiligungen und Übernahmen stark wachsen werden. Unabhängig davon ist insgesamt jedoch ein Rückgang der Investitionen zu erwarten. Jedes fünfte mittelständische Unternehmen will die Investitionen senken. In der Spitzenindustrie sind es sogar 40 Prozent.

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