Türkei öffnet Luftraum für russisches Überwachungs-Flugzeug

Russland darf vier Tage lang Beobachtungsflüge im türkischen Luftraum durchführen. Die Russen erhielt von der Türkei die Erlaubnis, Foto- Radar- und Infrarotaufnahmen zu machen. Die Flüge finden im Rahmen des „Vertrags über den Offenen Himmel“ statt und ist das Zeichen einer gewissen Entspannung zwischen den beiden Staaten.

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Ein russisches Flugzeug des Typs Typ An-30B hat am Dienstag damit begonnen, bis zum 18. Dezember Beobachtungsflüge im türkischen Luftraum durchzuführen. Die türkische Luftwaffe hat den Beginn der Flüge am Dienstagnachmittag verkündet, berichtet Haberturk. Das Flugzeug soll eine Strecke von 1.500 Kilometer zurücklegen. Die Flüge finden im Rahmen des „Vertrags über den Offenen Himmel“ statt, berichtet Sputnik News.

Der Vertrag trat am 1. Januar 2002 als rechtlich bindendes Dokument in Kraft. Das Anwendungsgebiet des Vertrags umfasst die Hoheitsgebiete der 34 Vertragsstaaten und erstreckt sich von Vancouver bis Wladiwostok, berichtet das Auswärtige Amt. Die Anzahl der jährlichen Beobachtungsflüge kann unter den Vertragsstaaten frei vereinbart werden. Die Flüge müssen ungehindert verlaufen. Es kommen „Sensoren für Foto-, Radar- und seit 2006 auch Infrarotaufnahmen zur Beobachtung der Hoheitsgebiete der Vertragsstaaten aus der Luft zum Einsatz“, so das Auswärtige Amt.

Die Erlaubnis kann auch als Zeichen einer gewissen Entspannung zwischen der Türkei und Russland gewertet werden. Die USA und Russland haben sich auf die enge Kooperation in Syrien geeinigt. US-Präsident Barack Obama will Störfeuer aus der Türkei verhindern und hat in den vergangenen Tagen auf den türkischen Präsidenten Erdogan eingewirkt, sich zu mäßigen. Dazu gehörte auch die Anweisung an das Nato-Mitglied, seine Truppen aus dem Irak abzuziehen. Dieser ist Ankara zunächst nur schleppend nachgekommen:

Nach Protesten der irakischen Regierung gegen die Anwesenheit türkischer Soldaten im Norden des Landes haben einige von ihnen offenbar ihr Lager bei Mossul verlassen. Sie seien auf dem Weg Richtung Norden, verlautete am Montag aus türkischen Militär- und Regierungskreisen. Wohin die Soldaten gebracht werden, blieb zunächst unklar. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte lediglich, es seien notwendige Maßnahmen für eine Umgruppierung der Soldaten ergriffen worden. Sie würden zur militärischen Ausbildung jedoch im Nachbarland bleiben.

Die türkischen Soldaten schützen ihrer Regierung zufolge Landsleute, die irakische Kämpfer ausbilden. Diese sollen in die Lage versetzt werden, die 2014 von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommene Metropole Mossul zurückzuerobern. Die Regierung desIrak erklärte, sie habe nicht um diese Hilfe gebeten. Der Einmarsch der türkischen Soldaten sei eine Verletzung des irakischen Hoheitsgebiets. Der UN-Sicherheitsrat müsse die Regierung in Ankara anweisen, die Truppen sofort abzuziehen.

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