Steinmeier: Terror-Miliz ISIS ist nicht unbesiegbar

Die irakischen Streitkräfte haben die Flagge des Landes über einem Regierungskomplex im Zentrum der Stadt Ramadi gehisst. Damit verliert der nach den russischen Luftangriffen auch in Syrien geschwächte IS weiter an Terrain. Russland und die USA gehen offenbar in enger Abstimmung vor.

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„Ramadi ist befreit“, sagte ein Militärsprecher am Montag im Fernsehen, das zeigte, wie Soldaten die irakische Flagge auf dem Dach eines Gebäudes hissten. Bereits am Vortag hatte die Armee erklärt, die Soldaten hätten mit dem Regierungsgebäude die Kontrolle über den letzten Rückzugsort der Extremistenmiliz Islamischer Staat in der Stadt übernommen. Der IS sei in Ramadi damit besiegt. Den Angaben zufolge gab es kaum Widerstand. Zahlreiche IS-Kämpfer seien geflohen oder bei Luftangriffen getötet worden.

Auch in Syrien scheinen die Terror-Gruppen IS und al-Nusra klar in die Defensive geraten. Der russische General Sergey Rudskoy sagte am Montag, es sei der syrischen Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gelungen, den Sicherheitsraum um Kweires weiter auszudehnen. Außerdem seien große Geländegewinne in Aleppo und Latakia zu vermelden. In einer konzertierten Aktion ist es den Syrern offenbar gelungen, die al-Nusra-Front in einem Zangenangriff auf Al Nusra aus dem Westen von Afrin her und ISIS aus dem Osten vom eroberten Euphratdamm her in Bedrängnis zu bringen, melden unabhängige Beobachter auf Twitter.

Während die Russen die syrische Armee unterstützen, hoben die Amerikaner ihre Unterstützung für die irakische Armee hervor. Dies deutet darauf hin, dass Russland und die USA ihre militärischen Aktivitäten sehr genau koordinieren.

Iraks Regierungschef Haider Al-Abadi erklärte nach der Rückeroberung Ramadis, dass er im nächsten Jahr das gesamte Land vom IS befreien wolle. 2016 werde das „Jahr des großen und endgültigen Siegs“, sagte er in einer Fernsehansprache.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier beglückwünschte den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi zum Erfolg in Ramadi. „Nach Tikrit, Baidschi, Sindschar ist Ramadi die vierte größere Stadt im Irak, die von irakischen Kräften zurückerobert worden ist“, erklärte der Minister. Mehr als ein Viertel des im Irak noch vor einem Jahr gehaltenen Territoriums habe der IS inzwischen wieder aufgeben müssen. „Das zeigt einmal mehr, dass IS nicht unbesiegbar ist, weder im Irak noch in Syrien.“ Das Ende der Terrorherrschaft sei aber noch lange nicht erreicht.

Iraks Finanzminister Hoschijar Sebari sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Rückeroberung Ramadis sei geschafft. Nun komme es aber darauf an, die Stadt wieder aufzubauen und die Bevölkerung zur Rückkehr zu ermutigen. Steinmeier versprach, dass Deutschland beim Wiederaufbau Ramadis helfen werde.

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