Boom bei deutschen Gewerbe-Immobilien hält an

Ausländische Investoren kaufen sich unvermindert in deutsche Gewerbe-Immobilien ein. Die niedrigen Zinsen treiben die Anleger in die Immobilien. Vor allem Berlin erscheint attraktiv.

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Das Geschäft mit gewerblichen Immobilien in Deutschland jagt angesichts der niedrigen Zinsen von einem Rekord zum nächsten. Im abgelaufenen Jahr wurden nach Zahlen des Immobilienberaters Jones Lang LaSalle (JLL) Objekte für 55,1 Milliarden Euro verkauft. Das seien 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 2015 sei damit das sechste Rekordjahr in Folge. Das vierte Quartal war mit einem Transaktionsvolumen von fast 17 Milliarden Euro das stärkste der vergangenen fünf Jahre. JLL rechnet damit, dass der Boom 2016 fast ungebremst weitergeht. „Dabei ist nicht unwahrscheinlich, dass erneut die Fünf bei einem zweistelligen Milliardenergebnis vorne steht“, sagte JLL-Manager Timo Tschammler.

„Das anhaltende niedrige Zinsniveau bleibt nach wie vor die wesentliche Triebfeder für den enormen Anlagebedarf sämtlicher instituitoneller Investoren“, sagte JLL-Deutschland-Chef Frank Pörschke. Pensionsfonds und Versicherer suchten händeringend nach Kapitalanlagen. „Und selbst ein moderater Anstieg würde das Gesamtbild kaum verändern.“

Ausländische Investoren dominieren den deutschen Markt. Sie standen 2015 für mehr als die Hälfte des Kaufvolumens. Sie interessieren sich vor allem für großvolumige Deals. Nur drei der teuersten zehn Objekte gingen an einheimische Käufer, wie JLL mitteilte. Die „Top Ten“ machten mit 9,8 Milliarden Euro allein 18 Prozent des Gesamtvolumens aus. Am teuersten war mit 1,3 Milliarden Euro das Quartier am Potsdamer Platz in Berlin, das nun dem kanadischen Investor Brookfield Property gehört. In der Hauptstadt wurden allein Immobilien für acht Milliarden Euro gehandelt, das waren 84 Prozent mehr als 2014. „Ein so hohes Volumen wurde noch nie in einer deutschen Stadt verbucht“, sagte Tschammler.

Unter den Einzelobjekten rangierten hinter dem Potsdamer Platz die Frankfurter Wolkenkratzer „Trianon“ und „Eurotower“. Das größte verkaufte Portfolio waren die Immobilien der Warenhauskette Galeria Kaufhof mit 2,4 Milliarden Euro.

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