USA: Gericht bestellt früheren FBI-Direktor als Schlichter mit VW

Eine kalifornisches Bezirksgericht hat den früheren FBI-Direktor Robert S. Mueller als Schlichter bestellt. Begründung: Der Geheimdienst-Mann habe Erfahrung in komplexen Angelegenheiten.

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Ein ehemaliger Leiter des FBI soll im VW-Abgasskandal zwischen dem deutschen Autobauer und Hunderten Klägern in den USA als eine Art Schlichter vermitteln. Der kalifornische Bezirksrichter Charles Breyer erklärte am Montag, er wolle Ex-FBI-Direktor Robert S. Mueller mit der Aufgabe betrauen, in mehr als 500 eingereichten Klagen eine Einigung herbeizuführen. Der frühere Chef der US-Bundespolizei werde „in diesen komplexen Angelegenheiten“ dank seiner Erfahrung und seines Urteilsvermögens die Vergleichs-Diskussionen zwischen den diversen Parteien erleichtern. Richter Breyer gab den Anwälten aller Beteiligten bis 15. Januar Zeit, potenzielle Einwände gegen Muellers Ernennung vorzubringen.

Volkswagen rechnet wegen der anstehenden Reparatur der in den USA manipulierten Dieselfahrzeuge nicht mit weiteren Rückstellungen. „Wir haben 6,7 Milliarden Euro für den Reparaturprozess von weltweit allen (betroffenen) Fahrzeugen zur Seite gelegt. Wir vermuten, dass das genug sein sollte“, sagte Konzernchef Matthias Müller am Montag bei Reuters-TV auf der Detroiter Automesse. Volkswagen will der US-Umweltbehörde am Mittwoch ein Paket vorschlagen, um auch die in den USA von Abgasmanipulationen betroffenen Diesel-Autos zu reparieren. Dazu soll ein neu entwickelter Katalysator bei 430.000 Fahrzeugen eingebaut werden. Bei weiteren Fahrzeugen erwägt VW einen Rückkauf.

Müller zeigte sich zuversichtlich, dass bei dem Treffen mit der US-Umweltbehörde zu einer Lösung gefunden werde. „Wir haben in den Gesprächen mit der EPA in den letzten Wochen nach unserem Dafürhalten sehr große Fortschritte erzielt“, sagte der Volkswagen-Chef. Er hoffe, dass VW bald mit der Umsetzung der technischen Vorschläge beginnen könne.

Volkswagen hatte zugegeben, bei weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeugen eine Software eingebaut zu haben, die die Stickoxidwerte nur auf dem Prüfstand senkt. Allein in Europa müssen deshalb 8,5 Millionen Wagen in die Werkstätten gerufen werden, in Deutschland sind es 2,4 Millionen Dieselautos. In den USA sind insgesamt rund 600.000 Fahrzeuge betroffen.

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