Washington nervös: Teheran greift US-Soldaten in iranischen Gewässern auf

Der Iran hat zwei US-Marineboote mit zehn Soldaten an Bord in iranische Gewässern aufgegriffen. Die Amerikaner sagen, sie hätten eine Motorpanne gehabt. Teheran will genauer wissen, was die Soldaten in ihren Hoheitsgewässern gesucht haben.

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Nachdem zwei US-Marineboote mit zehn Soldaten an Bord in iranische Gewässer geraten sind, ist die US-Regierung um eine rasche Lösung bemüht. „Wir haben Kontakt mit den Iranern aufgenommen. Uns wurde versichert, dass sie in Sicherheit sind und ihre Reise bald fortsetzen können“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jennifer Psaki, am Dienstag. Die Boote waren US-Angaben nach einer Motorpanne in iranische Hoheitsgewässer geraten.

„Wir haben den Kontakt zu zwei kleinen US-Marineschiffen auf dem Weg von Kuwait nach Bahrain verloren“, sagte ein hoher US-Regierungsbeamter. Iranische Behörden hätten aber versichert, „dass die Besatzungen in Sicherheit sind und dass es ihnen gut geht“. Aus US-Regierungskreisen hieß es, US-Außenminister John Kerry habe seinen iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif angerufen und die Zusicherung erhalten, dass die Boote „ihre Fahrt umgehend fortsetzen dürfen“.

Auf die Frage, ob sich die Boote in iranischen Hoheitsgewässern befunden hätten, hieß es: „Dies scheint so.“ Den Angaben zufolge waren auf den beiden Schiffen insgesamt zehn Marineangehörige. Ein US-Militärvertreter sagte, eines der beiden kleinen Patrouillenboote habe offenbar eine Motorpanne gehabt. Die New York Times berichtet, dass der Iran die Amerikaner beschuldigt, geschnüffelt zu haben. Die Boote seien, nachdem der Iran sie geortet hatte, von Schiffen der iranischen Revolutionsgarden auf eine Marinebasis auf der Insel Farsi gebracht worden.

Die winzige Insel liegt mitten im Persischen Golf auf halber Strecke zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Wegen der Insel reichen die iranischen Hoheitsgewässer bis weit in den Persischen Golf hinein, durch den eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt verläuft. Die Revolutionsgarden bestätigten, zwei US-Boote aufgegriffen und auf die Insel Farsi gebracht zu haben, nachdem sie in iranische Gewässer eingedrungen waren.

Ein hoher US-Regierungsbeamter sagte, es gebe bisher „keinen Hinweis“, dass der Iran einen feindlichen Akt begangen habe. Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte, die US-Regierung hoffe, „die Frage bald zu lösen“. Allerdings dürften die US-Soldaten erst bei Tagesanbruch ihre Fahrt fortsetzen können – und damit während der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Barack Obama in der Hand der Iraner bleiben.

Psaki sagte, Obama habe nicht die Absicht, den Fall in der Rede anzusprechen – seiner letzten vor dem Ende seiner Amtszeit. Es wurde erwartet, dass Obama darin auch das Atomabkommen mit dem Iran anspricht, das nach jahrelangen Verhandlungen im Juli geschlossen worden war. In dem Abkommen, das in wenigen Tagen in Kraft treten dürfte, sagt der Iran zu, im Gegenzug für die Aufhebung internationaler Sanktionen sein Atomprogramm drastisch einzuschränken.

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