HRE-Verbriefung: Verluste für Anleger britischer Immobilien

Anleger der HRE-Nachfolgerin Pfandbriefbank müssen mit Verlusten rechnen. Es geht um eine Anleihe zu britischen Immobilien. Ein Teil der dahinterstehenden Kredite kann nicht mehr bedient werden. Die Bank selbst ist von der Verlustbeteiligung nicht betroffen.

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Käufer einer Hypothekenverbriefung der früheren Hypo Real Estate (HRE) dürften sich an die Finanzkrise erinnert fühlen: Die HRE-Nachfolgerin Pfandbriefbank (pbb) teilte in der Nacht zum Dienstag mit, dass Anleger, die in die Anleihe „Estate UK-3“ investiert haben, mit Verlusten rechnen müssen. Hintergrund ist, dass ein Teil der dahinterstehenden Kredite nicht mehr bedient wurde. Die Verwertung der Sicherheiten, der Immobilien, bringt aber offenbar nicht so viel Geld ein wie erhofft. Die pbb selbst ist von der Verlustbeteiligung nicht betroffen, wie ein Sprecher erläuterte.

Die synthetische Verbriefung stammt aus dem Jahr 2007. Finanzkreisen zufolge geht es insgesamt um ein Volumen von knapp 114 Millionen Pfund (etwa 150 Millionen Euro). Dahinter stünden 13 Darlehen für 110 Gewerbeimmobilien in Großbritannien, allerdings außerhalb vom Boom-Markt London. Aufgelegt wurde der Bond für institutionelle Investoren wie Banken und Fonds. Verbriefungen sind in der Regel in verschiedene Risikoklassen aufgeteilt – je größer das Risiko, desto höher ist die Rendite für den Anleger. Im aktuellen Fall geht es um insgesamt sechs Tranchen. Nach offiziellen Angaben kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verluste auch die geringste Risikoklasse (A1+) treffen werden.

Anders als bei den streng regulierten Pfandbriefen verbleibt das Risiko bei Verbriefungen nicht beim Emittenten, sondern wird ausplatziert. In der Finanzkrise – vor allem in Folge des Crashs auf dem amerikanischen Immobilienmarkt – erwiesen sich viele dieser hochkomplexen Anleihe-Konstrukte als wertlos. In Europa hat sich der Markt seither kaum erholt, das Vertrauen der Anleger ist weg.

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