Nationalisten stürmen Preisverleihung in Moskau

Russische Nationalisten der Gruppe NOD haben in Moskau eine Preisverleihung der Menschenrechtsgruppe Memorial gestürmt und die Teilnehmer attackiert. Zu den Gästen gehörte auch der deutsche Botschafter. Die NOD ist auch in Deutschland aktiv.

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In Moskau haben etwa 20 russische Nationalisten eine Preisverleihung der Menschenrechtsgruppe Memorial gestürmt, berichtet der Guardian. Dabei wurde die Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja mit Eiern beworfen und mit einer grünen Flüssigkeit bespritzt.

Die Angreifer sollen zudem andere Besucher antisemitisch beleidigt haben. Auch der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger von Fritsch, und Julius von Freytag-Loringhoven von der Friedrich-Naumann-Stiftung gehörten ebenfalls zu den Gästen. „Sie waren sehr organisiert, sehr aggressiv und schienen genau zu wissen, wer an dieser Veranstaltung teilnimmt“, zitiert die Zeit von Freytag-Loringhoven.

Die Angreifer sollen Mitglieder der Nationalen Befreiungsbewegung (NOD) sein, deren Vorsitz der Duma-Abgeordnete Jewgeni Fjodorow hat. Die NOD wirft der Menschenrechts-Gruppe vor, dass sie im Rahmen von Geschichtswettbewerben Russland eine „alternative Geschichtsschreibung“ aufzwingen wolle.

Die Menschenrechtsgruppe Memorial wiederum widmet sich der Aufarbeitung der Verbrechen während der Sowjet-Zeit und deckt Menschenrechtsverletzungen auf, die in Russland stattfinden.

Bemerkenswert ist, dass die extremistische NOD auch in Deutschland vertreten ist. Auf ihrer Webseite propagiert sie, dass Deutschland ein „besetztes Land“ sei. Deshalb fordert sie eine „endgültige Befreiung Deutschlands“. Zudem gibt es die organisierten Gruppen NOD Europe und NOD Berlin.

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