Aktivisten projizieren IS-Flagge auf saudische Botschaft in Berlin

Eine Gruppe von Aktivisten hat auf die Botschaft von Saudi-Arabien in Berlin in Flagge des IS projiziert. Sie wollen auf die Rolle der Saudis als Finanzier des Terrors hinweisen. Saudi-Arabien ist der engste Verbündete der USA und der EU im Nahen Osten. Es gibt jedoch Anzeichen, dass der Westen von den Saudis abrückt.

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Die saudische Botschaft in Berlin mit IS-Flagge. (Foto: pixelhelfer via Facebook)

Die saudische Botschaft in Berlin mit IS-Flagge. (Foto: pixelhelfer via Facebook)

Die Gruppe pixelhelper hat in einer Aktion eine Projektion auf die Botschaft von Saudi-Arabien geworfen. Darauf stand zu lesen: „Daesh-Bank“, ein Flagge des Islamischen Staats (IS) wurde abgebildet. Der Gründer der Gruppe, Oliver Bienkowsi, über dessen Aktion die Bild-Zeitung und die staatliche russische Website Sputnik ausführlich berichteten, sagte der Freimaurer-Website AFUAMVD vor einem Jahr über das Ziel seiner Aktionen, dass ihn seine Mitgliedschaft bei den Freimaurern zu dem sozialen Engagement inspiriert habe. Auf Facebook schreibt die Gruppe, dass nach „Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad für den Islamischen Staat“ im Kampf tätig seien.

Die Bild-Zeitung stellte die Aktion in einen politischen Kontext, der insofern überrascht, als die Bild-Zeitung per Springer-Unternehmensgrundsätzen der transatlantischen Partnerschaft und insbesondere der Unterstützung der Nato verpflichtet ist: „Tatsächlich nimmt Saudi Arabien eine zwiespältige Rolle ein. Auf der einen Seite sind die Saudis unsere Verbündeten, Deutschland schätzt den mäßigenden Einfluss auf radikale Kräfte im Nahost-Konflikt, den Saudi-Arabien ausübt. Allerdings wurde Saudi-Arabien und den Golfstaaten schon öfter vorgeworfen, dass sie ISIS auch direkt unterstützen.“

Für den Vorwurf der Unterstützung des IS zitiert die Bild den Buchautor Bruno Schirra: „Es gibt nach wie vor sowohl die substaatliche, als auch die private Unterstützung aus den Golfstaaten, namentlich: Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Emiraten, Kuwait, Bahrain – also den treuesten Verbündeten des Westens. Es wird immer noch mit Geld, Waffen, Logistik und Ideologie unterstützt.“

Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass der Westen von seiner Unterstützung für die Saudis abrücken könnte. So hatte US-Präsident Barack Obama gefordert, die islamistische Theokratie müsse durch eine Demokratie abgelöst werden. Die saudische Königsfamilie sieht ihr Wirken offenbar auch nicht mehr für die Ewigkeit angelegt: Es gibt Anzeichen, dass die Familie versucht, Öl in Dollars umzuwandeln und sich auf das Exil vorbereitet.

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