Österreich verzichtet vorerst auf Grenzkontrollen am Brenner

Österreich wird den Brenner-Pass vorerst nicht kontrollieren, weil kaum Flüchtlinge über die Italien-Route nach Norden gelangen. Tatsächlich dürfte Österreich dem Druck Deutschlands und Italiens nachgegeben haben. Beide Länder wollen den Tourismus nicht stören.

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Österreich sieht vorerst von den geplanten Grenzkontrollen am Brenner-Pass nach Italien ab. Eine Sprecherin von Innenminister Wolfgang Sobotka sagte am Freitag, wenn Italien seine Grenzen und die Zugverbindungen überwache, wie es derzeit geschehe, seien keine Kontrollen notwendig. Der italienische Innenminister Angelino Alfano erklärte nach einem Gespräch mit seinem österreichischen Kollegen, sein Land habe 110 zusätzliche Grenzschützer eingesetzt, um die Einreise von Flüchtlingen nach Österreich zu verhindern. Sie würden zur Patrouille am Alpenpass eingesetzt. Die dort aufgegriffenen Migranten würden in italienische Flüchtlingsunterkünfte gebracht.

Österreich hatte nach der Schließung der Balkanroute einen wachsenden Flüchtlingszustrom über die italienische Grenze befürchtet. Bisher waren die meisten Flüchtlinge von der Türkei nach Griechenland übergesetzt und dann über den Balkan nach Zentraleuropa gereist. Seitdem dieser Weg versperrt ist, wird damit gerechnet, dass die Passage über das Mittelmeer nach Italien für viele zur Ausweichroute wird. Für den Fall, dass dies eintritt, hatte Österreich den Bau eines Zauns und eines Registrierzentrums am Brenner angekündigt und mit ersten Baumaßnahmen begonnen. Verschärfte Grenzkontrollen würden den Reise- und Handelsverkehr über den Alpen-Pass erheblich einschränken.

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