Ukraine gewinnt ESC, Russland klarer Sieger beim Publikum

Die Ukraine hat dank der Stimmen der professionellen Jurys den ESC gewonnen. Doch der Sieg beim Publikum ging klar an Russland. Auch das deutsche Publikum gab Russland die höchste Punktezahl. Die anstelle von Xavier Naidoo nach Stockholm entsandte deutsche Vertreterin wurde Letzte.

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Die Ukraine hat den Eurovision Song Contest 2016 gewonnen. Die Sängerin Jamala bekam für ihr Lied «1944» die meisten Punkte, wie die Moderatoren in der Nacht zum Sonntag in Stockholm nach der Präsentation der Wertungen von Jurys und Publikum bekanntgaben. Zweiter wurde Australien vor Russland.

Australien hatte nach der Jury-Wertung klar in Führung gelegen und nahm die Niederlage ironisch:

Die Wertung des ESC, der von den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern in Europa (EBU) ausgerichtet wird, unterteilte sich erstmals in zwei Kategorien: Punkte wurden jeweils von nationalen Jurys und vom Publikum vergeben. Hier wurde ein interessanter Unterschied deutlich: Hätte es, wie in den vergangenen Jahren, nur eine Publikumswertung gegeben, hätte Russland den ESC gewonnen. Doch die Fach-Jurys bewerteten Russland deutlich schlechter und hatten Australien vor der Ukraine. Nach welchen Kriterien diese professionellen Jurys urteilten ist nicht klar. Immerhin: Die Ukraine schaffte auch beim Publikum den zweiten Platz. Ihr Song beschäftigte sich mit den ethnischen Säuberungen auf der Krim unter Stalin, wie die BBC und US-Kommentatoren nach dem Sieg hervorhoben:

Der russische Sänger Sergej Lasarew wählte ebenfalls ein politisches Motiv und beschäftigte sich mit der Geschichte Russlands – umso erstaunlicher ist die Zustimmung in allen teilnehmenden Ländern zu werten. Allerdings hatten schon die Buchmacher Lasarew vorne gesehen.

Auch bei anderen Ländern zeigten sich deutliche Unterschiede bei den Ergebnissen zwischen Jurys und Publikum. Polen war beim Publikum besonders erfolgreich, bei der Jury sehr schlecht. Bulgarien und Österreich konnten sich dank des Publikums ebenfalls deutlich steigern.

Auf Twitter wurde Kritik daran laut, dass die Veranstalter offenbar kritische Kommentare zum Ausgang des ESC auf der Eurovisions-Facebook-Seite posteten:

Deutschland landete in der Nacht zum Sonntag auf dem letzten Platz – mit nur elf Punkten. Die 18-jährige Jamie-Lee Kriewitz war mit dem Song «Ghost» angetreten. Deutschland wurde von den Jurys und vom Publikum gleichermaßen schlecht beurteilt. Die ARD hatte ursprünglich Xavier Naidoo als deutschen Kandidaten nominiert, die Nominierung jedoch wieder zurückgezogen, weil Naidoo nach der Nominierung von Kritikern als politisch zu weit rechts stehend qualifiziert wurde. Die ARD, die den Wettbewerb mitveranstaltet, bescheinigte der Sängerin eine „gute Performance“.

Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Kandidatin Ann Sophie null Punkte bekommen und war somit ebenfalls ganz hinten gelandet.

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