USA warnen ihre Bürger vor Reisen nach Europa

Die USA warnen ihre Bürger vor Reisen nach Europa in den Sommermonaten. Insbesondere die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich bietet dem Außenministerium zufolge zahlreiche Gelegenheiten für Anschläge. Auch die anhaltenden Proteste im Land könnten die öffentliche Ordnung beeinträchtigen.

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Die USA warnen ihre Bürger wegen potenzieller Anschläge vor Reisen nach Europa, wie Reuters berichtet. Ziele könnten Großveranstaltungen, touristische Attraktionen, Restaurants, Geschäftszentren und das Verkehrswesen sein, erklärte das Außenministerium in Washington am Dienstag. „Die hohe Anzahl von Touristen, die Europa in den Sommermonaten besuchen, liefert Terroristen, die Anschläge an öffentlichen Orten planen, größere Ziele, besonders bei großen Ereignissen.“ Die Warnung gelte bis zum 31. August.

Am 10. Juni beginnt in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft. Das Turnier dauert einen Monat. Zu den 51 Spielen in zehn Stadien werden mehr als 2,5 Millionen Besucher erwartet. Vielerorts sollen Fanzonen eingerichtet werden, um Begegnungen auf großen Bildschirmen verfolgen zu können. Auch der Bundesverfassungsschutz hatte erst kürzlich vor Anschlägen in Deutschland und Europa durch terroristische Kleingruppen und radikalisierte Einzeltäter gewarnt. Nach Angaben des französischen Geheimdienstes rüstet sich die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) für eine Welle von Bombenanschlägen auf Menschenmengen während der Fußball-Europameisterschaft.

Polen will aus Sicherheitsgründen vom 4. Juli bis zum 2. August vorübergehend wieder Grenzkontrollen einführen. Hintergrund ist der Weltjugendtag der römisch-katholischen Kirche Ende Juli in Krakau, zu dem bis zu 2,5 Millionen Besucher in der polnischen Stadt erwartet werden, schrieb das US-Außenministerium weiter.

Auch der Protest gegen die geplanten Wirtschaftsreformen könnte die öffentliche Ordnung während der EM gefährden. Ein unbefristeter Streik bei der französischen Staatsbahn SNCF hat eineinhalb Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft zu erheblichen Behinderungen im Schienenverkehr geführt. Am Mittwoch sollten nach Angaben der SNCF nur ein Drittel der Intercity-Züge, jeder zweite Regionalexpress und 60 Prozent der TGV-Schnellzüge fahren. Betroffen waren auch viele Pendlerzüge im Großraum Paris. Die wenigen Züge, die fuhren, waren häufig brechend voll.

Bei den TGV- und ICE-Verbindungen nach Deutschland sind keine Behinderungen absehbar, gleiches gilt für die Eurostar-Züge nach Großbritannien. Bei den Verbindungen nach Belgien, wo am Dienstag gestreikt worden war, Italien, Spanien und in die Schweiz wurden dagegen viele Züge gestrichen. Es ist bereits der achte Streiktag bei der SNCF seit Anfang März. Erstmals ist die Arbeitsniederlegung aber unbefristet.

Mit den Streiks wollen die Gewerkschaften Druck bei Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen im Bahnsektor allgemein und über Arbeitszeiten bei der SNCF ausüben. Hinzu kommt der Protest gegen eine von Staatschef François Hollande angestrebte Lockerung des Arbeitsrechts, gegen welche die Gewerkschaften schon seit rund drei Monaten mobilmachen. „Diese Woche wird die Woche mit der stärksten Mobilisierung“, warnte der Chef der Gewerkschaft CGT, Philippe Martinez, der die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform anführt. Die CGT hatte mit Streiks und Blockaden von Treibstofflagern und Ölraffinerien in der vergangenen Woche für Benzin- und Dieselknappheit gesorgt. Die Lage hat sich inzwischen zwar wieder entspannt, nach wie vor sind aber sechs der acht französischen Raffinerien von den Protesten betroffen.

Am Donnerstag ist ein Streik bei den Pariser Nahverkehrsbetrieben RATP geplant, der aber nur geringe Auswirkungen haben dürfte. Einen Streik könnte es ab Freitag auch bei den Fluglotsen geben. Die Gewerkschaften wollen damit gegen Stellenstreichungen bei der zivilen Luftfahrtbehörde protestieren, derzeit wird aber noch verhandelt. Außerdem drohen im Juni Pilotenstreiks bei der Fluggesellschaft Air France aus Protest gegen Lohnkürzungen. Eineinhalb Wochen vor Beginn der EM wachsen damit die Sorgen, dass Streiks und Proteste das Fußballturnier in Frankreich behindern könnten. Ein neuer Protesttag gegen Hollandes Pläne zur Lockerung der 35-Stunden-Woche und des Kündigungsschutzes ist am 14. Juni geplant, mitten während der Europameisterschaft.

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