Staatsanleihen werden zum Risiko für Banken in Europa

Die EU versucht, Banken und Staatsfinanzen stärker voneinander zu trennen. Gearbeitet wird an Gesetzesvorlagen, die das durch Staatsanleihen hervorgerufene Bilanz-Risiko begrenzen sollen. Auf die Banken dürften zusätzliche Kapitalanforderungen in Milliardenhöhe zukommen.

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Die Regelungen könnten dazu führen, dass Banken in der EU bis zu einem Drittel mehr Kapital werden vorhalten müssen, als dies derzeit der Fall ist. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Ratingagentur Fitch, auf die Financial Times hinweist. In der EU wird seit einiger Zeit darüber beraten, wie der Anteil von Staatsanleihen in den Bilanzen der Finanzinstitute reduziert werden kann, um die Abhängigkeit zwischen Banken und Staaten zu schwächen.

Angestoßen wurde das Thema vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, einem internationalen Gremium zur Erarbeitung einheitlicher Standards bezüglich der Bankenaufsicht. Im vergangenen Jahr hatte der Ausschuss die Risiken untersucht, die von Staatsschulden für das Finanzsystem ausgehen. Auch die Europäische Kommission und die EZB haben bereits öffentlich davon gesprochen, Sonderabgaben für Banken mit hohem Staatsschuldenanteil zu verlangen, wie Financial Times schreibt. Insbesondere im Zuge der Euro-Krise von 2011 hätten vielen Banken Schuldentitel ihrer Herkunftsländer gekauft.

Fitch verwendet fünf Szenarien, um den Umfang an zusätzlichen Kapitalanforderungen abzuschätzen. In ersten Szenario dürfen die Banken Umfang und Risiko der Staatsanleihen selbst bestimmen und einen 5-prozentigen Sicherheitsaufschlag verrechnen – 15 Milliarden Euro müssten in diesem Fall zusätzlich aufgebracht werden. Das zweite Szenario sieht einen Risikoaufschlag von 10 Prozent vor, welcher zu einem Kapitalbedarf von zusätzlich 24 Milliarden Euro führen würde.

Im dritten Szenario wird das Risiko der Staatsanleihen und damit der Aufschlag von externen Ratingagenturen bewertet. Fitch geht in diesem Fall von einem Kapitalbedarf von rund 70 Milliarden Euro aus. Kombiniert mit dem 10-prozentigen Risikoaufschlag wären dies rund 95 Milliarden Euro. Im fünften Szenario wird von den Regulatoren eine Schwelle eingeführt, ab der die überschüssigen Staatsanleihen einer Bank zu progressiv wachsenden Kapitalerfordernissen führen. Ein solches Szenario würde zu rund 170 Milliarden Euro an zusätzlichen Kapitalpuffern führen.

Kleinere Banken, die einen hohen Anteil an Staatstiteln in ihren Bilanzen halten, werden besonders viel Kapital benötigen, so Fitch. Dies treffe vor allem für Gläubiger hochverschuldeter Länder wie Italien, Spanien und Portugal zu, so Financial Times. Fitch registrierte während der Untersuchung jedoch auch, dass einige Banken in Erwartung einer verschärften Regulierung den Anteil an Staatsanleihen in ihren Portfolios bereits reduziert hätten.

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