Schlacht um Aleppo: Armee schneidet Söldnern letzten Fluchtweg ab

Die syrische Armee hat die Castello-Straße geschlossen und damit den internationalen und islamistischen Söldnern den einzigen Fluchtweg abgeschnitten. Es ist nicht bekannt, ob sich in der Stadt auch ausländische Militärberater befinden. US-Außenminister Kerry war in der vergangenen Woche überraschend zu Russlands Präsident Putin gereist.

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Die Lage in Aleppo am Sonntag. Die syrische Armee hat den internationalen und islamischen Söldnern den einzigen Fluchtweg abgeschnitten. (Grafik: al-Masdar News)

Die Lage in Aleppo am Sonntag. (Grafik: al-Masdar News)

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben den einzigen Fluchtweg in die von Rebellen gehaltenen Gebiete in der Großstadt Aleppo abgeriegelt, berichtet CNN. Die Castello-Straße sei geschlossen, sagte ein Vertreter einer islamistischen Söldner-Gruppe am Sonntag. Bei den Gefechten kamen 16 Kämpfer der Söldner ums Leben, wie staatliche syrische Medien und die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte mitteilten.

Sollte die Regierung die Söldner aus Aleppo vertreiben, wäre das der schwerste Rückschlag für die Opposition seit Ausbruch des Bürgerkrieges 2011. Der Kommandeur einer Söldner-Gruppe warnte die Bevölkerung davor, die Straße zur Flucht zu benutzen. Ein weiterer Islamisten-Kommandeur sprach von einer Belagerung der „Opposition“ in Aleppo. Die Nahrungsmittel reichten nur noch für zwei bis drei Monate. Er sagte eine längere Belagerung voraus, bevor die syrische Armee einen Angriff starte. „Nach zwei oder drei Monaten fängt man an, Hunger zu kriegen und kann sich nicht länger wehren, und dann werden sie die Stadt stürmen.“

Aleppo war vor Ausbruch des Bürgerkriegs die größte Stadt Syriens und eine Wirtschaftsmetropole. Die Söldner befürchten, dass die syrischen Regierungstruppen den Krieg gewinnen werden, berichtet der Guardian.

Es ist unklar, ob sich unter den Eingeschlossenen auch sogenannte „Militärberater“ befinden. Diese waren unter anderem von den USA nach Syrien geschickt worden, um die „Rebellen“ zu unterstützen. US-Außenminister John Kerry hatte sich in der vergangenen Woche überraschend mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Kerry wollte nach einem weiteren Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Freitagabend in Moskau aber keine Einzelheiten der Vereinbarung nennen. Dies solle die Fortführung der Arbeit für eine friedliche Lösung abseits der Öffentlichkeit erlauben, sagte Kerry bei einer Pressekonferenz mit Lawrow.

Wenn die vereinbarten Schritte „mit gutem Willen“ umgesetzt würden, könnten sie helfen, zu einer Waffenruhe zurückzukehren, das Ausmaß der Gewalt deutlich zu reduzieren und den Raum für Verhandlungen zu einem glaubhaften politischen Übergang zu schaffen, sagte Kerry.

Er hatte zuvor zwölf Stunden lang mit Lawrow gesprochen, nachdem er am Donnerstag bereits zu Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin zusammengekommen war. Es ist unbekannt, ob das Schicksal der US-Militärberater und anderer US-Staatsbürger, die die „Rebellen“ unterstützt haben, ein Thema gewesen ist.

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